Nächster Tiefschlag für den DFB: „Deutscher Fußball ist abgehängt“
Dieser Rückschlag folgt auf die enttäuschenden Auftritte der Männer bei den Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar sowie das Ausscheiden der U21 bei der EM in Rumänien und Georgien in der Gruppenphase. Der DFB erlebt damit einen weiteren Tiefschlag – und hat ein Asien-Trauma.
Die ehemalige Liga-Chefin Donata Hopfen sieht in dem WM-Desaster der deutschen Fußballerinnen ein Indiz für ein umfassenderes Problem. „Der deutsche Fußball ist abgehängt und braucht dringend Veränderung – neue Ideen, Offenheit für moderne Impulse und Angänge. Und trotzdem ist das Gefühl, dass es weiter so gehen wird wie bisher“, postete die frühere Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn.
„Hoffentlich wachen die Verantwortlichen auf“: Hopfen malt düsteres Szenario
„Hoffentlich wachen die Verantwortlichen in Fußballdeutschland vor der EM 2024 im eigenen Land auf, sonst wird aus dem erhofften Sommermärchen ein Sommergrusel“, warnte Hopfen in ihrem Beitrag mit Blick auf die bevorstehende Männer-Europameisterschaft in Deutschland.
Auch Joti Chatzialexiou, der sportliche Leiter der Nationalmannschaften, erkennt dringenden Handlungsbedarf im deutschen Fußball - insbesondere hinsichtlich des Entwicklungstempos: „Zur Wahrheit gehört auch, dass unsere Mühlen leider zu langsam mahlen in Deutschland“, bemängelte der 47-Jährige.
Lange Kommunikationswege und sportpolitische Hindernisse behindern laut Chatzialexiou die Fortschritte: „Wenn wir das nicht verändern, dann werden andere auf der linken Spur an uns vorbeifahren und dann sehen wir schlussendlich nur die Rücklichter.“
Man könnte sich fragen, ob dies nicht bereits der Fall ist. Die A-Nationalmannschaft der Männer hinkt seit mindestens 2018 der internationalen Spitze hinterher und belegt in der FIFA-Weltrangliste Platz 15 - hinter Ländern wie den USA, der Schweiz und Marokko. Das zweifache Ausscheiden in der WM-Gruppenphase in Russland und Katar scheint daher nur eine logische Konsequenz zu sein.
Werdende Mutter, Zahlen-Genie, Babysitter im Quartier: Deutschlands WM-Frauen im Überblick
Von einer Aufbruchsstimmung kann ebenfalls keine Rede sein. Trotz der EM 2024 im eigenen Land zeigt sich das Team von Hansi Flick seit Monaten in einem desolaten Zustand. Der letzte Triumph des DFB-Teams war ein 2:0-Sieg im ersten Testspiel nach der WM in Katar gegen Peru. Es folgten ein Unentschieden gegen die Ukraine und Niederlagen gegen Belgien, Polen und Kolumbien.
Dennoch möchte Rudi Völler nicht alles in düsteren Farben malen. Das vorzeitige Ausscheiden der Männer, der U21 und Frauen könne man nicht gleichsetzen. „Das muss man alles getrennt beurteilen“, äußerte der DFB-Direktor nach dem WM-Aus der Frauen.
Obwohl der 63-Jährige „noch viel Luft nach oben“ sieht, glaubt er dennoch an eine erfolgreiche Heim-EM. Schließlich würde Hansi Flick „mit dem Experimentieren jetzt ein bisschen aufhören und sich eine Basis-Mannschaft einspielen“. Ob er diese Meinung auch noch vertritt, wenn es in den kommenden Testspielen im September gegen Frankreich und Japan erneute Niederlagen gibt? (kk)
Für diesen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteur Marius Epp sorgfältig überprüft.