Stelvio wirft Athleten ab

Nach Horror-Sturz und Kopf-OP auf der Intensivstation: So geht es Ski-Superstar Sarrazin

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Beim Weltcup-Training in Bormio verletzte sich Ski-Superstar Cyprien Sarrazin schwer. Er liegt auf der Intensivstation und wurde am Kopf operiert.

Update vom 28. Dezember, 17.45 Uhr: Aufatmen nach der schweren Kopfverletzung von Ski-Star Cyprien Sarrazin. Nach seiner OP am Freitagabend sei der 30-Jährige inzwischen wieder wach bei Bewusstsein. Sein Zustand sei stabil, teilte der französische Verband am Samstagnachmittag mit. Sarazin werde nun für eine noch unbestimmte Zeit unter Beobachtung bleiben, sagte der Arzt des französischen Alpinskiteams, Stéphane Bulle, in der Mitteilung.

Update vom 28. Dezember, 9.32 Uhr: Cyprien Sarrazin wurde am Freitagabend nach seinem schweren Sturz operiert. „Die Operation verlief gut“, teilte der französische Skiverband am Samstagmorgen mit. „Er bleibt vorerst in Narkose.“ Weitere Informationen will die FFS im Laufe des Tages mitteilen.

Die Not-OP wurde den Angaben des Verbands nach durchgeführt, um „das intrakranielle Hämatom zu dekomprimieren“. Sarrazin war infolge seines Sturzes aus großer Höhe mit Rücken und Kopf auf die eisige Piste in Bormio gekracht.

Ski-Star Sarrazin liegt auf der Intensivstation – erste Diagnose da

Update vom 27. Dezember, 17.04 Uhr: Wie der französische Skiverband (FFS) bestätigte, liegt Ski-Star Cyprien Sarrazin nach seinem schweren Sturz in Bormio auf der neurologischen Intensivstation eines italienischen Krankenhauses.

Bei Sarrazin wurde ein subdurales Hämatom, eine Einblutung im Hirn, diagnostiziert. Je nach Schwere kann diese Verletzung auch lebensgefährlich sein. „Cyprien ist bei Bewusstsein, wird aber weiterhin überwacht“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Nach Absprache mit den Chirurgen werde er am Freitagabend noch operiert, hieß es.

Die Stürze auf der Stelvio haben die Gemüter erhitzt, einige Athleten warfen den Veranstaltern in Bormio schlechte Pistenpräparierung vor. Sarrazins Landsmann Nils Allegre wurde im Interview mit Eurosport deutlich: „Die Verantwortlichen respektieren die Athleten nicht“, sagte er. „Meiner Meinung nach haben sie die Olympischen Spiele nicht verdient“, echauffierte er sich weiter. Im Februar 2026 finden in Bormio die olympischen Wettbewerbe der Herren im Ski alpin statt.

Ski-Star Sarrazin stürzt schwer auf der Stelvio

Erstmeldung vom 27. Dezember: Bormio – Die berüchtigte Stelvio wird ihrem Ruf als einer der schwersten Abfahrtsstrecken der Welt wieder einmal gerecht. Im Abschlusstraining für die Weltcup-Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr) stürzten einige Athleten schwer. Auch Ski-Ass Cyprien Sarrazin hat es erwischt – der Franzose gehört zur absoluten Weltspitze.

Sarrazin wurde im unteren Abschnitt der Stelvio-Piste an einer Welle ausgehoben und prallte aus rund drei Metern Höhe mit Rücken und Kopf auf die harte Strecke. Ein Rettungshubschrauber transportierte ihn ab. Wie der 30-Jährige musste auch der Italiener Pietro Zazzi mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.

Medizinisches Personal transportiert den Franzosen Cyprien Sarrazin ab.

Ski-Star Sarrazin schlittert regungslos Steilhang hinab – Helikopter bringt ihn in die Klinik

Der US-Amerikaner Kyle Negomir und der Schweizer Josua Mettler kamen im Abschlusstraining, das mehrfach unterbrochen werden musste, ebenfalls zu Fall. Informationen über die Schwere der Verletzungen gab es zunächst nicht.

Sarrazin schlitterte nach seinem Sturz regungslos den Steilhang hinab und wurde erst durch ein Sicherheitsnetz gebremst. Nach Informationen von Eurosport wurde er in ein Krankenhaus nach Mailand transportiert. Wie der TV-Sender am Freitagnachmittag berichtete, befinde sich der fünffache Weltcupsieger bei Bewusstsein.

Cyprien Sarrazin stürzte auf der Stelvio schwer und wird behandelt.

Schwere Stürze vor Ski-Weltcup in Bormio: „Einziger Überlebenskampf“

Beim Trainingsauftakt auf der Stelvio hatte Sarrazin noch die Bestzeit aufgestellt. Im Vorjahr hatte er die Weltcup-Abfahrt in Bormio gewonnen. Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt warnte nach seiner Fahrt vor der Abfahrt in Bormio: „Es ist die schwierigste Strecke mit den schwierigsten Bedingungen.“

Vom Sturz seines Rivalen Sarrazin war er geschockt: „Als Athlet will man das nicht sehen. Aber man kann sich denken, was da gerade passiert“, sagte er dem Schweizer Blick. Die Stelvio gleiche laut ihm einem „einzigen Überlebenskampf“.

Der 30-Jährige hatte im vergangenen Winter für Furore gesorgt und unter anderem die beiden Abfahrten auf der legendären Streif in Kitzbühel gewonnen. Dort finden an diesem Wochenende zwei Speed-Rennen der Männer statt – eine Abfahrt am Samstag und ein Super-G am Sonntag. (epp/dpa)

Rubriklistenbild: © Alessandro Trovati/dpa

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