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Mit einem am Ende dramatischen 2:2 bei Inter Mailand scheidet der FC Bayern im Viertelfinale der Champions League aus. Die Stimmen nach der Partie.
Mailand - Es ist schon eine bittere Tradition beim FC Bayern: Scheidet er aus der Fußball-Königsklasse aus, passiert das regelmäßig auf dramatische Weise. Selten ist der deutsche Rekordmeister dabei die schlechtere Mannschaft, auch dieses Mal nicht gegen den italienischen Meister. Somit steht auch fest, dass es am 31. Mai in München kein „Finale dahoam 2.0“ geben wird.
Vor dem Spiel im legendären San Siro versprühte der gesamte Verein trotz der 1:2-Heimniederlage im Hinspiel großen Optimismus, dennoch ins CL-Halbfinale einziehen zu können. Die Hoffnungen waren durchaus berechtigt. Nun gilt es an der Säbener Straße, die Enttäuschung sehr schnell abzulegen, vollen Fokus auf den Meisterschaftsendspurt zu legen und zum Saisonabschluss bei der Klub-WM in den USA vielleicht doch noch den erhofften großen internationalen Titel zu holen. Denn, wie Harry Kane nach dem Ausscheiden stolz feststellte, der FC Bayern kann „jedes Team der Welt schlagen“. Inter-Coach Simone Inzaghi bestätigte dies auf respektvolle Weise.
Die FCB-Stimmen
Sportvorstand Max Eberl
„Wenn man so ausscheidet, überwiegt natürlich die Enttäuschung. Ich glaube, dass wir in beiden Spielen definitiv nicht die schlechtere Mannschaft waren. Vielleicht ist die glücklichere Mannschaft weitergekommen. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und bekommen dann zwei Standardgegentore. Trotzdem kommen wir zurück und hatten die Chancen zum 3:2, aber haben es am Ende nicht gemacht.
Leider ist damit der Traum von München geplatzt. Jetzt gilt es, daraus zu lernen, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Wir sind im Viertelfinale hauchdünn ausgeschieden, das müssen wir mitnehmen und dann werden wir versuchen, nächste Saison wieder anzugreifen. Wir haben im Sommer die Klubweltmeisterschaft und in fünf Monaten wieder die Champions League. Wir können zwar enttäuscht sein, aber trotzdem erhobenen Hauptes hier rausgehen.“
Chefcoach Vincent Kompany
„Im Fußball geht es immer um Details – um diese kleinen Schritte, die in solchen Spielen den Unterschied machen. Es ist natürlich schade für uns. Wenn man den Verlauf beider Spiele anschaut, kann man sich eigentlich kaum mehr wünschen. Und trotzdem fehlen uns am Ende die Tore. Natürlich wissen wir, dass sie offensiv stark sind. Ob nach zwei Ecken oder auf eine andere Weise – sie bleiben immer gefährlich. Aber wir waren das auch. Wir hatten viele Chancen. Deshalb ist es umso bitterer.
Aber es liegt nicht in meiner Natur, jetzt zurückzublicken und zu hadern. In fünf Monaten startet die neue Champions League-Saison. Das Finale in München gibt es für uns nicht mehr – aber es wird noch viele Spiele in München geben. Und dann beginnt eine neue Geschichte, wieder mit Hoffnung, wieder mit dem Gefühl, dass wir es schaffen können.“
Kapitän Thomas Müller nach seinem letzten CL-Spiel für seinen Herzensverein
„Natürlich sind wir enttäuscht. Wobei, was heißt enttäuscht? Ich bin gar nicht so richtig enttäuscht, weil am Ende spielen wir eben Fußball. Ich bewerte Spiele immer ein bisschen für mich persönlich: Habe ich alles gegeben? Kann ich in den Spiegel schauen? Hat die Mannschaft alles gegeben? Dann kann man auch in den Spiegel schauen. Klar, wir können diskutieren, aber wir spielen gegen die beste Mannschaft Italiens, die in der gesamten Champions League-Saison vor diesem Spiel nur zwei Gegentore bekommen hat. Und wir hatten Chancen über Chancen – oder zumindest Halbchancen. Wir machen ein Tor, gehen 1:0 in Führung, kommen gut ins Spiel – aber natürlich, sind sie auch gut. Am Ende geht dann in den letzten fünf Minuten vielleicht noch einer rein, dann stehen wir anders hier.“
Harry Kane, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0
„Natürlich ist es schwer, jetzt vom Platz zu gehen, nachdem wir alles gegeben haben, um das Spiel zu gewinnen. Wir hatten in beiden Spielen genügend Chancen, um mehr Tore zu erzielen. Und heute Abend zwei Tore nach Standardsituationen zu kassieren, ist bitter. Wir waren am Ende sehr nah dran. Aber in so großen Spielen kommt es auf die Momente an, und die haben sie besser genutzt als wir.
Es war eine lange, harte Saison in der Champions League mit vielen Spielen, natürlich auch mit dem zusätzlichen Qualifikationsspiel, aber ich hatte das Gefühl, dass wir im Laufe des Wettbewerbs immer besser geworden sind. Wenn wir auf die beiden Spiele zurückblicken, können wir definitiv sagen, dass wir jedes Team der Welt schlagen können. Aber so ist Fußball, wir dürfen uns die Saison nicht verderben lassen. Wir haben in der Bundesliga die Chance, den Titel zurückzuholen.“
Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com
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Eric Dier, Torschütze zum 2:2
„Ich denke, dass wir alles versucht haben, um zu gewinnen. Wir haben es bis zum Schluss probiert, aber es hat nicht gereicht. Im Viertelfinale der Champions League kann alles passieren, es gibt nur starke Mannschaften. Wir haben das Spiel kontrolliert und in beiden Spielen viele Chancen gehabt, um mehr Tore zu schießen. Bei den Gegentoren hätten wir es besser machen können.“
Inter-Coach Simone Inzaghi
„Diese Nächte bleiben für immer. Gegen solch einen Gegner weiterzukommen, ist extrem schwierig. Wir haben es gemeinsam mit unseren Fans im Rücken geschafft. Wir haben mit großer Intensität gespielt. Bayern ist ein großes Team. Wir haben viele Opfer bringen müssen. Ich bin sehr zufrieden, was meine Mannschaft gezeigt hat.“
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