„So gewinnst du K.-o.-Spiele“ – die Bayern-Stimmen zum Halbfinaleinzug
VonPeter Grad
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Der FC Bayern zieht mit einem 2:0 über starke Leipziger zum ersten Mal nach 2020 ins DFB-Pokal-Halbfinale ein. Die Stimmen der Münchner nach der Partie.
Mit einem letztendlich verdienten 2:0 (0:0)-Viertelfinal-Sieg über den Bundesliga-Vierten RB Leipzig kommt der FC Bayern dem Pokalfinale in Berlin einen weiteren Schritt näher. Dabei hatten die Sachsen den vermeintlich besseren Start, der VAR kassierte jedoch Christoph Baumgartners frühen Führungstreffer (4.) aus Abseitsposition. In den ersten 20 Minuten hatte der Rekordpokalsieger erhebliche Probleme mit dem hoch anlaufenden Gegner.
Danach kam der Bundesliga-Tabellenführer jedoch besser in die Partie und zu einigen guten Tormöglichkeiten. Der 0:0-Pausenstand war dennoch leistungsgerecht. Nach dem Seitenwechsel scheiterte zunächst Serge Gnabry mit einer Monsterchance am bis dahin vorzüglich haltenden Gästekeeper Maarten Vandervoordt (58.), ehe Harry Kane per Foulelfmeter (64.) und Luis Díaz nach glänzender Vorarbeit von Michael Olise (67.) für die Vorentscheidung im Spiel sorgten. Beide Male wurden die Gäste von den Bayern gnadenlos ausgekontert.
Anschließend brachte der deutsche Rekordmeister das 2:0, welches das Pokal-Halbfinale bedeutete, ohne größere Schwierigkeiten über die Zeit. Nach dem Spiel auf hohem Niveau zeigte man sich in München hochzufrieden über das Ergebnis und die Art und Weise, wie es erzielt worden war. Die „Gier“ auf den 21. DFB-Pokal-Triumph ist groß.
Die Bayern-Stimmen zum 2:0-Sieg
Chefcoach Vincent Kompany
„Wir waren sehr stabil, auch wenn wir noch mehr Tore hätten schießen können. Wir hatten die Möglichkeiten für einen oder zwei weitere Treffer. Insgesamt haben wir viele gute Chancen herausgespielt. Natürlich sind wir mit dem 2:0 zufrieden – und jetzt stehen wir im Halbfinale. Es gab schon Spiele, in denen wir noch eiskalter waren. Aber heute sind wir ruhig und stabil geblieben, haben nichts Verrücktes gemacht und einfach weiter auf diesen Moment hingearbeitet. Dann kam er – und wir haben ihn genutzt. Ich hatte nie Zweifel. Alle sind fit, und das kann im März und April eine große Stärke für uns sein.“
Sportvorstand Max Eberl
„Wir sind in allen drei Wettbewerben dabei. Darauf sind wir extrem stolz. In Leipzig war die erste Halbzeit deutlich dominanter von RB als heute. Nach den ersten 20 Minuten haben wir es besser in den Griff bekommen und hatten dann auch gute Möglichkeiten.
Es war phasenweise auf Augenhöhe, aber man hat unsere Dominanz gespürt. In der zweiten Halbzeit war es dann ein klassisches K.o.-Spiel: ruhig bleiben, Chancen erarbeiten, auch mal liegen lassen, weitermachen. Dann bekommst du den Elfmeter, machst das 1:0, 2:0 und spielst es sauber zu Ende. So gewinnst du K.o.-Spiele.“
Kapitän Manuel Neuer
„Wir hatten einen klaren Plan, weil wir wussten, dass wir, gerade auch in der zweiten Halbzeit, je länger das Spiel wird und je länger wir Leipzig unter Druck setzen, unsere Chancen bekommen werden. Wichtig war auf jeden Fall, dass wir die Null halten. Es gibt immer Situationen, gerade bei Standards oder Kopfbällen, in denen es gefährlich werden kann. Das haben wir überstanden und ich glaube, dass wir das wirklich erwachsen zu Ende gespielt haben.“
Dominanz, Familienglück und ganz viel Edelmetall: Das Leben von Olympia-Ikone Felix Loch
„Es war ein gutes Fußballspiel. Leipzig hat das auf jeden Fall gut gemacht. Sie bringen die richtige Intensität rein und stellen uns vor Aufgaben. Aber wir merken es immer wieder – wir haben jetzt dreimal gegen sie gespielt –, es gibt im Spiel einen Moment, in dem das Momentum auf unsere Seite kippt.
Ich finde, wir hatten auch in der ersten Halbzeit schon unsere Möglichkeiten, haben sozusagen daran geschnuppert. Nach Berlin zu kommen, wäre natürlich etwas Besonderes. Es ist ganz klar unser Ziel, dort zu sein und das Ding am Ende auch zu holen. Das haben wir uns vorgenommen. Heute hat man gesehen, wie gierig wir darauf sind.“
Joshua Kimmich
„In den ersten 20 Minuten hatten wir zu wenig Kontrolle, da war Leipzig gefährlich. Wir haben zu viele Fehler im Ballbesitz gemacht und es war zu leicht, uns zu pressen. Danach haben wir das in den Griff bekommen. In der zweiten Halbzeit war es souverän, da haben wir wenig zugelassen und waren nach vorne gefährlich, haben das Spiel entschieden und es dann gut zu Ende gespielt.
Das Wichtigste heute war, dass wir am Ende sehr wenige Chancen zugelassen haben und sie vom Tor weggehalten haben. Natürlich würden wir im Halbfinale gerne zu Hause spielen. Es ist klar, dass wir nach Berlin wollen. Wir sind aktuell sehr selbstbewusst.“