Neuer Bayern-Coach zeigt Wirkung

Tuchel sorgt für Wandel bei Sané: Vom Sorgenkind zum Senkrechtstarter

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Viel wurde in den vergangenen Tage über Leroy Sané beim FC Bayern geredet. Zu viel für den Geschmack von Thomas Tuchel. Doch der FCB-Star überzeugte gegen den BVB.

München – Am Montag (3.), um 13.30 Uhr, bittet Thomas Tuchel zur nächsten Pressekonferenz. In Englischen Wochen geht es für den FC Bayern – und seinen Trainer – traditionell Schlag auf Schlag, der Blick nach dem 4:2 zum Einstand gegen Borussia Dortmund richtet sich auf das Pokal-Viertelfinale am Dienstag gegen den SC Freiburg.

Und auch wenn es für den 49 Jahre alten Nachfolger von Julian Nagelsmann erst der vierte Auftritt auf dem offiziellen Podium des FC Bayern sein wird, hat er schon bemerkt, dass es Dinge gibt, die jedes Mal auf der Agenda stehen. In Tuchels Fall ist das: Leroy Sané.

Name: Leroy Sané
Geburtsdatum: 11. Januar 1996 (27 Jahre)
Verein: FC Bayern München
Position: Rechtsaußen
Marktwert: 70 Millionen (Quelle: transfermarkt.de)

Thomas Tuchel erstaut über Leroy Sané: „Es geht extrem viel um Leroy“

„Ich bin erstaunt, es geht extrem viel um Leroy“, sagte der Coach am Samstagabend, als er – na klar! – auf eines der größten Sorgenkinder in jenem Luxuskader angesprochen wurde, den ihm sein neuer Arbeitgeber da zur Verfügung gestellt hat.

Demonstrativ, führte Tuchel aus, wolle er seinen so häufig in der Kritik stehenden Schützling da „in Schutz nehmen. Es ist nicht angemessen, in jeder Pressekonferenz über Leroy zu sprechen.“ Natürlich ist sich aber auch der neue Mann an der Seitenlinie darüber bewusst, dass es an der Inkonstanz des Nationalspielers liegt, wie häufig unter- oder überdurchschnittliche Leistungen – wie gegen Dortmund – zum Thema werden.

Leroy Sané (r.) zeigte eine starke Leistung beim Debüt von Thomas Tuchel.

Leroy Sané beim FC Bayern: Wohlfühl-Profi bekommt von Tuchel viel Aufmerksamkeit

Weil es dem 27-Jährigen unter Nagelsmann nicht gelang, sein Potenzial auszuschöpfen, ist Tuchel nun mit dieser Aufgabe betraut worden. Er gab dem sogenannten Wohlfühl-Profi in seinen ersten Tagen an der Säbener Straße einen öffentlichkeitswirksamen Tritt in den Hintern und bat ihn auch hinter den Kulissen zu mehreren Einzelgesprächen. Das Ergebnis war gegen den BVB recht eindrucksvoll anzusehen.

„Leroy hat ein gutes Spiel gemacht“, sagte Hasan Salihamidzic, Herbert Hainer ging noch einen Schritt weiter, als er ausführte: „Leroy ist ja ein exzellenter Fußballer, einer der besten in Europa, wenn er das, was er kann, auf den Platz kriegt.“ Im Topspiel war ihm das gelungen, obwohl er von Tuchel auf die eigentlich ungeliebte rechte Seite beordert worden war. Trotzdem harmonierte die Offensivreihe um die Torschützen Coman und Müller prächtig.

Leroy Sané an drei Treffern gegen den BVB beteiligt

Sané war zwar selbst kein Treffer gegönnt, er war aber drei Mal beteiligt, als der Ball im Netz zappelte. Als Gregor Kobel der folgenschwere Patzer unterlief, der schon in der 13. Minute spielentscheidenden Charakter hatte, war er vom heraneilenden Sané irritiert worden; als Kobel den Ball vor dem 3:0 nach vorne abwehrte und Müller zur Stelle war, hatte Sané geschossen; und als Coman nach einem sehenswerten Angriff das 4:0 gelang, kam der Pass von Sané.

Tuchel sprach von „Licht und Schatten“, hatte aber „viele gute Aktionen gesehen, auf denen wir aufbauen können“. Der Trainer verfolgt einen klaren Plan im Umgang mit den Stars – und schob nicht ohne Hintergedanken hinterher: „Leroy ist in einem Alter, in dem sich die Weichen gnadenlos stellen. Es liegt hauptsächlich an ihm, das komplett auszuschöpfen.“ Hop oder top? Das Trainerteam werde ihn am Scheideweg „unterstützen“. Es passt natürlich, dass Salihamidzic angeblich weiß, „welche Stellschrauben bei Leroy noch gedreht werden müssen“.

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Stammplatz für Leroy Sané? Jamal Musiala und Sadio Mané drängen in die erste Elf

Sané hatte das Glück, zu den elf Auserwählten in der von Tuchel angekündigten „unfairen Aufstellung“ zu gehören. Und er lieferte wie seine Nebenmänner beste Argumente, den Platz auch in den kommenden wegweisenden Partien nicht räumen zu müssen.

Dass von der Bank namhafte Kollegen wie (der angeschlagene) Jamal Musiala und Sadio Mané kamen, hat er jedoch freilich registriert. Sogenannte „Härtefälle“ waren am Samstag noch kein Thema. Aber nach der Pressekonferenz ist ja bekanntlich vor der Pressekonferenz. Hanna Raif, Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © IMAGO / Ulmer/Teamfoto/RHR-Foto

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