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Beim FC Bayern gab es vor der auslaufenden Transferperiode zahlreiche Spieler, die medial als Abschiedskandidaten gehandelt wurden. Auch der Südkoreaner Minjae Kim. Der bleibt aber in München und das ist gut so.
München - Schon zum Ende der Spielzeit 2024/25 erklärte FCB-Sportvorstand Max Eberl, dass man beim Rekordmeister generell sehr zufrieden mit dem zur Verfügung stehenden Spielerkader sei. Man plane keinen großen Umbruch, lediglich „punktuelle Anpassungen“ seien für den Sommer 2025 angedacht. Medial wurden die Ankündigungen des 51-Jährigen jedoch größtenteils ignoriert, ein Großteil der Spieler des Deutschen Meisters 2025 wurden gar als Wechselkandidaten betrachtet.
Minjae Kim kein „logischer FCB-Abschiedskandidat“
Dabei gab es bei den Spekulationen zu den Abschiedskandidaten grundsätzlich zwei Kategorien: Diejenigen, die nicht perfekt ins Spielsystem von Vincent Kompany passen bzw. möglicherweise nicht das notwendige Niveau für den Rekordmeister aufbringen können und diejenigen, deren Gehälter den zukünftig angedachten Rahmen sprengen. Zur ersten zählten Eric Dier (jetzt AS Monaco), João Palhinha (Tottenham Hotspur) und wohl auch Sacha Boey, zur zweiten Serge Gnabry, Leon Goretzka, Leroy Sané (jetzt Galatasaray Istanbul) und Kingsley Coman (al-Nassr).
Während man den Abgang der Vereinslegende Thomas Müller (jetzt Vancouver Whitecaps) als „Sonderfall“ bezeichnen kann, gibt es auch noch einige Spieler im FCB-Kader, denen Wechselambitionen, ob von Vereins- oder Spielerseite, mehr oder weniger angedichtet wurden. Dazu gehörten zum Beispiel Dayot Upamecano und Josip Stanišić, aber ganz im Speziellen Minjae Kim. Angeblich wären die Verantwortlichen des Rekordmeisters nicht mehr von der Leistungsfähigkeit des 69-fachen Nationalspielers überzeugt.
Minjaes Skills perfekt für Kompany-System
Dabei passt der 1,90-Meter große Innenverteidiger perfekt in das offensiv ausgerichtete System von Kompany. Was dessen Vorgänger Thomas Tuchel einst (gegen Real Madrid) als „zu gierig“ gescholten hat, ist die grundsätzliche Forderung des Belgiers an seine Defensivspieler. War Minjae fit, erfüllte er diese Rolle im Münchner Abwehrverbund meist ausgezeichnet.
Leider hatte er diese notwendigen körperlichen Voraussetzungen aus vielerlei Gründen fast nie beim FC Bayern. In seine erste FCB-Spielzeit ging er fast ohne Vorbereitung, in seiner zweiten Saison quälten ihn sehr früh hartnäckige Achillessehnenbeschwerden, die er monatelang aufgrund eines extremen Personalengpasses nicht auskurieren konnte. Angeschlagen opferte er sich und seine Gesundheit über einen langen Zeitraum für sein Team. Was ihm dieses, die Trainer und die Vereinsverantwortlichen allerdings sehr hoch anrechnen dürften.
Minjae nicht automatisch hinter Tah eingereiht
Auch wenn der deutsche Nationalspieler Jonathan Tah, ablösefreier Neuzugang von Ex-Meister Bayer Leverkusen, sehr schnell als Abwehrchef und Führungsspieler des FC Bayern gehypt wurde: Spielen Upamecano und Minjae in Bestform, könnte sich der 29-Jährige regelmäßig zu Spielbeginn auf der Ersatzbank wiederfinden. Die Skills der Stamminnenverteidigung der vergangenen Saison passen grundsätzlichen sogar besser zum Kompany-Stil als die von Tah.
„Kicker“: Minjae Kim bleibt in München
Dass der kicker nun berichtet, dass ein Wechsel des südkoreanischen Innenverteidigers endgültig ist vom Tisch sei, erscheint dabei nur logisch. Minjae Kim scheint endlich körperlich wieder vollkommen fit und ohne Wehwehchen zu sein. Die Personaldecke in der Münchner Verteidigung ist zudem abermals alles andere als zu dick. Selbst ein außergewöhnlich hohes Angebot, etwa aus der saudischen Profi-Liga, sollte am definitiven Verbleib Minjaes nichts mehr ändern können.
Das Transferfenster schließt in einer Woche, woher sollten Max Eberl & Co. einen nur ansatzweise adäquaten Ersatz bekommen? Zuletzt hatte angeblich noch Inter Mailand ein Auge auf den koreanischen Nationalspieler geworfen, soll aber nicht bereit sein, mehr als 30 Millionen Euro für ihn an die Säbener Straße zu überweisen. Laut transfermarkt.de wird Minjaes aktueller Marktwert dagegen mit 40 Millionen Euro beziffert.
Südkoreaner große FCB-Hoffnung
Bleibt Minjae Kim eine Spielzeit ohne größere Blessuren wie 2022/23 bei Napoli, wo er zum besten Verteidiger der Serie A gekürt wurde, werden die Bayern und ihre Fans noch sehr viel Freude an dem sympathischen Südkoreaner haben, der stolz den Kampfnamen „Monster“ aus seinem Heimatland trägt.
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