VonMelanie Gottschalkschließen
Nachdem sich Alexis Pinturault beim Super-G in Wengen das Kreuzband gerissen hatte, stürzte mit Aleksander Kilde bei der Abfahrt der nächste Top-Star.
Update vom 14. Januar: Glück im Unglück bei Aleksander Aamodt Kilde: Die Diagnose ist da, der Norweger wurde bereits operiert und ist in den besten Händen.
Erstmeldung vom 13. Januar: Wengen – Bereits am zweiten Tag in Folge kommt es in Wengen zu schlimmen Bildern. Bei der Abfahrt am Samstag (13. Januar) stürzte der norwegische Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde schwer und musste minutenlang auf der Piste behandelt werden. Das Rennen wurde unterbrochen.
Norwegens Ski-Star Kilde stürzt schwer in Wengen
Kilde war angeschlagen an den Start gegangen, hoffte trotzdem auf ein gutes Ergebnis bei der längsten Abfahrt im Weltcup. Kurz vor dem Ende die erste Schrecksekunde: Der 31 Jahre alte Skirennfahrer leistete sich einen Fehler im sogenannten Österreicherloch, ihm schien die Kraft auszugehen.
Nur wenige Kurven später kam es dann zu dem folgenschweren Sturz. Im S-förmigen Zieleinlauf verlor Kilde die Kontrolle und stürzte. Ungebremst raste er in die Auffangnetze und blieb kurz vor der Ziellinie liegen. Zu dem Zeitpunkt war er mehr als 100 km/h schnell. Helfer eilten zu dem norwegischen Ski-Star und begannen direkt mit der Behandlung des rechten Beines. Minutenlang blieb er dort auf der Piste liegen, dann wurde er von einem Helikopter abtransportiert.
Kilde stürzt schwer in Wengen: „Heikle Stelle, wenn man schon am Limit ist“
ZDF-Experte und Olympiasieger Marco Büchel versuchte, das Geschehene zu analysieren: „Es ist eine heikle Stelle, wenn man am Limit ist“, sagte er am ZDF-Mikro – und spricht auch noch einmal die vorangegangene Szene aus dem „Österreicherloch“ an: „Dass er komplett am Limit ist, sieht man dort schon. Es drückt ihn komplett hinten rein. Das habe ich bei Kilde noch nie gesehen, er hat ja die größten Pakete, was die Schenkel angeht. Die Szene zeigt mir, dass da die Kraft schon weg war“, sagte der Experte.
Kilde hatte versucht, das Tor kurz vor seinem Sturz noch um jeden Preis zu erreichen, dann kam es zu dem folgenschweren Unfall. „Du kommst in die Zieleinfahrt und die zweite Kurve ist nun mal die, die am meisten Druck generiert. Wenn du dann schon so müde bist...“, sagte Büchel.
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Kilde muss nach schwerem Sturz in Wengen mit Hubschrauber abtransportiert werden
Der norwegische Ski-Star wurde in einem Hubschrauber abtransportiert, eine Diagnose wird sicherlich bald folgen. Eine leise Hoffnung besteht noch, dass er sich nichts Schlimmeres getan hat, auch wenn die Bilder erst einmal anders aussahen. Besonders bitter daran: 2021 riss sich Kilde im Super-G das Kreuzband im rechten Knie, eine erneute schwere Verletzung im selben Bein wäre niederschmetternd.
Kommentator Michael Pfeffer fand während der Unterbrechung des Rennens dann auch deutliche Worte, denn der Sturz von Kilde ist nicht der erste auf dieser Strecke. Erst gestern stürzte Ski-Star Alexis Pinturault im Super G von Wengen schwer und riss sich das Kreuzband. „Die Belastung ist gewaltig“, sagte Pfeffer. (msb)
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