Schiedsrichter für Bayern-Kracher gegen PSG wurde in seiner Heimat gerade erst suspendiert
VonKorbinian Kothny
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Maurizio Mariani pfeift PSG gegen Bayern. Der Italiener wurde nach schweren Fehlern beim Topspiel Neapel gegen Inter gerade erst suspendiert.
Paris – Das Topspiel der Champions League wischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München am Dienstagabend (21 Uhr) wirft seine Schatten – und ausgerechnet Maurizio Mariani soll die Partie leiten. Der 43-jährige Italiener steht dabei unter besonderer Beobachtung, denn erst vor wenigen Tagen wurde er in seiner Heimat von der Serie A suspendiert. Der gebürtige Römer kassierte die Strafe nach einer katastrophalen Leistung beim Spitzenspiel zwischen dem SSC Neapel und Inter Mailand Ende Oktober.
Marianis Fehlentscheidungen beim 3:1-Sieg Neapels gegen Inter sorgten für einen Eklat in Italien. Der Unparteiische pfiff einen höchst umstrittenen Elfmeter für die Gastgeber, nachdem ihn sein Assistent Daniele Bindoni auf einen vermeintlichen Kontakt aufmerksam gemacht hatte. Die italienische Presse sprach von einem „Phantomelfmeter“ und kritisierte, dass Mariani „mit Verzögerung pfiff und seine Meinung acht Sekunden später änderte“. Gleichzeitig übersah das Gespann ein klares Handspiel von Neapels Alessandro Buongiorno im eigenen Strafraum.
Bayern-Schiedsrichter pfiff am vergangenen Wochenende in der 2. Liga
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Italiens Schiedsrichter-Chef Gianluca Rocchi, der für seine strikte Haltung gegen „weiche Elfmeter“ bekannt ist, suspendierte Mariani und seinen Assistenten Bindoni umgehend. Beide wurden für die folgenden Spieltage in der Serie A gestrichen und stattdessen in die zweite Liga abkommandiert. Am vergangenen Wochenende leitete Mariani lediglich die Zweitliga-Partie zwischen Virtus Entella und dem FC Empoli (1:0).
Trotz dieser Degradierung in Italien darf der FIFA-Schiedsrichter nun eines der prestigeträchtigsten Spiele der Champions-League-Saison pfeifen. Mariani, der erst im Dezember 2024 in die höchste UEFA-Kategorie der Elite-Schiedsrichter aufgestiegen ist, hat in dieser Saison ohnehin nur wenige Einsätze gesammelt. Der Grund: Im Sommer war er bei der U20-Weltmeisterschaft im Einsatz und leitete dort sogar das Finale. In der laufenden Champions-League-Saison pfiff er bislang die Partie zwischen dem FC Liverpool und Atlético Madrid (2:3) im September.
Einmal die Note 1 – Youngster dreht auf ungewohnter Position auf
Die Personalie sorgt im Vorfeld des Duells zwischen den beiden punktgleichen Tabellenführern für Diskussionen. Der Corriere dello Sport bezeichnete Mariani als „Streitfall“. Für den FC Bayern und PSG, die beide mit neun Punkten aus drei Spielen makellos in die Königsklasse gestartet sind, könnte die Leistung des Unparteiischen im Parc des Princes spielentscheidend werden. (kk)