Galatasaray offenbar mit Spezial-Angebot für den FC Bayern
VonPeter Grad
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FCB-Innenverteidiger Minjae Kim steht auf dem Wunschzettel von Galatasaray Istanbul. Nun hat der Türkische Meister ein spezielles Angebot unterbreitet.
Istanbul / München – Seit Monaten kursieren Gerüchte um Minjae Kim, den südkoreanischen Innenverteidiger des FC Bayern. Nachdem sich zunächst der FC Barcelona nach ihm erkundigt haben soll, kommen derzeit vor allem Berichte aus der Türkei über das Interesse von Süper-Lig-Vereinen aus Istanbul. Zuerst war Fenerbahce genannt worden, vor zwei Wochen schrieb dann Akşam, dass sich Galatasaray um den Koreaner bemühen soll. Demnach soll dem FC Bayern ein Angebot über eine einjährige Leihe vorgelegt worden sein.
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Obwohl sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße bislang kein einziges Mal in diese Richtung geäußert haben, soll ein Verkauf des 69-fachen Nationalspielers grundsätzlich nicht ausgeschlossen sein. Dem 28-Jährigen sollen bei einem passenden Angebot keine Steine in den Weg gelegt werden.
Galatasaray-Hoffnung auf FCB-„Schnäppchen“
Die Boulevardzeitung berichtete weiter, dass der FC Bayern eine Ablöseforderung von rund 35 Millionen Euro für Minjae gefordert hätte. Das wären immerhin rund 15 Millionen Euro weniger, als man selbst im Sommer 2023 an den SSC Neapel überwiesen hatte.
Des Weiteren spekulierte Akşam in seinen Ausführungen durchaus abenteuerlich: Beim Wechsel von Leroy Sané soll es Gespräche zwischen den Vereinen gegeben haben (die grundsätzlich aufgrund des auslaufenden Kontrakts nicht erforderlich gewesen wären) und dabei könnte „möglicherweise“ über den Südkoreaner gesprochen worden sein.
Galatasaray will Minjae mit Boey „verrechnen“?
Seitdem gab es in dieser Causa keine neuen Meldungen mehr. Nun aber meldet sich die türkische Sportzeitung Fanatik zu Wort und berichtet, dass sich die beiden Vereine wegen Minjae bereits austauschen würden. Als Zusatzinformation bietet Fanatik an, dass das Leihangebot eine anschließende Kaufoption enthalten soll.
Und dann werden die Ausführungen noch abenteuerlicher als bei Akşam. Denn Galatasaray soll den Bayern anbieten, die letzte Rate in Höhe von fünf Millionen Euro für den Transfer von Sacha Boey im Winter 2024 mit der Leihgebühr zu verrechnen. Damit würden für Minjae Kim keine Leihgebühren anfallen.
Ob Fanatik damit nur auf den Zug, dass der FC Bayern für Nick Woltemade in der ersten Offerte an Stuttgart Ratenzahlungen angeboten haben soll, aufspringt oder ob an der überraschenden Meldung wirklich etwas dran ist, ist nicht nachprüfbar. Im Poker um Nico Williams wollten die Münchner jedoch im Wettstreit mit dem FC Barcelona mit Sofortzahlung punkten.
Galatasaray mit „beträchtlichem Budget“, aber bei Bayern...
Wie auch immer: Eine Jahres-Leihgebühr für Minjae von gerade einmal fünf Millionen Euro wäre ein sehr schlechter Deal. Und dann sollten die Verantwortlichen an der Säbener Straße ganz genau hingehört haben, wenn Galatasaray-Coach Okan Buruk im Zusammenhang mit dem 75-Millionen-Euro-Transfer von Victor Osimhen großmäulig verkündet: „Wir verfügen über ein beträchtliches Budget.“
Leroy Sané haben die Bayern bereits ablösefrei nach Istanbul ziehen lassen, den angesprochenen Sacha Boey völlig überteuert (ob in Raten oder nicht) für 30 Millionen Euro vom Bosporus verpflichtet. Und jetzt Minjae Kim...
Minjae wegen Achillessehnen-Problemen außer Gefecht
Der 28-jährige Südkoreaner, der stolz den Kampfnamen „Monster“ trägt, absolvierte seit seinem Wechsel an die Säbener Straße insgesamt 79 Pflichtspiele. Die wenigsten davon leider in wirklich fittem Zustand. Nach einem überzeugenden Start in der vergangenen Saison kämpfte er über ein halbes Jahr mit Achillessehnenproblemen, weswegen er auch die Schlussphase in der Bundesliga und die Klub-WM verpasste.
Ein Wechsel – zudem auf Leihbasis – nach Istanbul erscheint mehr als unwahrscheinlich. Die letzten Aussagen von Coach Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl deuteten an, dass man vereinsintern wesentlich zufriedener mit Minjae ist als dies in der Öffentlichkeit größtenteils dargestellt wird. Vor allem mit seinem Willen und seiner Charakterstärke: Obwohl sein Körper längst nach einer längeren Pause verlangt hat, opferte er sich und seine Gesundheit – aufgrund der zahlreichen Ausfälle – für das Team. Loyalität ist keine Einbahnstraße.
Ausgedünnter FCB-Kader erlaubt keine Abgänge
Zudem ist der Kader des FC Bayern derzeit in der Innenverteidigung sowieso schon arg ausgedünnt. Jonathan Tah ist zwar ablösefrei aus Leverkusen gekommen, dafür hat Eric Dier den Verein zur AS Monaco verlassen. Hiroki Ito fällt vermutlich bis zum Jahresende aus, Josip Stanišić ist seit seiner Rückkehr nach München leider verletzungsanfällig und wird außerdem häufig auf den Außenverteidigerpositionen benötigt.
Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit fcbayerntotal.com
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Gibt man Minjae, der eine gute Lösung für das Kompany-System darstellt, ab, benötigt man umgehend einen – mindestens – gleichwertigen Ersatz. Wie schwer das den Verantwortlichen an der Säbener Straße derzeit fällt, sieht man anhand der fast schon verzweifelten Suche nach einem Nachfolger für Leroy Sané. Beim deutschen Nationalspieler wollte man Kosten einsparen, ein Ersatz wird im Gesamtpaket wohl noch viel teurer kommen.