WM-Debakel: Südkorea-Trainer erfasst Deutschlands großes Problem mit nur einem Satz
VonMarius Epp
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Deutschlands nächstes Fußball-Debakel: Auch die DFB-Frauen scheiden in der WM-Vorrunde aus. Südkoreas Trainer hat Mitleid und analysiert treffend.
Brisbane – Der deutsche Fußball erlebt momentan eine der schwersten Stunden seiner Geschichte. Sowohl die Männer als die Frauen kommen bei der Weltmeisterschaft nicht über die Gruppenphase hinaus. Auch der Nachwuchs enttäuschte jüngst auf ganzer Linie, als die U21 als Gruppenletzter bei der EM ausschied. Was ist eigentlich mit der einst so stolzen Fußball-Nation passiert?
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Für Südkorea ging es um nichts mehr. Trotzdem kämpften die Asiatinnen bis zum Umfallen und kauften der deutschen Elf teilweise den Schneid ab. Gegen Deutschland schossen die Koreanerinnen ihr einziges Turniertor und ergatterten ihren einzigen WM-Punkt – für die kleine Fußballnation ein riesiger Erfolg.
Das war auch an der Reaktion des englischen Trainers Colin Bell zu erkennen. „Wir als Mannschaft brauchten ein Erfolgserlebnis, wir brauchen ein Tor. Nach dem Tor ist eine ganze Last uns abgefallen, das hat man gesehen“, reagierte er nach dem Spiel überglücklich. Der Brite verbrachte viele Jahre als Spieler und Trainer in Deutschland, führte unter anderem den 1. FFC Frankfurt 2015 zum Champions-League-Sieg.
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„Ich kenne die deutsche Mannschaft in- und auswendig. Wir haben befreit aufgespielt, taktisch sehr clever“, lobte er sein Team. Aufgrund seiner langen Zeit in Deutschland hatte er auch Mitleid mit dem deutschen Team. „Sie haben alles versucht. Ich habe bis fünf Minuten nach dem Spiel nicht gewusst, dass Deutschland raus ist. Das tut mir echt leid. Über die Hälfte meines Lebens habe ich in Deutschland verbracht, ich liebe das Land. Mein Sohn, meine Enkelin, sie sind deutsch.“
Eine schonungslose Analyse über das DFB-Aus schob er dann auch noch hinterher. Mehr als einen Satz benötigte er nicht, um das deutsche Problem auf den Punkt zu bringen: „Nur mit hohen Bällen in den Strafraum …“, beschrieb Bell Deutschlands Dilemma und legte nach: „Das wäre ein Mittel gewesen, wenn Eun-sun nicht da gewesen wäre. Aber sie ist eben auch eine Waffe.“
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„Keine Probleme bereitet“: Südkorea-Trainer analysiert DFB-Aus
Mit Eun-sun Park wechselte er eine 1,82 Meter große Frau, die eigentlich Stürmerin ist, ein und setzte sie auf Alexandra Popp an. Ein taktischer Schachzug, der voll aufging.
„Bis auf Sydney Lohmann hat uns Deutschland keine Probleme mehr bereitet“, analysierte er treffend. Tatsächlich wirkte das deutsche Spiel oft eindimensional. Meist versuchten es die DFB-Frauen mit hohen Bällen auf die kopfballstarken Popp und Schüller, nur war Südkorea darauf eben vorbereitet.