82. Weltcup-Erfolg

Historischer Rekord: Vonn & Co. verneigen sich vor Super-Shiffrin - ihr Freund verhinderte den Rücktritt

  • schließen

Mikaela Shiffrin knackt in Slowenien den Rekord von Lindsey Vonn. Die Ski-alpin-Prominenz ist voll des Lobes über die erst 27-jährige Konkurrentin.

Krajnska Gora - Bei ihrem ersten Versuch auf Skiern landete Mikaela Shiffrin als Vierjährige kopfüber im Tiefschnee. „Ich dachte, ich bin gefangen. Hier komme ich nicht mehr raus“, verriet die US-Amerikanerin jüngst. Zum Glück zog sie ihr Vater Jeff an den Füßen wieder an die Luft. 23 Jahre später hat Shiffrin mit nur 27 Jahren den Siegrekord (82) von Landsfrau Lindsey Vonn geknackt – vor ihr liegt nur noch Ingemar Stenmark (86). Noch, denn der große Schwede sagte bereits 2019 bei der WM in Are: „Mikaela wird mehr als 100 Rennen gewinnen – und das macht mir überhaupt nicht aus.“

Shiffrin knackt Ski-alpin-Rekord von Vonn - Neu gewonnene Stärke nach Olympia-Knick

Ähnlich blickte am Sonntag auch Vonn in die Zukunft: „Rekorde sind dafür da, um gebrochen zu werden. Für sie ist der Himmel die Grenze. Sie wird den neuen Standard setzen.“

Wie auf Schienen unterwegs: Rekordsiegerin Mikaela Shiffrin nach ihrem Weltcupsieg in Krajnska Gora (Slowenien).

Schon nach ihrem ersten Slalom-Olympiasieg 2014 prophezeiten sämtliche Experten Historisches, und Shiffrin erfüllte ihre Voraussagen mit drei Gesamtweltcupsiegen und allerlei Medaillen. Doch bei Olympia vor einem Jahr in Peking erfuhr ihre Karriere einen unerwarteten, großen Knick: kein Edel­metall und drei Ausfälle bei ihren fünf Starts.

Ski alpin: Mikaela Shiffrin Bestmarke von Vonn - Hinfallen als Chance, neu aufzustehen

Die junge Frau aus Vail, die jeden Schwung auf den brettharten Pisten des Ski-Zirkus so butterweich aussehen lässt, hatte ihre Selbstsicherheit verloren. Das lag auch daran, dass sie noch am überraschenden Tod ihres Vaters zu knabbern hatte, der zu Hause vom Dach gestürzt war. Einer, der ihr aus dem Tief – Shiffrin dachte sogar an den Rücktritt – half, war ihr Freund Aleksander Aamodt Kilde, Ski-Profi aus Norwegen.

Aleksaner Aamodt Kilde und Mikaela Shiffrin sind seit Ende 2021 ein Ski-Traumpaar.

„Alex war einer der ersten Menschen, mit dem Mika wieder Spaß an Gesprächen hatte“, sagte ihre Mutter Eileen. Shiffrin schwärmte im TV-Sender NBC von Kilde: „Ich habe so viel gelernt von ihm, von seiner positiven Einstellung.“ Sie selbst hat durch Olympia und die Gespräche mit ihrem Freund ein neues Lebensmotto gefunden: „Hinzufallen gibt dir die Chance, jedes Mal wieder aufzustehen und neue Erfolge zu feiern.“

Für die Konkurrenz im Ski alpin muss das fürchterlich klingen, schon jetzt ist ihr Erfolg fast schon unheimlich. Bei 232 Starts war sie 82 Mal die Beste. Ihr Siegquotient von 0,352 Prozent ist spitze – vor illustren Helden wie Tennis-Größe Novak Djokovic (0,329) oder Golf-Idol Tiger Woods (0,221).

Rubriklistenbild: © S.Jansen M.Kainulainen/dpa

Kommentare