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Trotz des herzzerreißenden Verlusts ihrer Schwester, nimmt Lucrezia Lorenzi am Levi-Slalom teil. Der Fernsehkommentator Felix Neureuther war tief bewegt.
Levi – Ende Oktober veränderte sich das Leben von Lucrezia Lorenzi dramatisch. Ihre jüngere Schwester Matilde, ein aufstrebendes Skitalent, verunglückte bei einem Trainingsunfall am Schnalstaler Gletscher tödlich. Matilde erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und verstarb im Krankenhaus. Trotz dieses unfassbaren Verlusts entschied sich Lucrezia, beim Weltcup-Slalom im finnischen Levi an den Start zu gehen. Sie wollte nicht nur für sich, sondern auch für ihre verstorbene Schwester fahren.
Emotionaler Moment beim Ski-Weltcup in Levi
Vor dem Rennen sagte Lucrezia geegüber der Gazzetta dello Sport: „Wir werden zu zweit Ski fahren, Matilde und ich. Das wird immer so sein.“ Mit dieser emotionalen Botschaft machte sie deutlich, dass sie die Erinnerung an ihre Schwester in jedem Rennen bei sich trägt.
Beim Slalom in Levi belegte sie den 44. Platz und schied im ersten Durchgang aus. Doch das Ergebnis war zweitrangig. Es war ihre Anwesenheit auf der Piste, die die Skiwelt bewegte.
Felix Neureuther, der das Rennen im BR kommentierte, kämpfte sichtlich mit den Tränen. „Das ist schon taff zu kommentieren. Es gibt Wichtigeres als den Skisport, das relativiert vieles“, sagte er mit brüchiger Stimme. Der 40-Jährige betonte, wie wichtig es sei, dass Lucrezia in der „Ski-Familie“ Trost und Unterstützung finde. Die emotionale Belastung war für alle Beteiligten spürbar, und Neureuther fand kaum Worte, um das Geschehene zu kommentieren.
TV-Experte Neureuther sichtlich ergriffen
Die Familie Lorenzi hat nach Matildes Tod das Projekt „Matildina4Safety“ ins Leben gerufen, um die Sicherheit im alpinen Skisport zu verbessern und Spenden zu sammeln. Dieses Engagement soll dazu beitragen, dass ähnliche Tragödien in Zukunft vermieden werden.
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Lucrezias Teilnahme am Rennen ist ein kleiner Schritt in der Verarbeitung des Verlustes. Es ist ein Zeichen der Stärke und Erinnerung an ihre Schwester. Die Hoffnung besteht, dass noch viele solcher Momente folgen werden, die sowohl Lucrezia als auch der gesamten Skiwelt Trost spenden. Die Ski-Saison geht weiter und mit ihr die Möglichkeit, Matildes Erbe zu ehren und die Bedeutung von Sicherheit im Sport zu unterstreichen. (smr)
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