Nicht nur Sohn und Neffe

Sebastian Hoeneß ist der Erfolgstrainer des VfB Stuttgart – seine Geschichte

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Sebastian Hoeneß ist seit April 2023 Trainer des VfB Stuttgart und führte die Schwaben in die Champions League sowie zum DFB-Pokalsieg. Das ist seine Geschichte.

Stuttgart - Sebastian Hoeneß ist der Erfolgstrainer des VfB Stuttgart. Zuvor arbeitete er als Chefcoach bei der Reserve des FC Bayern München, ehe er sein Bundesligadebüt bei der TSG 1899 Hoffenheim gab. Im April 2023 übernahm er beim VfB Stuttgart.

NameSebastian Hoeneß
Geboren12. Mai 1982 in München
Familiärer HintergrundSohn von Dieter Hoeneß (ehemaliger Fußballprofi und Manager), Neffe von Uli Hoeneß (ehemaliger Fußballprofi und Manager)
SpielerstationenVfB Stuttgart II, TSG 1899 Hoffenheim, Hertha BSC II, TSG 1899 Hoffenheim II
TrainerstationenFC Bayern München U19, FC Bayern München II, TSG 1899 Hoffenheim, VfB Stuttgart
Erfolge als TrainerDFB-Pokalsieger mit dem VfB Stuttgart (2025), Deutscher Vizemeister mit dem VfB Stuttgart (2023/24), Meister der 3. Liga mit dem FC Bayern München II (2019/20)

Sebastian Hoeneß wurde als Spieler beim VfB Stuttgart ausgebildet

Als Spieler gelang Hoeneß der Sprung auf die Bundesligabühne dagegen nicht. Der geborene Münchner, der am 12. Mai 1982 das Licht der Welt erblickte, begann das Fußballspielen unweit der bayrischen Landeshauptstadt beim TSV Ottobrunn, bevor es weiter zum TSG Grötzingen ging. Anschließend durfte er die Ausbildung des VfB Stuttgart genießen, wo er bis zum Alter von 17 Jahren kickte. Damals gelang ihm 1999 der Gewinn der B-Junioren-Meisterschaft. Daraufhin zog es ihn zu Hertha BSC. 2001 schaffte Hoeneß bei der Alten Dame schließlich den Sprung in den Herrenbereich.

Sebastian Hoeneß stieg mit Hertha BSC in die Regionalliga auf

Mit der Reserve holte der offensive Mittelfeldspieler die Meisterschaft, doch der Aufstieg in die damalige drittklassige Regionalliga blieb ihm und seinen Teamkollegen verwehrt. Die 2. Mannschaft aus Berlin scheiterte in den Aufstiegsspielen gegen Dynamo Dresden. In der Saison 2003/04 holte Herthas Reserve mit Hoeneß erneut den Titel und feierte im Anschluss nach den Entscheidungspartien gegen den VFC Plauen den Aufstieg in die Regionalliga Nord.

Satte acht Spielzeiten absolvierte Hoeneß bei Herthas zweiten Garde, was unterm Strich 160 niederklassige Partien bedeutete. Er erzielte 29 Tore. 2006/07 kickte er für die gerade aufstrebende TSG 1899 Hoffenheim dreimal in der Regionalliga Süd. In fünf Partien stand er außerdem für deren Reserve auf dem Platz, die in der Oberliga Baden-Württemberg startete. 2007 wechselte er zurück zu Herthas Reserve, ehe Hoeneß 2007 seine Fußballerkarriere beendete.

Sebastian, der Neffe von Uli und der Sohn von Dieter Hoeneß

Schon früh als Kind war Sebastian Hoeneß so nah am Profifußball dran wie nur wenige, was vor allem an seiner Familie liegt. Denn sein Vater war selbst Profi. Dieter Hoeneß spielte unter anderem für den VfB Stuttgart (1975-1979) und den FC Bayern München (1979-1987). Für die Nationalmannschaft stand Dieter Hoeneß sechsmal auf dem Platz. Später war er als Funktionär beim VfB Stuttgart, sodass Sohn Sebastian seine spätere Trainerstation schon als Kind kennenlernte.

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß feiert mit den Fans in der Saison 2023/24 den Einzug in die Champions League.

Neben Dieter ist natürlich auch Sebastians Onkel Uli ein Grund, weshalb der Name Hoeneß einer der bekanntesten in Fußballdeutschland ist. Die berühmte Verwandtschaft ist jedoch nichts, womit Sebastian Hoeneß gerne hausieren geht. Im Gegenteil: Man hat den Eindruck, es stört ihn eher. Er will unabhängig davon als Trainer wahrgenommen werden.

Sebastian Hoeneß startet als Trainer beim FC Bayern München durch

Als Coach machte Sebastian Hoeneß seine ersten Schritte bei der U19 von Hertha 03 Zehlendorf, ehe es ihn zu RB Leipzig (erst U17, dann U19) zog. 2017 ging es für ihn zurück in seine Geburtsstadt in den Nachwuchsbereich des FC Bayern. Zunächst coachte er die U19, bevor er bei der Reserve an der Seitenlinie stand und ihm dort der Durchbruch gelang. Denn mit der zweiten Garde der Münchner holte Hoeneß die Meisterschaft in der 3. Liga.

TSG 1899 Hoffenheim: Bundesligadebüt bei den Kraichgauern

Mit diesem Erfolg geriet der Coach ins Visier der TSG 1899 Hoffenheim, wo er als Spieler schon Station gemacht hatte. Zur Saison 2020/21 löste er dort schließlich Alfred Schreuder als Cheftrainer ab und feierte somit sein Bundesligadebüt an der Seitenlinie. In der ersten Saison wurde Hoeneß mit der TSG Elfter. In der Hinrunde der zweiten Spielzeit spielte Hoffenheim groß auf und belegte nach 17 Spieltagen den fünften Rang. Anschließend fiel die Leistung jedoch ab und man verpasste als Neunter das internationale Geschäft. Zu wenig für die Ansprüche der Hoffenheimer, sodass es nach der Saison zur Trennung kam.

Beim VfB Stuttgart schreibt Sebastian Hoeneß eine Erfolgsgeschichte

Eine neue Chance bekam Hoeneß bei seinem Jugendverein VfB Stuttgart. So lotsten ihn Vorstandschef Alexander Wehrle und Sportdirektor Fabian Wohlgemuth an den Neckar. Dort übernahm Hoeneß im April 2023 das Cheftraineramt von Bruno Labbadia und führte den damals stark abstiegsbedrohten Bundesligisten zum Klassenerhalt.

Doch das war nur der Beginn einer Erfolgsgeschichte. In der darauffolgenden Saison gelang Hoeneß mit dem VfB Historisches: 73 Punkte in einer Bundesligasaison holten die Stuttgarter bis dahin noch nie. Damit landete der VfB in der Saison 2023/24 sogar vor dem FC Bayern München und wurde hinter Bayer 04 Leverkusen Vizemeister. Durch den 2. Platz qualifizierte sich der VfB für die Champions League und spielte in der Folgesaison gegen europäische Schwergewichte wie Real Madrid, Juventus Turin und Paris St. Germain.

Der Gewinn des DFB-Pokals mit dem VfB Stuttgart in der Saison 2024/25 ist der bislang größte sportliche Erfolg in der Karriere von Sebastian Hoeneß.

Das erfolgreichste Highlight folgte dann in der Saison 2024/25. Der VfB Stuttgart zog ins DFB-Pokalfinale ein und feierte nach einem 4:2-Sieg gegen Arminia Bielefeld den ersten Titelgewinn seit der bislang letzten Bundesliga-Meisterschaft in der Saison 2006/2007. Der insgesamt vierte Pokaltitel des Traditionsklubs markiert auch den größten Erfolg in der Karriere von Sebastian Hoeneß.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sportfoto Rudel

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