Schwindel, Atemnot, Taubheitsgefühle

Deutsche Leichtathletin erfüllt sich trotz zweijähriger schwerer Erkrankung Olympia-Traum

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Alina Kenzel erkrankte an Long Covid. Zwei Jahre absolvierte die Kugelstoßerin keine Wettkämpfe. Dennoch hat sie es zu den Olympischen Spielen nach Paris geschafft.

Stuttgart – Das Sportlerleben kann manchmal eine echte Achterbahnfahrt sein. Kugelstoßerin Alina Kenzel kennt die Extreme wie kaum eine andere Athletin. Die gebürtige Konstanzerin ist bei den Olympia 2024 in Paris dabei und wird mit dem deutschen, prominent besetzen Kader in Frankreich an den Start gehen. Noch vor einem Jahr schien das Weltsportevent in unerreichbarer Ferne zu liegen. Kenzel blickt auf eine belastende Leidensgeschichte zurück – mit Happy End.

Vom Krankenbett zu Platz 4 in Rom

Alina Kenzel konnte von 2021 bis zum Sommer 2023 an keinem Wettkampf teilnehmen. Nach zwei Corona-Infektionen hatte sie mit der Long Covid-Erkrankung zu kämpfen. Im Kraftraum Podcast beschrieb die 26-Jährige vergangenen November ihre Symptome. So hatte die Profisportlerin mit Schwindel, Atemnot, Taubheitsgefühle in der linken Gesichtshälfte, Hitzewallungen und daraus resultierenden Schlafproblemen zu kämpfen.

Erst vor einem Jahr absolvierte Kenzel ihren ersten Wettkampf nach der zweijährigen Zwangspause. „Nach meinem ersten Wettkampf war ich erstmal zwei Tage Knock-Out. Ich war aufgeregt, mein Nervensystem war total überladen“, verriet die Leichtathletin regioTV Anfang des Jahres. Schritt für Schritt kämpfte sich Kenzel zurück an die Spitze und feierte Anfang Juni bei der Leichtathletik-EM in Rom einen herausragenden 4. Platz.

Alina Kenzel darf sich auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris freuen.

Kenzel hat es zu Olympia geschafft

Der Kampf gegen Long Covid ist für Alina Kenzel jedoch ein Marathon. Nach der EM hatte die Sportlerin des VfB Stuttgart mit Müdigkeit und Kopfschmerzen zu kämpfen. Doch auch dieser anhaltenden Herausforderung ist die Kugelstoßerin gewachsen: „Wenn man weiß, wie man da gegensteuern muss, dann geht es auch wieder relativ schnell“, sagte sie regioTV im vergangenen Monat.

Neben den körperlichen Problemen war Kenzel auch einer großen mentalen Belastung ausgesetzt. „Ich finde es auch wichtig, darüber zu sprechen. Denn es ist nicht alles rosig.“ Nun gehe es ihr aber glücklicherweise deutlich besser. Die Olympischen Spiele in Paris werden nun ein zuvor kaum für möglich gehaltenes Highlight für Alina Kenzel – nach der langen Leidenszeit ein wohlverdientes. (jsk)

Rubriklistenbild: © Imago/Kohring

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