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Spanien trifft im Finale der Frauen-WM auf England. Beide Nationen peilen den ersten WM-Titel an. Hier sehen sie das Spiel live.
Köln/Sydney – Als Sam Kerr mit leerem Blick zu den enttäuschten Anhängern ging, ließ sich die überglückliche englische Cheftrainerin Sarina Wiegman von Verteidigerin Millie Bright wie ein kleines Mädchen hochheben. Während Australien die verpasste Chance auf das WM-Finale im eigenen Land mit bitteren Tränen bedauerte, richteten die unerwarteten Partygäste bereits selbstsicher ihren Blick auf das Finale gegen Spanien.
Wer zeigt England gegen Spanien im TV und Live-Stream? Hier sehen Sie das Finale der Frauen-WM
- Die Partie zwischen Spanien und England steigt am 20. August. Anstoß ist um 12.00 Uhr (MESZ).
- Das WM-Finale wird live im ZDF übertragen.
- Außerdem wird die Begegnung im Live-Stream bei zdf.de gezeigt.
England und Spanien zum ersten Mal bei einer Frauen-WM im Finale
„Es ist unglaublich. Es fühlt sich an, als hätten wir schon gewonnen“, feierte Wiegman den 3:1 (1:0) Sieg der eisernen Europameisterinnen im Halbfinal-Stadion von Sydney. Am Sonntag (12.00 Uhr MESZ/ZDF) treten die Lionesses im Stadium Australia erstmals um den Fußball-Weltmeistertitel an, dank der historischen Leistung von Wiegman.
Die Niederländerin schaffte es zum vierten Mal hintereinander in ein EM- oder WM-Finale und sagte: „Es ist fast wie ein Märchen. Wir haben zusammengehalten, am Plan festgehalten, und es hat wieder funktioniert.“ Es war „so hart, ein Endspiel zu erreichen. Es ist sehr besonders und so fühlt es sich auch an.“
„Wir alle haben einen Traum“ – England peilt nach EM- auch WM-Titel an
Der Triumph löste auch bei der britischen Monarchie Begeisterung aus. „Meine Frau und ich gratulieren den mächtigen Löwinnen herzlich zum Erreichen des Endspiels“, äußerte König Charles in einer offiziellen Mitteilung: „Auch wenn Ihr Sieg die großartigen Matildas die Chance auf den größten Preis im Fußball gekostet hat, waren beide Mannschaften auf und neben dem Spielfeld eine Inspiration – und dafür sind beide Nationen in Stolz, Bewunderung und Respekt vereint.“
Vor 75.784 Zuschauern sicherten Ella Toone (36.), Lauren Hemp (71.) und Alessia Russo (86.) dem routinierten Favoriten die Möglichkeit, innerhalb von 13 Monaten den zweiten Titel zu gewinnen. „Wir alle haben einen Traum - jetzt wollen wir natürlich gewinnen“, beteuerte Hemp.
Australien trifft im Spiel um Platz drei auf Schweden
Ein brillanter Schuss von Kerr (63.) nach ihrer Rückkehr in die Startelf war nicht genug für die lange Zeit zu zurückhaltenden Matildas. „Ich bin stolz, aber auch traurig, dass wir die Fans nicht noch stolzer machen konnten“, gestand der australische Trainer Tony Gustavsson.
Der bisher so märchenhafte Lauf soll nun zumindest mit der Bronzemedaille gekrönt werden. „Wir gehen nicht mit leeren Händen, wir müssen uns auf das nächste Spiel fokussieren“, warnte der Schwede mit Blick auf das Spiel um Platz drei gegen sein Heimatland am Samstag in Brisbane.
Australien kann Druck von Lionesses nicht standhalten
Das Halbfinale gegen die ehemalige Kolonialmacht hatte die Sportbegeisterten in Australien tagelang in Atem gehalten. „Ein alter Feind, eine neue Schlacht – und eine Nation voller Bewunderung hält den Atem an“, schrieb die Tageszeitung The Australian. Das Fußball-Fieber erreichte schließlich neue Höhen: 7,2 Millionen Zuschauer hatten das Elfmeter-Drama gegen Frankreich im Viertelfinale (7:6 n.E.) am Fernseher verfolgt.
Die Tatsache, dass die Torschützin Kerr nach ihrer Wadenverletzung von Anfang an spielte, weckte am Mittwoch noch Hoffnungen. Allerdings mussten die Matildas kurzfristig auf die erkrankte Innenverteidigerin Alanna Kennedy verzichten - am Ende konnte die geschwächte Verteidigung dem intensiven Druck der Engländerinnen nicht standhalten, trotz der unermüdlichen Unterstützung der Fans auf den Tribünen. (dpa/kk)
Für diesen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteur Korbinian Kothny sorgfältig überprüft.
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