VonChristoph Wutzschließen
Als Ex-Top-Biathletin und heutige Bergführerin ist Laura Dahlmeier für ihren langen Atem bekannt. Den zeigte sie jetzt auch eindrucksvoll auf dem Rad.
Nizza/Arco – Laura Dahlmeier mutiert immer mehr zur Extremsportlerin. Nachdem die ehemalige Weltklasse-Biathletin erst kürzlich den höchsten Berg der Türkei bestieg, weilte sie jetzt im südfranzösischen Aiglun auf einer Kletterexpedition. Als ihr dort ihr Auto einen Strich durch die Rechnung machte, entschied sie sich spontan, auf dem Rennrad weiterzureisen – und fuhr ohne Unterbrechung bis zum Gardasee in Italien.
| Laura Dahlmeier | |
|---|---|
| Geboren: | 22. August 1993 (Alter: 29 Jahre), Garmisch-Partenkirchen |
| Disziplin: | Biathlon |
| Größte Erfolge: | 2x Olympia-Gold, 7x WM-Gold, 33 Weltcup-Siege |
| Karriereende: | 2019 |
Dahlmeier startete nach Auto-Panne „kurzerhand ein Bikepacking-Abenteuer“ in Südfrankreich
Dahlmeier war mit ihrer Begleiterin einige Tage im Süden Frankreichs unterwegs gewesen und hatte dort unter traumhaften Bedingungen mehrere Anstiege bewältigt. Als die beiden Bergläuferinnen im Kletterareal Aiglun in der Provence angekommen waren, spielte plötzlich ihr Auto nicht mehr mit.
Während sich ihre Kollegin erfolgreich mit dem Wagen nach Hause mühte, hatte die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin, sonst auch als Biathlon-Expertin für das ZDF im Einsatz, offenbar noch nicht genug von der idyllischen provenzialischen Landschaft gesehen – und machte die Not zur Tugend: „Ich habe mein Glück auf dem Rennrad gesucht und kurzerhand ein Bikepacking-Abenteuer gestartet“, schrieb Dahlmeier unter einem Instagram-Beitrag.
Dahlmeier fuhr in persönlicher Bestzeit mit dem Fahrrad von Nizza zum Gardasee
Und dabei zeigte die Garmisch-Partenkirchnerin einmal mehr jenen langen Atem, der sie bereits zu ihrer aktiven Zeit auf Skiern ausgezeichnet hatte. Anstatt das herrliche Wetter und die bloße Aussicht an der Cote d‘Azur zu genießen, machte sich Dahlmeier, die sich nach Bergtouren gewöhnlich ein Bier gönnt, zu „einer laaangen Etappe nonstop von Nizza nach Arco am Gardasee“ in Italien auf.
Dabei legte sie mehr als 500 Kilometer zurück. Zunächst radelte sie entlang der Mittelmeerküste und überquerte dabei die französisch-italienische Grenze. Erst kurz vor Genua, also nach rund 200 Kilometern, verabschiedete sie sich vom Meer und düste weiter gen Norden. Nach einer persönlichen Rekord-Gesamtzeit von knapp 20 Stunden und über 6.000 verbrannten Kalorien kam die 29-Jährige schließlich in Arco an. Eine schwer beeindruckende Leistung, zumal sie auf ihrer Fahrt auch fast 3.000 Höhenmeter bewältigte.
Weil sie „nicht nass werden“ wollte: Dahlmeier radelte kurzerhand 500 Kilometer am Stück
Dabei wollte sie den Kurs eigentlich abschnittsweise bestreiten: „Die Idee, die gut 500 Kilometer am Stück durchzuziehen, kam spontan während der Fahrt“, schrieb Dahlmeier auf Instagram und führte auch den kuriosen Grund dafür an: „Schließlich wollte ich nicht nass werden und der Hintern tut ja eh irgendwann weh“, so die siebenfache Biathlon-Weltmeisterin, die im Durchschnitt mit 26,3 Stundenkilometern unterwegs war.
Dahlmeier zeigte sich begeistert von ihrer körperlichen Leistung – und das nicht zum ersten Mal: „Ich bin immer wieder überrascht, wie mich neue Herausforderungen motivieren und pushen und sich dadurch die eigenen Grenzen verschieben lassen“, kommentierte die 29-Jährige ihren Mega-Sprint auf dem Rennrad.
Damit, dass dies ihr letztes sportliches Ausrufezeichen war, ist also sicherlich nicht zu rechnen. Zuletzt schloss Dahlmeier ihre Ausbildung zur Bergführerin ab. (wuc)
Rubriklistenbild: © Screenshot (2): Laura Dahlmeier/Instagram

