Eintrachts Bahoya: 20 Tore dürfen es ruhig sein – oder auch ein paar mehr
VonJosef Schmitt
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Eintracht-Doppelpacker Jean-Matteo Bahoya hat ein sehr ambitioniertes Ziel und will in dieser Saison durchstarten.
Frankfurt – Drei Tore hat Jean-Matteo Bahoya in der gesamten vergangenen Saison für die Frankfurter Eintracht geschossen, zwei in der Bundesliga bei 24 Einsätzen, eins in der Europa-League bei neun Einsätzen. Drei Tore hat Jean-Matteo Bahoya zum Start in die neue Saison innerhalb von einer Woche geschossen. Eins im Pokal beim 5:0 der Eintracht gegen den FV Engers, nun zwei im ersten Ligaspiel gegen Werder Bremen. Deutlicher und spektakulärer könnte eine persönliche Entwicklung nicht unterstrichen werden.
Den Trainer dürfte das ganz besonders freuen. „Den größten Schritt, den er machen muss, ist die Torgefahr zu erhöhen“, hatte Dino Toppmöller dem 20 Jahre alten Talent mit auf den Weg in diese Spielzeit gegeben. Bahoya hat einen guten Weg eingeschlagen.
„Sein taktisches Verhalten ist herausragend“
Vieles andere habe der vor eineinhalb Jahren für erstaunliche acht Millionen Euro Ablöse vom SCO Angers aus der zweiten französischen Liga geholte Linksaußen in seinem Spiel schon verbessert. „Sein taktisches Verhalten ist herausragend“, lobt Toppmöller, „er hat in den letzten Wochen einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.“
Was gegen Bremen eindrucksvoll zu besichtigen war: Bahoya war nicht mehr nur der Flügelflitzer, der mit seiner kaum aufzuhaltenden Geschwindigkeit Angst und Schrecken beim Gegner verbreitete. Die Schnelligkeit des französischen U 21-Nationalspielers ist ja schon länger bekannt. Seit dem Spiel im März in Bochum führt er die Liste der schnellsten Spieler der Bundesliga an. Damals wurde er mit einer Geschwindigkeit von 37,16 kmh „geblitzt“. Wie ein Blitz war er auch gegen Bremen unterwegs.
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Aber Bahoya ist inzwischen mehr als nur ganz schnell rennen. Er beherzigt die Aufforderung durch den Trainer, seine Tempovorteile auch vermehrt in Dribblings einzubringen. Also los mit dem Ball, drauf auf den Gegner, am besten schnell vorbei. Das klappt nicht immer, aber immer öfter. „Ich habe den Raum und die Freiheit, meinen Fußball zu zeigen“, sagte er zum Spiel gegen Bremen.
Nach dem Abpfiff stand der Mann mit der lustigen Dreadlock-Frisur scheinbar mit genauso viel Spaß vor den Medienvertreten wie vorher auf dem Rasen, offen, freundlich, natürlich auch bestens gelaunt. Es wurde deutlich, dass es ihm an Selbstvertrauen nicht mangelt, dabei wirkte er in keiner Sekunde überheblich.
Mit Kopf geht auch
Natürlich sei er „happy“ über seinen ersten Doppelpack im Profifußball und es könne durchaus sein, „dass es mein bestes Spiel für die Eintracht war.“ Dass er zum 2:0 mit dem Kopf getroffen hatte, war auch für ihn etwas Besonderes. „Ich bin ja nicht der beste Kopfballspieler“, sagte er, „aber ich habe es im Training geübt.“
Ein paar Selbsteinschätzungen und ein paar Zukunftspläne ließen dann aufhorchen. „Ich habe mit viel Energie, Speed und Selbstvertrauen gespielt und hoffe, dass es nur der Beginn war“, sagte er, „ich hoffe, dass ich noch mehr Tore in dieser Saison schießen kann.“ Natürlich kam die Frage, wie viele Treffer er sich denn zutraue? Bahoya blieb die Antwort nicht schuldig. „Vielleicht schaffe ich zwanzig oder mehr Tore“, sagte er lächelnd, aber voller Ernst. Das wären mehr als sein bester Kumpel aus der letzten Saison, Hugo Ekitiké, geschossen hat. Der hatte in der Liga 15-mal getroffen, spielt jetzt beim FC Liverpool.
Dass Bahoya trotz seiner Galavorstellung nach 67 Minuten ausgewechselt wurde, war eine Demonstration der Frankfurter Stärke. Ansgar Knauff war für ihn gekommen. Der 21-Nationalspieler ist fast genauso schnell wie Bahoya, mit 23 Jahren nicht so viel älter als sein Kollege – und machte mit seinem Tor zum 4:1 den Deckel drauf aufs Spiel, ein Treffer mit links übrigens. Das hat Seltenheitswert beim sympathischen Mann aus Göttingen. „Mit Ritsu Doan, Jean-Mattéo und mir haben wir drei Flügelspieler, die alle ihre Qualitäten und in den ersten beiden Spielen getroffen haben“, sagte Knauff, „wir pushen uns gegenseitig. Alle sind bereit, wenn sie gebraucht werden.“ Schöne Aussichten für den Trainer.
Verwechslung
Moderatorin Katharina Kleinfeldt hat sich nach der kuriosen Spieler-Verwechslung bei der Sky-Übertragung des Spiels Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen (4:1) zerknirscht gezeigt. „Die Situation ist mir sehr unangenehm und ärgert mich“, sagte die Journalistin. Sie hatte Bremens Marco Friedl und den Frankfurter Michael Zetterer verwechselt. Friedl hatte nach einem Trikottausch mit seinem ehemaligen Kollegen Zetterer ein Jersey der Eintracht getragen und wurde von Kleinfeldt auf den vermeintlichen Sieg angesprochen. Der verdutzte Friedl sagte daraufhin: „Ich bin Bremen-Spieler.“ hel