„Rüdiger ist eine Schande“: Ehemaliger DFB-Schiedsrichter nimmt Nagelsmann in die Pflicht
VonChristoph Klaucke
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Antonio Rüdiger steht nach einem Wutausbruch im Copa-del-Rey-Finale in der Kritik. Der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer verlangt Maßnahmen.
Madrid – Antonio Rüdiger, Abwehrspieler von Real Madrid und DFB-Star, steht nach einem Vorfall im Copa-del-Rey-Finale gegen den FC Barcelona im Mittelpunkt eines Skandals. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer äußerte sich kritisch zu Rüdigers Verhalten und forderte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf, Konsequenzen zu ziehen.
„Rüdiger ist eine Schande“: Deutscher Ex-Schiedsrichter nimmt Nagelsmann in die Pflicht
„Rüdigers Auftreten ist eine Schande. Da muss sich der Bundestrainer schon überlegen, ob so ein Mann noch unser Land repräsentieren kann“, sagte Kinhöfer der Bild. Der ehemalige Schiedsrichter leitete 213 Spiele in der Fußball-Bundesliga und pfiff 2010 das DFB-Pokalfinale.
Der Vorfall um Rüdiger ereignete sich nach einem umstrittenen Foulpfiff gegen Real Madrid. Rüdiger, der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt war, verlor die Nerven und warf einen Gegenstand in Richtung des Schiedsrichters. Offenbar handelte es sich dabei um einen Eiswürfel. Zudem beleidigte er den Unparteiischen lautstark, was zu seiner Roten Karte führte.
Für diesen Ausraster droht Rüdiger nun eine Sperre von vier bis zwölf Spielen, die sich auch auf die La Liga beziehen könnte. Eine Sperre von vier Spielen oder mehr würde wettbewerbsübergreifend gelten und könnte das vorzeitige Saison-Aus für den Abwehrspieler bedeuten.
Matthäus und Hamann fordern Konsequenzen für Rüdiger und appellieren an Nagelsmann
Neben Kinhöfer fordern auch andere prominente Stimmen wie Lothar Matthäus und Dietmar Hamann Konsequenzen. Matthäus betonte in der Sendung Sky90, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann und der DFB nicht nur ein Gespräch mit Rüdiger führen „und die Sache dann unter den Teppich kehren“ dürften, sondern auch ein sichtbares Zeichen setzen müssten.
„Das ist ja auch seine Aufgabe“, sagte Matthäus. Er rechnet mit einer langen Sperre für Rüdiger und sieht den DFB in der Pflicht, ein klares Signal zu senden. „Er war von Sinnen. Er war nicht mehr unter Kontrolle.“
Übeltäter Rüdiger nicht das erste Mal auffällig
Dietmar Hamann schlug vor, Rüdiger für die Nations League nicht zu berücksichtigen. „Ich finde, dass ihn der DFB suspendieren sollte. Ich würde ihn zum Endturnier der Nations League nicht einladen und würde ihn für die zwei Spiele weglassen“, so Hamann im Sport1-Doppelpass. Hamann verwies wie Matthäus darauf, dass Rüdiger bereits in der Vergangenheit auffällig geworden sei.
Wegen einer Kopf-ab-Geste im Achtelfinale der Champions League gegen Atlético Madrid war er Anfang des Monats erst von der UEFA bestraft worden. Neben einer Sperre von einem Spiel – ausgesetzt auf Bewährung auf ein Jahr – musste er eine Geldstrafe von 40.000 Euro zahlen.
Ist Rüdiger noch im DFB-Team zu halten? Nagelsmann vor schwieriger Entscheidung
Bundestrainer Julian Nagelsmann steht nun vor der Herausforderung, auf den Vorfall zu reagieren. Rüdiger ist eine feste Größe in der deutschen Nationalmannschaft und wurde kürzlich zum Vizekapitän ernannt. Dennoch muss Nagelsmann abwägen, ob Rüdigers Verhalten mit den Werten des DFB vereinbar ist und welche Maßnahmen er ergreifen wird, um die Integrität des Teams zu wahren.
Die Nations League steht vor der Tür, und Deutschland trifft am 4. Juni im Halbfinale auf Portugal. Ob Rüdiger dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass der Vorfall nicht nur auf Klubebene, sondern auch im Nationalteam Konsequenzen haben könnte. (ck)