Super-G in Livigno

Simon Jocher holt Platz fünf und löst sein Olympia-Ticket

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Strahlemann im Ziel: Mit Startnummer 32 fuhr der Schongauer Simon Jocher beim Super G in Livigno auf Platz 5 , das beste Ergebnis seiner Karriere.
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Der Schongauer fuhr beim Weltcup sein bestes Karriereergebnis. Damit erfüllte Simon Jocher die Norm für die Winterspiele in Mailand.

Er hatte die Strecke eigenem Bekunden nach lange besichtigt und offensichtlich gut aufgepasst: Mit einem Traumlauf fuhr Simon Jocher am Samstag beim Weltcup-Super-G im italienischen Livigno auf Rang fünf, zeitgleich mit dem Italiener Dominik Paris. Der 29-jährige Schongauer hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Zum einen war es das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere, zum anderen – und das war noch wichtiger – erfüllte Jocher die Olympia-Norm für die Winterspiele im Februar in Mailand.

Schon wenige Sekunden nach der Zieleinfahrt hatte Jocher registriert, dass ihm da ein ganz hervorragender Lauf gelungen war. Mit einem langgezogenen „Jaaa“ und geballter Faust schwenkte er ab. „Endlich konnte ich im Super G zeigen, was ich kann“, sagte er hinterher bei einem von mehreren Fernseh-Interviews. In den beiden Wettbewerben zuvor in dieser Disziplin war die Ausbeute bislang eher mager gewesen. In Beaver Creek wurde das Rennen abgebrochen, ehe der Schongauer an der Reihe war, in Gröden reichte es mit Rang 29 zumindest zu zwei Weltcup-Punkten. Mit einem 14. Platz bei der Abfahrt von Gröden kurz vor Weihnachten hatte Jocher zumindest schon die halbe Olympia-Norm erfüllt.

Auf der vergleichsweise kurzen, aber dennoch anspruchsvollen Strecke von Livigno – die Zeit von Sieger Marco Schwarz aus Österreich betrug 1:10,33 Minuten – waren die Abstände gering. Der Rückstand Jochers auf den drittplatzierten Schweizer Franjo van Allmen (1:10,58) betrug lediglich sechs Hundertstelsekunden, was er mit gemischten Gefühlen hinnahm. „Das ist natürlich ärgerlich, aber auch cool, dass man so nahe dran ist“, so der Schongauer.

Trotz der Freude über sein tolles Ergebnis und das Startrecht bei Olympia: Abheben wird Simon Jocher deswegen wohl nicht. Auf die Frage eines BR-Reporters, ob er sich jetzt den einen oder anderen Bombardino, eine Eierlikörspzialität aus der Region Livigno, einverleiben werde, antwortete der 29-Jährige: Er werde diese Spezialität möglicherweise probieren, wenn auch in Maßen. „Ich muss heute noch mit dem Auto heimfahren“, sagte er und strahlte dabei über das ganze Gesicht.

Jocher kann seinen Erfolg jetzt einige Tage auskosten. Weiter geht‘s in etwas mehr als zwei Wochen mit den Speedrennen in Wengen (16. und 17. Januar). Eine Woche später steht mit Kitzbühel ein weiterer Klassiker im Terminplan.

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