Schwieriger Start abgeschüttelt: Eintracht-Gewinner nach dem Marmoush-Abgang
VonChristopher Michel
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Jean Matteo-Bahoya musste lange warten, bis er Eintracht Frankfurt helfen konnte. Nach dem Verkauf von Omar Marmoush öffnete sich die Tür.
Frankfurt – Als Omar Marmoush am 14. Januar dieses Jahres sein letztes Spiel für Eintracht Frankfurt bestritten hatte, musste Trainer Dino Toppmöller an einer neuen Lösung für die Offensive tüfteln. Der Ägypter war der Superstar des Teams, Manchester City legte für ihn über 80 Millionen Euro auf den Tisch.
Bahoya hat von Marmoush-Abgang bei der Eintracht profitiert
Der Coach holte das längst verstaubte 4-2-3-1-System aus der Mottenkiste und band Jean-Matteo Bahoya ein. Der linke Flügelspieler kam im Januar 2024 als 18-Jähriger für rund acht Millionen Euro aus der zweiten französischen Liga. Es dauerte rund zwölf Monate, bis er bei den Hessen durchstarten konnte. Die Geduld mit ihm hatte sich ausgezahlt, im Endspurt war Bahoya mit seinen Toren und Vorlagen in Bundesliga und Europa League wichtig.
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Der inzwischen 20 Jahre alte Rechtsfuß, der von der linken Außenbahn gerne nach innen zieht und dann mit seinem starken rechten Fuß präzise in Richtung zweiter Pfosten flankt, sagte im Gespräch mit Ouest France: „In den ersten sechs Monaten der Saison war die Mannschaft auch ohne mich leistungsstark. Daher war es kompliziert, ein erfolgreich spielendes Team zu verändern.“ Nach dem Marmoush-Weggang nutzte er die Gunst der Stunde und wurde so zu einem der großen Gewinner im Eintracht-Kader.
Bahoya blickte zurück: „Als Omar Marmoush im Winter ging, konnte ich mehr spielen und meine Chance nutzen. Deshalb hatte ich in der Rückrunde viel Spielzeit.“ 14 seiner wettbewerbsübergreifend 15 Startelf-Einsätze hatte der französische U21-Nationalspieler im Jahr 2025. Endlich angekommen bei der Eintracht! So lautet die Headline bei dem Youngster. Sein Marktwert kletterte daher bereits auf 17 Millionen Euro.
Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Doch es hat gedauert, bis sein Potenzial erkennbar wurde. Im Duell beim VfL Bochum erzielte er nicht nur seinen ersten Bundesligatreffer, er knackte auch noch den Geschwindigkeitsrekord (37,16 km/h). Das Selbstvertrauen wuchs mit jeder gelungenen Aktion. Davon gab es gerade in den ersten Partien nicht viele.
Der Profi selbst erkannte „drei verschiedene Zeiträume“ seit seiner Ankunft in der Mainmetropole: „Nach sechs Monaten konnte ich bereits mit meinen Teamkollegen Englisch sprechen und es war einfacher, ich fühlte mich schon wohler in der Gruppe. In den ersten sechs Monaten dieser Saison war es anders: Es lag nicht daran, dass ich mich nicht wohlfühlte, sondern dass die Mannschaft auch ohne mich Leistung brachte.“
Eintracht-Tempodribbler sieht drei verschiedene Phasen
Es war eine Geduldsprobe für den Tempodribbler. Er musste auf seine Chance lauern. In der Vorrunde konnte er diese beispielsweise beim 7:2-Erfolg gegen den VfL Bochum nicht nutzen, agierte unauffällig. Besser lief es in der Rückserie, beginnend mit einem tollen Tor in der Europa League gegen Ajax Amsterdam (4:1).
Der Knoten war geplatzt, weshalb Bahoya zufrieden feststelle: „In den letzten sechs Monaten konnte ich dann zeigen, dass ich den Wechsel wirklich gut verkraftet hatte.“ Daran gilt es für ihn in der Saison 2025/26 anzuknüpfen. Die Bühne Champions League soll nämlich auch die von Jean-Matteo Bahoya werden.