Suche nach „1A-Plus-Lösung“: Eintracht-Boss Krösche widerlegt Ex-Chef
VonDaniel Michel
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Markus Krösche arbeitete von 2019 bis 2021 als Sportdirektor bei RB Leipzig, musste aber trotz Erfolgen nach zwei Jahren wieder gehen. Ein Fehler?
Frankfurt – Markus Krösche ist bei Eintracht Frankfurt ein gefeierter Held. Was der Sport-Vorstand der Hessen auf dem Transfermarkt leistet, wirkt unglaublich. Die drei Parade-Beispiele sind bekannt: Kolo Muani (PSG), Omar Marmoush (Manchester City) und Hugo Ekitiké (FC Liverpool) wurden jeweils für über 80 Millionen Euro an Top-Klubs verkauft. Gleichzeitig findet Krösche immer wieder kostengünstige Spieler, die den Kader der Eintracht verstärken.
Längst wird Krösche als künftiger Manager des FC Bayern gehandelt. Wer hätte diese Entwicklung des 44-Jährigen erwartet, als er 2021 von RB Leipzig zu Eintracht Frankfurt gekommen war? Krösche spricht zwar nicht oft über seine Zeit bei RB Leipzig, aber Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports weiß, dass der Eintracht-Boss manche Vorgänge und Aussagen in Leipzig rund um die Jahre 2021 und 2022 einst genau registriert hat. So sprach der damalige Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff davon, nach dem Abgang von Krösche eine „1A-Plus-Lösung“ für RB zu suchen. Aus dieser Aussage konnte man durchaus ableiten, dass man in Leipzig Krösche nicht für eine „1A-Lösung“ hielt.
RB Leipzig wollte Vertrag mit Krösche nicht verlängern
Mintzlaff, mittlerweile CEO des Red-Bull-Sportimperiums, sagte zum Abgang von Krösche zudem: „Es hat sich nicht danach angefühlt, dass wir als RB Leipzig sagen, dass wir den Vertrag verlängern wollen. Dann war es nur konsequent, beidseitig aufzulösen und nicht in ein letztes Jahr zu gehen.“ Heißt übersetzt: Leipzig hatte auch keine Lust mehr, mit Krösche zusammenzuarbeiten. Der Journalist Manuel Veth schrieb damals sogar: „Krösche fehlten einfach die internationalen Verbindungen, damit es bei RB Leipzig funktioniert. Die meisten Unterschriften wurden von der exzellenten Scouting-Abteilung des Klubs umgesetzt.“
Vier Jahre später herrschen nun andere Verhältnisse vor: Markus Krösche ist der beste Manager der Bundesliga und erzielt große Erfolge auf dem Transfermarkt. Eintracht Frankfurt wurde unter seiner Führung zwischenzeitlich Europa-League-Sieger und hat sich 2024/25 erstmals über die Bundesliga für die Champions League qualifiziert.
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RB Leipzig spielt dagegen in der nun startenden Saison erstmals seit dem Bundesliga-Aufstieg nicht im Europacup. Die Krösche-Nachfolger Max Eberl und aktuell Marcel Schäfer konnten den Ansprüchen der Sachsen aus unterschiedlichen Gründen (noch) nicht gerecht werden. Und Leipzigs Rekord-Verkauf Josko Gvardiol, der 2023 für 90 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, wurde noch 2020 von Krösche als Sport-Direktor verpflichtet.
Krösche ist für Eintracht Frankfurt eine „1A-Plus-Lösung“
Wenn Krösche heute auf seine Zeit in Leipzig zurückblickt, dürfte er deutlich gelassener als 2021 sein. Mintzlaff und RB Leipzig müssen sich dagegen fragen, warum Krösche bei RB Leipzig nicht zur „1A-Plus-Lösung“ geworden ist.