Geht die Rechnung auf?

Das Undav-Risiko für den VfB Stuttgart

  • schließen

Der VfB Stuttgart steht vor einer Verpflichtung von Deniz Undav. Das bedeutet für die Schwaben auch ein großes Risiko.

Stuttgart - Am Mittwochnachmittag (7. August) war es so weit. Die erste Meldung ploppte auf, dass der Transfer von Deniz Undav zum VfB Stuttgart auf der Zielgeraden ist. So berichtete der kicker. Dagegen vermeldete Sky sogar, dass der Deal bereits in trockenen Tüchern sei. Eine Bestätigung des Klubs steht bislang aus, doch es deutet zumindest alles auf einen Durchbruch im monatelangen Transferpoker hin.

Unser VfB-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit allen wichtigen News zum Fußball-Bundesligisten aus Stuttgart. Hier geht es zur Anmeldung.

Deniz Undav löst wohl Ermedin Demirovic als teuersten Transfer beim VfB Stuttgart ab

Bei einer Vielzahl der Fans des VfB Stuttgart sorgte diese Nachricht für Euphorie. Immerhin kehrt ihr Publikumsliebling, der sich Woche für Woche zum Klub aus Cannstatt bekannte, zurück in seine fußballerische Heimat. Undav hatte sogar seinen EM-Urlaub in Stuttgart verbracht.

Doch es gibt auch kritische Stimmen, die nachvollziehbar sind. Denn wahrlich bescheiden, wie es die VfB-Bosse nach der Vizemeisterschaft ankündigten, tritt der Klub in dieser Transferperiode nicht auf. Ja, durch die Verkäufe von Hiroki Ito (23,5 Millionen Euro), Waldemar Anton (22,5 Millionen) und Serhou Guirassy (18 Millionen) hat der VfB einiges an Geld eingenommen. Doch Undav wird eben nach Ermedin Demirovic (23 Millionen) der zweite Rekordtransfer in diesem Sommer sein.

Um 27 Millionen Euro soll es sich beim Sockelbetrag handeln, den die Schwaben für Undav an Brighton & Hove Albion überweisen. Mit Boni könnte die Ablösesumme jedoch über 30 Millionen Euro ansteigen. Eine Wahnsinnssumme für einen Klub, der in den vergangenen acht Jahren zweimal in die 2. Bundesliga abgestiegen ist und zwei von den letzten drei Spielzeiten im Abstiegskampf verbracht hat.

Der bevorstehende Transfer von Deniz Undav ist für den VfB Stuttgart nicht ohne Risiko.

VfB-Rechnung mit Deniz Undav kann aufgehen

Der Undav-Transfer ist somit ein Statement an die Konkurrenz und gehört zu dem Versuch, sich durch den Erfolg der vergangenen Saison in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren. Auch das ist nachvollziehbar. Das Risiko bleibt aber trotzdem, denn durch den Kauf von Undav haben die Schwaben für einen neuen Verteidiger weniger Geld zur Verfügung. Ein Problem, das sich durch ein Leihgeschäft lösen lassen könnte.

Weniger Geld wäre auch in der Kasse, sollte es zu einem Worst-Case-Szenario kommen und es müsste verletzungsbedingt einer der Stammspieler durch eine Neuverpflichtung aufgefangen werden. Zu guter Letzt ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich Undav, der immerhin schon 28 Jahre alt ist, nochmal gewinnbringend verkaufen ließe. Aufgehen kann die Rechnung mit dem neuen Rekordstürmer aber trotzdem, sollte Undav an seinen sportlichen Leistungen der vergangenen Saison (18 Bundesligatore) anknüpfen.

Rubriklistenbild: © Herbertz / Nico Herbertz/IMAGO

Kommentare