Hoeneß genervt von Matthäus: „Hat nicht alle Tassen im Schrank“
VonPeter Grad
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Der FC Bayern und Nationalspieler Nick Woltemade sind sich über einen Wechsel einig. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus mischt sich in die Diskussionen über die Ablösesumme ein, was Uli Hoeneß mächtig ärgert.
München – Das große Interesse des FC Bayern am VfB-Torjäger Nick Woltemade beherrscht seit einigen Tagen die Schlagzeilen. In diesem Zusammenhang findet FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß harsche Worte für die Einmischung des früheren Bayernspielers und heutigen Sky-Experten Lothar Matthäus.
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FCB und Woltemade einig - wie hoch sind tatsächlich die VfB-Forderungen?
Der FC Bayern möchte Nick Woltemade verpflichten, der U21-Vize-Europameister möchte zum FC Bayern. Das steht mittlerweile laut übereinstimmenden Medieninformationen, aber auch anhand der Verhaltensmuster aller beteiligten Parteien fest. Die dritte Partei ist Bundesligist VfB Stuttgart, der aktuelle Arbeitgeber, bei dem der Torschützenkönig der abgelaufenen U21-Europameisterschaft einen Vertrag bis 2028 ohne Ausstiegsklausel besitzt. Die Ablöse ist somit frei verhandelbar.
Dies dürfte die Angelegenheit sehr schwierig gestalten, denn die ob des drohenden Abgangs wenig begeisterten Schwaben wollen offenbar einen Mondpreis für den 2-fachen A-Nationalspieler abrufen, den sie vor einem Jahr noch ablösefrei vom Ligakonkurrenten Werder Bremen erworben haben. Während sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters bei einem derzeitigen Marktwert von 30 Millionen Euro eine Ablösesumme in Höhe von ca. 50 Millionen für den flexibel einsetzbaren Offensivspieler vorstellen können, kursierten zuletzt angebliche Forderungen aus Stuttgart von 80 bis 100 Millionen Euro.
Matthäus´ Jonglieren mit gewaltigen Summen erzürnt Hoeneß
Der 64-jährige Matthäus hat nun in der BILD seine Meinung zur Gemengelage geäußert: „Ich sage es schon seit längerer Zeit: Woltemade ist einer für den FC Bayern. Und ich finde es richtig, dass Bayern sich um ihn bemüht. Wobei ich 60 Millionen Ablöse zu wenig finde. Wären 80 bis 100 Millionen genannt worden, hätte mich das nicht überrascht.“
Eine Aussage, die beim Rekordmeister Kopfschütteln ausgelöst hat und beim Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß zur Eruption führte. Der Weltmeister von 1974 gegenüber dem kicker: „Lothar Matthäus hat nicht alle Tassen im Schrank“. Dieser trage keinerlei Verantwortung, werfe aber ähnlich wie schon im Fall Florian Wirtz mit astronomischen Zahlen um sich.
FCB-Ehrenpräsident sieht VfB unter Druck gesetzt
Interessant ist dabei Hoeneß´ weitere Argumentation, denn der heutige FCB-Aufsichtsrat sieht mit solchen Aussagen von Matthäus vor allem den VfB unter Druck gesetzt, der am Ende bei einer niedrigeren Ablöse öffentlich als Verlierer dastehen würde.
Allgemein geht Hoeneß die Meinungsmache von einigen Ex-Spielern gehörig gegen den Strich: „Diese Experten sind mir schon lange ein Dorn im Auge“, und nennt dabei neben Matthäus noch Didi Hamann, Fredi Bobic für seine aktuellen Statements bei der Klub-WM, aber auch Michael Reschke, der einst zu Zeiten von Pep Guardiola als Technischer Direktor an der Säbener Straße fungierte..