VonRichard Stroblschließen
Die Wintersport-Gemeinschaft betrauert den Verlust der italienischen Skirennfahrerin Matilde Lorenzi. Auch ihre Familie hat sich zu Wort gemeldet.
Bozen – Italien trauert! Nach einem Trainingsunfall ist die erst 19-jährige Skirennläuferin Matilde Lorenzi am Montag in Bozen gestorben. Die Nachricht über den Vorfall ruft nicht nur in der Wintersport-Welt Bestürzung hervor. Jetzt hat sich auch die Familie der jungen Sportlerin zu Wort gemeldet.
Nachwuchsfahrerin Lorenzi hatte am Montag im Schnalstal auf der Piste Gravand G1 in Südtirol den Riesenslalom trainiert. Dabei handelt es sich nach Angaben des Corriere del Trentino um eine nicht besonders schwierige rote Piste. Dem Bericht nach traf Lorenzis rechter Arm in einer Kurve an einer fast ebenen Stelle der Piste eines der Tore. Im Anschluss verlor sie offenbar die Kontrolle über ihre Skier, spreizte diese und stürzte schwer. Trotz Helm und dem schnellen Eingreifen von Rettern, die Lorenzi per Helikopter in ein Krankenhaus in Bozen brachten, erlag die 19-Jährige hier wenig später ihren Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.
Ski-Nachwuchsstar aus Italien verunglückt tödlich: Vater hat Bitte an trauernde Fans
Die Beerdigung von Matilde Lorenzi soll nach Angaben von Rai News bereits am Donnerstag um 10 Uhr in der Pfarrei San Lorenzo a Giaveno in der Provinz Turin stattfinden. Der italienische Wintersportverband Fisi bittet darum, keine Blumen mitzubringen, sondern stattdessen für ein Projekt „zum Gedenken an Matilde zu spenden“. Ähnlich äußerte sich Matildes Vater gegenüber der Zeitung La Stampa: „Bringen Sie keine Blumen mit. Wir werden Spenden für die Sicherheit auf den Pisten sammeln“.
Emotional äußerte sich auch Matildes große Schwester Lucrezia Lorenzi. Sie ist ebenfalls Skifahrerin und nahm an Weltmeisterschaft und Europameisterschaft teil. „Unter immensem Schmerz teile ich mit, dass unsere Mati uns verlassen hat“, schrieb sie auf Instagram zu einem Foto ihrer Schwester. Sie lädt zu einem Rosenkranzgebet für ihre Schwester am Abend vor der Beerdigung ein.
Italien trauert um tote Skifahrerin: Schwester gibt emotionalen Einblick
Am Eingang des Krankenhauses in Bozen sagte sie laut Rai News zudem: „Sie war eine unglaubliche Schwester. Ich werde mich immer mit ihrem Lächeln und ihrer Entschlossenheit an sie erinnern. Ich möchte sie glücklich und erfolgreich auf Skiern in Erinnerung behalten. Alpinskifahren war unsere Liebe. Wir hatten eine starke Bindung: Ihre Seele ist in meiner und wir werden immer zusammen sein, wir haben viele Dinge geteilt und wir standen uns sehr nahe“.
Da Lorenzi eine Sportsoldatin war, veröffentlichte zuerst das italienische Verteidigungsministerium die Nachricht über ihren Tod und nannte sie ein „Aushängeschild des italienischen Skisports“. Im Anschluss meldeten sich auch Italiens Staatspräsident Mattarella sowie Giorgia Meloni zu Wort. Zudem zeigte sich die Ski-Elite schockiert vom Tod der jungen Kollegin.
„Tragischer Verlust“: Wintersport-Welt trauert um italienische Nachwuchsfahrerin
Auch der Italienische Wintersportverband (Fisi) sprach Lorenzis Familie, ihren Freunden „sowie all jenen, die Matilde geliebt haben und sie immer in Erinnerung behalten werden“, sein Beileid aus. Auch die Fis äußerte ihr „tiefstes Beileid“. Der Weltverband schrieb: „Die Fis schließt sich Fisi-Präsident Flavio Roda und der gesamten italienischen Wintersportgemeinschaft in ihrer Trauer an, einschließlich der Trainer, Athleten, Mannschaftskameraden, des Bundesrates und aller Fisi-Mitarbeiter.“
Die Italienerin Sofia Goggia, eine der besten Abfahrerinnen der Welt, äußerte bei Instagram ihre Trauer um die junge Kollegin. „So viel Liebe für ihre Familie, Freunde und Teamkollegen“, kommentierte die 97-fache Weltcupsiegerin Shiffrin den Instagram-Beitrag der Fis. Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, einst Olympiasiegerin und Weltmeisterin, betonte: „Das ist ein tragischer Verlust. Sende meine Gedanken an ihre Familie.“ Auch die frühere deutsche Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg schloss sich den Beileidsbekundungen an. (rist)
Rubriklistenbild: © Collage aus Screenshots: Instagram/mati.lorenzi

