Unfassbar! – Gelingt dem FC Bayern mit Sané keine Vertragsverlängerung? Ein Kommentar
VonPeter Grad
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Eine Fußball-Posse: Nationalspieler Leroy Sané und der FC Bayern wollen grundsätzlich ihre Zusammenarbeit verlängern, schaffen den entscheidenden Schritt aber nicht.
München - Die Bayernfans haben derzeit wenig Spaß, wenn sie die Neuigkeiten über ihren Herzensverein durchstöbern. Der reist zwar in einer Woche mit größten Ambitionen in die USA, will dort Klub-Weltmeister werden, gleichzeitig gibt es aber eine „Horrormeldung“ nach der anderen von der Säbener Straße.
Während zahlreiche Spieler den Verein verlassen sollen - nicht zuletzt um die Gehaltsstruktur zu entlasten, werden fast ebenso viele Neuzugänge gehandelt, die noch einmal wesentlich teurer wären und / oder deren Verpflichtung unrealistisch bis unmöglich ist. In der Defensive gibt es fast keinen einsatzfähigen bzw. spielberechtigten Spieler. Und dann gibt es noch die unfassbare „Causa Sané“.
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FC Bayern lässt Sané bei der Vertragsverlängerung lange warten
Seit Saisonbeginn kämpft der 69-fache Nationalspieler um eine Verlängerung seines beim Rekordmeister auslaufenden Vertrags. Andere Kontrakterweiterungen hatten an der Säbener Straße lange Vorrang: Jamal Musiala, Manuel Neuer, Alphonso Davies, Joshua Kimmich. Die Vereinsverantwortlichen ließen den 29-Jährigen lange zappeln. Zu lange? Begann da bereits das Thema „Wertschätzung“?
Dennoch sollte bei Sané - anders als bei den genannten Spielern - das strikte vom FCB-Aufsichtsrat vorgegebene Sparprogramm umgesetzt werden: Halbierung des bisherigen Jahressalärs, welches allerdings durch Bonuszahlungen noch einmal erheblich aufgestockt werden könnte. Etwas überraschend schien der deutsche Nationalspieler darauf sogar einzugehen, um dann offenbar ganz kurz vor der geplanten Unterschrift einen Rückzieher zu machen und mit Pini Zahavi den „härtesten Hund“ unter den Spielerberatern zu verpflichten. Uli Hoeneß hatte den 82-jährigen Israeli einst „Piranha“ genannt.
Alles auf null, neue Verhandlungen. Anders als es die Fußball-Öffentlichkeit in Deutschland forderte, scheinen die FCB-Verantwortlichen sogar mit ihrem neuen Angebot noch einmal auf Sané zuzugehen und das Fixgehalt anzuheben, während die Boni in gleichem Maße schrumpfen würden. Wie es Zahavi wohl auch für seinen Klienten gefordert hat. Die Signing Fee ist ein weiteres Thema, dieser Bonus für eine Vertragsunterschrift, bei Davies, Musiala und nun auch bei Jonathan Tah gezahlt, wird in einigen medialen Berichten erwähnt, in anderen nicht.
Zahlreiche Wechselgerüchte
Ob dieser Unterschrifts-Bonus nun der Knackpunkt bei den offensichtlich erneut eingeschlafenen Verhandlungen ist, ist spekulativ. Andrerseits tauchen nun in einem fast inflationären Ausmaß Gerüchte auf, welcher Verein nun der neue Favorit im Streben um eine Sané-Verpflichtung sei. Galatasaray Istanbul ist es - auch wegen der mäßigen sportlichen Aussichten - trotz eines rekordverdächtigen Nettogehalts nicht.
Die Premier League soll das neue Wunschziel des 29-Jährigen sein. Dabei soll der ursprüngliche Favorit, der FC Arsenal, immerhin Tabellen-Zweiter der abgelaufenen Spielzeit, von Tottenham Hotspur, dem frisch gebackenen Europa League Gewinner, überholt worden sein. Dieser Triumph, der eine Teilnahme an der lukrativen Champions League garantiert, ist nun das Hauptargument.
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Dabei wird aber vergessen, mit welch fast schon tölpelhaften spielerischen Mitteln der 1:0-Finalsieg gegen Manchester United errungen wurde. Die PL beendeten die Londoner auf einem ebenso enttäuschenden wie bezeichnenden 17. Tabellenplatz. Hätte es nicht drei Vereine mit extrem schlechten Punktwerten gegeben, würde in der kommenden Saison ein CL-Teilnehmer in der 2. englischen Liga kicken. Durchaus ein Gradmesser.
Warum schaffen die beiden Parteien keine Verlängerung?
Dennoch berichtet die BILD beharrlich, dass ein - ablösefreier - Wechsel Sanés dorthin wahrscheinlicher sei als ein Verbleib beim deutschen Rekordmeister. Selbst der Spieler, der immer betont hat, sehr gerne in München zu bleiben, soll sich längst intensiv mit einem Wechsel beschäftigen. Auch aus familiären Gründen, obwohl zunächst immer betont wurde, wie wohl sich Sanés Familie in der Bayerischen Hauptstadt fühlen soll. Zudem hat der 29-Jährige einen großen Freundeskreis in der FCB-Mannschaft, von welcher er allgemein sehr geschätzt wird.
Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com
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Die Bayern erwarten - verständlicherweise - eine Entscheidung noch vor Beginn der Klub-WM in den USA, die für die Münchner am 15. Juni mit der Partie gegen Auckland City startet. Intern wünscht sich der Verein frühzeitige Planungssicherheit – auch mit Blick auf die Transferstrategie unter dem neuen Trainer Vincent Kompany.
Eine für alle Beteiligten bittere ärgerliche Geschichte. Um einiges unfassbarer als die „Wirtz-Saga“, die zumindest eine Logik aufweisen kann. Der FC Bayern könnte die „Causa Sané“ mit einem großen finanziellen und sportlichen Verlust abschließen. Dann würde aus einer Fußball-Posse ein Desaster werden.