VonAlexander Kaindlschließen
Immer mehr Fußballer wechseln nach Saudi-Arabien – vor allem wegen des Geldes. Ein Spieler, der zuletzt lange verletzt war, soll 100 Millionen Euro kassieren.
Riad – Eine solche Entwicklung hat die Fußballwelt noch nicht erlebt: Beinahe täglich wechselt derzeit ein Star in die sportlich unbedeutende Pro League nach Saudi-Arabien. Cristiano Ronaldo hatte im vergangenen Winter den Anfang gemacht, seitdem sind ihm etliche Top-Kicker von europäischen Spitzenvereinen gefolgt. Eine Hauptrolle spielt dabei natürlich das Geld. Im Internet kursiert aktuell eine Liste, die die verschiedenen Gehälter der Bestverdiener zeigt.
| 1. Cristiano Ronaldo: 200 Mio (Gehaltsangaben pro Jahr in Euro, Quelle: planetfootball.com) |
| 2. Karim Benzema: 200 Mio (andere Quellen nennen ein Jahresgehalt von 55 Mio) |
| 3. N'golo Kanté: 100 Mio |
| 4. Kalidou Koulibaly: 35 Mio |
| 5. Marcelo Brozovic: 25 Mio |
| 6. Roberto Firmino: 20 Mio |
| 7. Ruben Neves: 18 Mio |
| 8. Jota: 11,7 Mio |
| 9. Edouard Mendy: 11 Mio |
| 10. Ever Banega: 10,5 Mio |
Top-Spieler verlassen Europa – und kassieren in Saudi-Arabien enorm ab
Schnell wird klar, warum Stars wie Karim Benzema, N‘golo Kanté oder Kalidou Koulibaly ins Fußball-Niemandsland wechseln: Sie verdienen dort nämlich Summen, die sie in Europa niemals kassieren würden.
Koulibaly, zuletzt beim FC Chelsea unter Vertrag, sagte das unmittelbar nach seinem Wechsel zu Al-Hilal auch ganz offen: „Ich kann es nicht leugnen. Ich werde meiner ganzen Familie, von meinen Eltern bis zu meinen Cousins, zu einem guten Leben verhelfen und die Aktivitäten meines Vereins ‚Capitaine du Coeur‘ im Senegal unterstützen können. Wir haben mit dem Bau einer Klinik im Dorf meiner Eltern begonnen. Ich habe viele Projekte, um jungen Menschen zu helfen.“
Millionen-Liste aufgetaucht: Fußball-Stars verdienen aberwitzige Summen in Saudi-Arabien
Der 32-Jährige steht aktuell auf Platz vier in der Gehaltsliste, die das Portal PlanetFootball veröffentlicht hat. Gut möglich, dass er diese Platzierung schon bald verliert, denn es gibt viele Wechselgerüchte um weitere prominente Spieler – auch Koulibalys einstige Chelsea-Kollegen Pierre-Emerick Aubameyang und Hakim Ziyech werden in Saudi-Arabien gehandelt. Bayern-Flop Sadio Mané soll ebenfalls ein Thema sein.
An der Spitze der Liste sind natürlich Cristiano Ronaldo und Karim Benzema. Doch auch die aberwitzigen 100 Millionen Euro für Kanté, der alleine wegen seiner Position im zentralen Mittelfeld für weit weniger Spektakel steht als die Offensivkünstler, sorgen für Erstaunen. Der einstige Chelsea-Liebling absolvierte in der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt nur neun Spiele für die Blues – und hat jetzt beim Ittihad Club den Vertrag seines Lebens unterschrieben.
Auch bekannte Trainer wechseln nach Saudi-Arabien
Durchschnittlich verdienen die jüngst gewechselten Stars das Vier- bis Fünffache von dem, was sie in Europa kassierten. Und auch die Trainer werden natürlich fürstlich entlohnt. Zu ihnen zählen Altmeister wie Jorge Jesus – aber tatsächlich auch ambitionierte, junge Übungsleiter wie Liverpool-Legende Steven Gerrard.
Eine Entwicklung, die Fußballfans zurecht Sorgen macht. Zwar gab es auch früher Wechselwellen in neureiche Ligen, wie beispielsweise nach China. Das aktuelle Saudi-Projekt mutet aber etwas anders an, scheint durchdringender und nachhaltiger zu sein. Schließlich entscheiden sich auch junge und in Europa heißbegehrte Spieler wie Ruben Neves (26) oder Jota (24) für den Schritt auf die arabische Halbinsel. Bis zum Ende der Wechselperiode wird es sicher noch weitere prominente Beispiele geben. (akl)
Rubriklistenbild: © Power Sport Images / ABACAPRESS / Propaganda Photo / Imago

