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Thomas Dreßen feiert auf der Streif-Abfahrt in Kitzbühel einen emotionalen Abschied als Skifahrer. Felix Neureuther verpürt Gänsehaut – Tränen fließen.
Kitzbühel – Tränen zum Abschied: Thomas Dreßen, mit fünf Weltcup-Siegen Deutschlands erfolgreichster Abfahrer der Geschichte, fuhr am Samstag zum letzten Mal das Hahnenkammrennen. Das deutsche Ski-Ass macht Schluss, einmal wollte er sich aber noch die Streif-Abfahrt hinunterstürzen. Nach dem letzten Rennen von Dreßen gab es Tränen, auch Felix Neureuther fühlte mit – dem mit 13 Einzelsiegen erfolgreichsten deutschen Skifahrer verschlug es sogar die Sprache.
| Thomas Dreßen | |
|---|---|
| Geboren: | 22. November 1993 (Alter 30 Jahre), Garmisch-Partenkirchen |
| Partnerin: | Birgit Lankmaier |
| Weltcup-Siege | 5 Abfahrten (unter anderem Kitzbühel 2018) |
| Karriereende: | 20. Januar 2024 |
Dreßens emotionales Karriereende auf der Streif-Abfahrt in Kitzbühel
Thomas Dreßen wurde im Ziel von zahlreichen Kollegen, Wegbegleitern und seiner Familie mit Frau und Baby in Empfang genommen und auf Schultern getragen. Dazu gab es nach einer großartigen Karriere einen Kuss von seiner Frau und eine Sektdusche. Emotionen pur in Kitzbühel.
„Ich wollte die Fahrt genießen, das habe ich gemacht. Erst zehn Meter vor der Ziellinie habe ich gemerkt: Das war‘s. Ich bin stolz auf die letzte Fahrt“, sagte der 30-Jährige mit feuchten Augen nach seiner Abschiedsfahrt im Interview mit der ARD. „Ich wollte mich von jedem verabschieden.“ Felix Neureuther, der an Dreßens Seite stand, wurde bereits kurz nach der Zieleinfahrt als Co-Kommentator emotional.
Gänsehaut-Abschied von Dreßen bei Kitzbühel-Abfahrt: Felix Neueuther „kann nicht mehr reden“
„Genieß‘ nochmal diese Einfahrt, diesen Steilhang, auch wenn da nicht so viel mit genießen ist. Was für ein Abfahrer, Thomas Dreßen! Der Mann mit dem größten Gefühl wahrscheinlich in diesem Weltcup-Zirkus. Und jetzt genieß‘ es bitte einfach nur. Hör‘ die Zuschauer“, sagte Neureuther während Dreßens letzter Schussfahrt am ARD-Mikro.
„Danke Thomas Dreßen für wunderschöne Momente, die du uns geschenkt hast. Danke! Gänsehaut!“, würdigte Deutschlands bester Slalomfahrer den besten Abfahrer der deutschen Geschichte, dann verschlug des Neureuther die Sprache: „Ich habe Tränen in den Augen, ich kann nicht mehr reden.“
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Deutschlands bester Ski-Fahrer Dreßen muss Karriere nach Verletzungen beenden
Nachdem Dreßen am Donnerstag sein Karriereende bekannt gegeben hatte und die verkürzte Kitzbühel-Abfahrt am Freitag ausgelassen hatte, wollte der Garmischer das Hahnenkammrennen noch einmal in vollen Zügen genießen. Um sich würdevoll vom Ski-Zirkus zu verabschieden.
„Ich muss danke sagen, es war eine unglaubliche Zeit, mit Höhen und Tiefen. Es ist natürlich schade, dass es vorbei ist. Für mich war immer klar, ich fahre so lange, wie ich Spaß habe oder der Körper mitspielt“, sagte ein erleichterter und glücklicher Dreßen. „Es gibt aber auch ein Leben danach, das ist mir wichtiger. Ich möchte meine Kinder selbst sportlich erziehen, dafür braucht es einen gesunden Papa.“ Der Garmischer hatte immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen, in Wengen war Dreßen den Tränen nahe, als Deutschlands Ski-Ass einen herben Rückschlag erlitt.
Dreßen-Abschied live in der ARD: Neureuther kämpft erneut mit den Tränen
Neureuther kämpfte erneut mit den Tränen: „Ich habe schon wieder Tränen in den Augen. Wenn du aufgehört hast und zurückkommst, werden alle Erinnerungen zurückkommen. Ich hatte Gänsehaut, wir konnten gar nicht mehr reden. Danke für tolle Momente.“
Dreßen wird ziemlich sicher zurückkommen, wie er ankündigte. Als Zuschauer, aber vielleicht auch eines Tages in offizieller Funktion. „Der Skisport ist mein Leben, meine große Leidenschaft. Ich hoffe, dass ich in Zukunft weiter was im Skisport machen kann, das würde mich total reizen“, so Dreßen. Der DSV verliert mit dem Kitzbühel-Sieger von 2018 sein großes Aushängeschild als aktiven Fahrer. Jetzt kann er sich neben der Familie zunächst einmal anderen Dingen widmen, vor kurzem fuhr Dreßen einen Radmarathon über 150 Kilometer. (ck)
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