VonAndreas Knoblochschließen
Es war ein kleiner Schock für den schwedischen Ski-Alpin-Zirkus. Die 24-jährige Abfahrtshoffnung Olle Sundin beendete überraschend seine Karriere.
Djurgårdens - Ingemar Stenmark, André Myhrer, Pernilla Wiberg oder Anja Pärson sind nur ein paar ausgewählte Namen, die sich in die Wintersporthistorie eingetragen haben. Alle genannten Personen sind Schweden, die bei Olympia auf dem Treppchen standen. Einer, der sich nicht verewigen wird, ist der 24-jährige Olle Sundin, der eigentlich als Hoffnung galt. Der schwedische Ski-Verband hat mit einer kleinen Rücktrittswelle zu kämpfen, die schwer zu verkraften ist.
Dieser Artikel stammt aus dem September und zählt zu jenen, die 2022 auf besonderes Interesse gestoßen sind. Deswegen präsentieren wir Ihnen diesen zum Jahresende erneut.
Ski-Alpin-Hoffnung Sundin hat „keine Motivation mehr“
Erst gab der 31-jährige Teamkollege Alexander Köll seinen Rücktritt bekannt. „Um meine nächsten persönlichen Ziele zu erreichen, muss ich 100 Prozent fit sein und ich merke ganz deutlich, dass dem nicht so ist“, sagte Köll in einer Meldung des Verbandes. Karriereende im Alter von 31 Jahren? Nichts Ungewöhnliches. Karriereende mit 24? Das schon. Olle Sundin mag nicht mehr. Der Skifahrer und als großes Talent geltende Schwede hört auf.
„Ich habe einfach die Motivation und Freude am Skifahren verloren“, wird Sundin auf der Homepage des schwedischen Ski-Verbands zitiert. „Ich habe es schon letzte Saison gespürt, wollte es aber nochmal versuchen und nicht schon letzte Saison meine Karriere beenden“, so Sundin weiter. Das Gefühl änderte sich über die Sommerpause nicht. „Im Sommer hatte ich keine Zeit, über Skifahren nachzudenken, dann stand ich beim ersten Trainingslager da und merkte, dass ich damit fertig bin.“ Auch der deutsche Eisschnellläufer Joel Dufter beendete seine Karriere früh mit 27.
Für Ski-Hoffnung Sundin war das Karriereende schon länger eine Option
Ein laufender Prozess, der sich bei Sundin abzeichnete: „Es ist keine vorschnelle Entscheidung. Downhill-Rennen haben früher Spaß gemacht, letzte Saison war ich nach Wettkämpfen froh, wenn es endlich vorbei war.“ Er hat aber schon Pläne für die Zukunft. Seit 1. September betreut er eine Auktionsplattform mit zwei Kumpels. Auch ein Studium erwägt der Ex-Skifahrer. Programmieren, Technik und Design interessieren ihn. Auf Instagram postete er mehrere Fotos und ein Video, auf dem sogar König Carl XVI. Gustaf zu sehen ist.
„Ich werde mindestens ein Jahr arbeiten, dann werde ich sehen, ob ich ein Studium beginne oder dort weitermache“, erklärt Sundin, der durch die Ablenkung Skifahren nie in sich gehen konnte. Auf Instagram wünschten ihm viele Sportler viel Glück für die Zukunft, auch der Deutsche Simon Jocher.
Ski-Erfolge im Weltcup blieben für Sundin rar, im Europacup auf dem Podest
Sundin fuhr im Europacup mehrfach unter die Top-Ten und landete sogar einige Male auf dem Podest. Bei den Weltmeisterschaften bei den Profis kam er als 21-Jähriger im Jahr 2019 in Abfahrt und Super-G jeweils auf Platz 34 ins Ziel und schafft in der Super-Kombination sogar den Sprung in die besten 30. Bei seinen letzten drei Weltcuprennen im März 2022 stand er im Kader, schaffte es aber nie ins Ziel.
Im Wintersport-Zirkus gab es einige Rücktritte. Unter anderem die Deutsche Franziska Hildebrand meldete, dass sie sich aus dem Biathlon zurückzieht, weil sie Mutter wird. Auch Olympiasiegerin Justine Braisaz-Bouchet wird Mutter und setzt die Saison aus. Die Ski-Alpin-Spezialistin Francesca Marsaglia stellte nach einem Sturz auch ihre Ski in den Schuppen. (ank)
