Sportpsychologe Matthias Herzog über die Suche nach dem Kick

„Laura Dahlmeier hat uns gezeigt, dass Größe vor allem im Mut zur Freiheit und Authentizität liegt“

  • schließen

Sportpsychologe Matthias Herzog spricht über den tragischen Tod von Laura Dahlmeier und erklärt, was man von ihr lernen kann.

München – Doppel-Olymiasiegerin, mehrfache Weltmeisterin – Laura Dahlmeier hat als Biathletin alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit nur 25 Jahren beendete sie ihre Wahnsinnskarriere. Doch der Drang nach Herausforderungen blieb. Matthias Herzog, einer der führenden Sport- und Persönlichkeitspsychologen im deutschsprachigen Bereich, erklärt im Interview, warum.

Laura Dahlmeier ist tot – sie folgt langer trauriger Liste von Kletter-Kollegen

Laura Dahlmeier ist in Pakistan tödlich verunglückt.
Die frühere deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Die 31-Jährige wurde von einem Steinschlag auf rund 5700 Meter Höhe getroffen und überlebte den Vorfall nicht. © IMAGO / TT
Scott Fischer war der erste US-Amerikaner, der den 8516 Meter hohen Lhotse bestieg, den vierthöchsten Berg der Welt. Bei einer Expedition an der Südseite des Mount Everest im Jahr 1996 verunglückte Fischer, weil ihm aufgrund eines Schneesturms die Kräfte versagten.
Scott Fischer war der erste US-Amerikaner, der den 8516 Meter hohen Lhotse bestieg, den vierthöchsten Berg der Welt. Bei einer Expedition an der Südseite des Mount Everest im Jahr 1996 verunglückte Fischer, weil ihm aufgrund eines Schneesturms die Kräfte versagten. © IMAGO/Frank Bienewald
Chloé Graftiaux war eine französisch-belgische Wettkampf- und Alpinkletterin. Im August 2010 wurde sie bei einem Felssturz am Mont‑Blanc-Massiv 600 Meter tief mitgerissen – sie war ungesichert unterwegs und kam sofort ums Leben.
Chloé Graftiaux war eine französisch-belgische Wettkampf- und Alpinkletterin. Im August 2010 wurde sie bei einem Felssturz am Mont‑Blanc-Massiv 600 Meter tief mitgerissen – sie war ungesichert unterwegs und kam sofort ums Leben. © ERIC LALMAND
Chloé Graftiaux fing schon im Alter von acht Jahren zu klettern an. Ihre ältere Schwester nahm sie in die Kletterhalle mit, ihr Talent war schnell zu erkennen.
Chloé Graftiaux fing schon im Alter von acht Jahren zu klettern an. Ihre ältere Schwester nahm sie in die Kletterhalle mit, ihr Talent war schnell zu erkennen.  © Imago / ERIC LALMAND
Kurt Albert (56) ist nach seinem 18-Meter-Sturz gestorben.
Kurt Albert war ein Pionier des Sportkletterns aus Deutschland. Er stürzte am 26. September 2010 in Frankenjura etwa 18 Meter ab und starb zwei Tage später an den Folgen. © dpa
Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall.
Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall. © Imago / Jimmy Chin
Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab.
Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab.  © imago sportfotodienst
Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt.
Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt. © Sunil Sharma
Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden.
Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden.  © Screenshot Instagram Marc‑André Leclerc
Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht.
Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht.  © Screenshot Instagram Marc-André Leclerc
Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko.
Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko.  © Screenshot Instagram Brad Gobright
Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe.
Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe. © Screenshot Instagram Brad Gobright
David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe.
David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe.  © Imago / Capital Pictures
Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben.
Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben.  © Screenshot Instagram Hansjörg Auer
Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley. Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater.
Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley (l. auf dem Bild). Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater.  © Screenshot Instagram Jess Roskelley
Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen.
Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen. © Screenshot Instagram Jess Roskelley
Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte im Juni 2020 bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.
Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. © Screenshot Instagram Luce Douady
Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco.
Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco.  © Enrico Calderoni, via www.imago-images.de
Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden.
Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden.  © Screenshot Instagram Cala Cimenti
Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen.
Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen.  © Screenshot Instagram Cala Cimenti
Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen.
Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour an der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen.  © Screenshot Instagram Kacper Tekieli
Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram.
Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram.  © Adam Starszynski via www.imago-images.de
Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle.
Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle.  © Instagram Martin Freistl
Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh.
Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh.  © Screenshot Instagram Martin Feistl
Cristian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einem bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte.
Christian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einen bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte.  © Screenshot Instagram Cristian Brenna
Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre.
Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre. © Screenshot Instagram Cristian Brenna
Herr Herzog, warum suchen Spitzensportler wie Laura Dahlmeier oft den Kick und die Gefahr – selbst nachdem sie alles erreicht haben?
Spitzensportler leben an der Grenze des Möglichen. Der Wettkampf, das Adrenalin, das Gefühl, Grenzen zu verschieben – das gehört für sie zum Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Laura hatte im Biathlon alles erreicht, was man sich wünschen kann. Doch genau das macht auch eine innere Leere spürbar. Viele Athleten suchen nach einer neuen Herausforderung, die ihnen wieder dieses Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung schenkt. Für Laura war das das Bergsteigen – fernab von Medienrummel und Leistungsdruck. Es war ihr Raum, um einfach sie selbst zu sein. Dieses Bedürfnis, „lebendig zu sein“, treibt viele Spitzensportler an, auch wenn das Risiko groß ist.
Michael Schumacher, Hermann Maier und viele andere suchten nach ihrer aktiven Karriere neue Herausforderungen – oft mit risikoreichen Freizeitaktivitäten.
Spitzensport ist oft eine Welt, die alles andere in den Hintergrund stellt – Alltag, Gewohnheiten, Sicherheit. Wenn die Karriere endet, fehlt vielen Athleten das zentrale Element, das ihr Leben definiert hat: der Wettkampf, die Herausforderung. Das Gefühl, etwas zu bewegen und an Grenzen zu gehen, vermissen sie. Viele suchen dann neue „Abenteuer“, um dieses Vakuum zu füllen – oft sind das Extremsportarten oder riskante Freizeitaktivitäten. Es ist ein Versuch, das Gefühl von Kontrolle, Freiheit und Lebendigkeit zu bewahren. Leider gehen diese Wege manchmal mit schweren Unfällen einher, wie wir bei Schumacher oder Laura Dahlmeier sehen.
Ticken Menschen, die nicht im Leistungssport sind, anders?
Ja, absolut. Spitzensportler sind gewöhnt, sich immer wieder selbst zu fordern, den Körper an seine Grenzen zu bringen und mental Belastungen auszuhalten, die für viele unvorstellbar sind. Sie verfügen über eine enorme Willenskraft und Risikobereitschaft. Doch diese Stärke kann auch eine Schattenseite haben: Sie nehmen Risiken bewusst in Kauf, weil sie das Gefühl der Kontrolle, des Flow-Erlebens und der Freiheit brauchen. Dieses „Anders-Ticken“ ist Teil ihres Erfolgs, aber auch Teil ihrer Verletzlichkeit.
Sind Spitzensportler nicht auch deshalb Vorbilder, weil sie Grenzen überschreiten?
Sie sind Vorbilder in Sachen Mut, Durchhaltevermögen und Leidenschaft. Doch es ist wichtig, dass wir auch die Komplexität ihres Handelns anerkennen: Grenzen zu verschieben ist inspirierend, aber es bringt auch Gefahren mit sich. Verantwortungsvoll bedeutet, sie als Menschen zu sehen, die für ihre Träume kämpfen – aber auch als verletzliche Persönlichkeiten, die unsere Unterstützung brauchen.
Sportpsychologe Matthias Herzog.

Sportpsychologe Matthias Herzog über Dahlmeiers Lebensweg

Laura Dahlmeier hat sich bewusst für den Ausstieg aus dem Biathlon bereits mit 25 Jahren entschieden, obwohl sie noch viele Jahre große Erfolge und Rekorde hätte feiern können. Was sagt das über die psychologische Entwicklung von Spitzensportlern aus?
Der Ausstieg zeigt, dass Erfolg allein nicht immer Erfüllung bringt. Laura hat verstanden, dass sie mehr braucht als Titel und Medaillen. Das spricht für ein tiefes Bewusstsein und Mut zur Veränderung. Für Spitzensportler ist es eine große Herausforderung, den nächsten Schritt zu gehen – weg von der Komfortzone des Bekannten hin zu neuen, unbekannten Erfahrungen. Laura hat diesen Schritt gewählt, um sich selbst treu zu bleiben, und das verdient großen Respekt.
Was können wir von Laura Dahlmeier lernen?
Laura Dahlmeiers Lebensweg erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unseren eigenen Träumen mutig zu folgen – auch wenn das bedeutet, neue Wege zu gehen, Risiken einzugehen und Grenzen zu überschreiten. Sie zeigt uns, dass wahre Freiheit und Erfüllung oft jenseits des Gewohnten liegen und dass es keine Schande ist, loszulassen, wenn ein Kapitel zu Ende ist. Für unseren Alltag heißt das: Trau dich, deine Komfortzone zu verlassen, höre auf dein inneres Feuer und lebe bewusst jeden Moment, als wäre er ein Geschenk. Laura war nicht nur eine Ausnahmesportlerin, sie war eine mutige Seele, die ihre Leidenschaft bis zum letzten Atemzug gelebt hat. Ihr Vermächtnis ist mehr als ihre Medaillen – es ist die inspirierende Erinnerung daran, mit ganzem Herzen für das zu brennen, was uns wirklich erfüllt. Sie hat uns gezeigt, dass Größe nicht nur in Erfolgen, sondern vor allem im Mut zur Freiheit und Authentizität liegt. Interview: Philipp Kessler

Rubriklistenbild: © Herzog

Kommentare