Kane trifft doppelt

FC Bayern schlittert haarscharf an nächster Pokal-Blamage vorbei – zwei Stars kassieren Note 5

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Der FC Bayern steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Gegen den SV Wehen Wiesbaden wackelte der Rekordmeister aber bedenklich. Die Einzelkritik.

Wiesbaden – Mit dem DFB-Pokal mag sich der FC Bayern einfach nicht mehr so richtig anfreunden. Nach den desolaten Resultaten der letzten Jahre scheint auch in dieser Spielzeit wieder der Wurm drin zu sein. Lange sah es nach einem souveränen Sieg der Münchner aus, doch dann drehte der Drittligist aus Wiesbaden plötzlich auf – auch, weil der Favorit sie bereitwillig ließ.

Die Bayern-Stars hatten gegen den Drittligisten aus Wiesbaden ihre liebe Müh‘.

Harry Kane (Elfmeter) und Michael Olise brachten die Bayern in Front, bevor der SV Wehen Wiesbaden mit einem Doppelschlag ausglich. Kane bekam noch einen Elfer, doch Keeper Florian Stritzel wuchs mit einer Glanzparade über sich hinaus und verwehrte dem Superstar die erneute Führung.

Als es nach Verlängerung roch, rächte sich der Engländer doch noch: Mit einem Kopfball sicherte er seinen Bayern den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals und verhinderte eine weitere Blamage.

Die Bayern-Stars in der Einzelkritik:

Jonas Urbig

Vertrat den rotgesperrten Manuel Neuer im Tor – machtlos bei beiden Gegentreffern. Note: 4

Sacha Boey

Schob immer wieder mit nach vorn. Den Elfmeter zum 1:0 holte er clever heraus. Note: 3 (ab 78. Konrad Laimer o.B.)

Jonathan Tah

War hinten erst kaum gefordert und spielte souverän – bis zur 64. Minute, als er böse patzte, Kaya entwischen und zum zwischenzeitlichen 1:2 einköpfen ließ. Note: 5

Minjae Kim

Mit Licht und Schatten. Rettete bockstark in der 38. Minute, als er einen Schuss von Kaya gerade noch so blocken konnte. Ließ sich dafür aber vor dem 2:2 düpieren, als er im Kopfballduell gegen Flotho den Kürzeren zog. Note: 4

Tränen, Trauer und Unmut: Die emotionalsten Abschiede beim FC Bayern München

Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel.
Am 23. Mai 2015 absolvierte Bastian Schweinsteiger gegen Mainz 05 sein letztes Pflichtspiel für den FC Bayern. Es war gleichzeitig sein 500. Bundesligaspiel. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an.
Rund drei Jahre später wurde Schweinsteiger dann auch mit einem offiziellen Abschiedsspiel verabschiedet. In einem Freundschaftsspiel trat der FCB gegen Schweinsteigers damaliges Team Chicago Fire an. © Philippe Ruiz
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2017 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück.
Gleich mehrere Bayern-Abschiede erlebte Claudio Pizarro. Der Peruaner verließ den FCB 2007 nach sechs Jahren in Richtung FC Chelsea. Nach einem Zwischenstopp in Bremen kehrte er 2012 zum FC Bayern zurück. © IMAGO / Lackovic
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“.
2015 war dann aber endgültig Schluss. Nach mehr als 200 Spielen und 87 Toren sagte Pizarro den Bayern-Fans „adios“. © IMAGO / MIS
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister.
2017 gab es einen weiteren emotionalen Bayern-Abschied. Kapitän Philipp Lahm beendete seine Karriere beim deutschen Rekordmeister. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere.
Der Weltmeister von 2014 verabschiedete sich auch beim FCB mit einem Titel. Mit seiner Mannschaft sicherte er sich die Deutsche Meisterschaft. Es war die achte Meisterschaft seiner Karriere. © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl.
Mit seinem Abschied war Lahm an diesem Tag nicht alleine. Auch Xabi Alonso sagte dem Rekordmeister an diesem Tag Lebewohl. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden.
Gemeinsam gewannen die beiden Weltstars beim FCB drei Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Supercup. Zwei grandiose Karrieren, die ein gemeinsames Ende fanden. © photoarena / Thomas Eisenhuth
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz.
Ein Abschied, der zu Tränen rührte. 2019 war nach 12 Jahren beim FCB für Franck Ribéry Schluss. Der Franzose wechselte in die Serie A zum AC Florenz. © IMAGO / Nordphoto
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional.
Gemeinsam mit David Alaba bildete der Flügelspieler auf der linken Seite ein europaweit gefürchtetes Duo. Der Abschied des Fanlieblings war daher besonders emotional. © Imago/photoarena / Thomas Eisenhuth
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand.
Vor allem auch, weil am selben Tag eine weitere Bayern-Legende in den Ruhestand ging. Arjen Robben verabschiedete sich damals in den vorübergehenden Ruhestand. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB.
Robben war genau wie Ribéry eine Identifikationsfigur der Münchener. Unvergessen: Sein Siegtor im Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. © Imago/ photoarena / Thomas Eisenhuth
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf.
Aller guten Dinge sind drei: Mit Rafinha wurde am selben Tag noch ein weiterer Akteur offiziell verabschiedet. Der Brasilianer lief von 2011 bis 2019 für den FCB auf. © IMAGO / Bernd Müller
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac.
Besonders traurig: Rafinha kam bei seinem letzten Spiel nicht zum Einsatz, saß 90 Minuten nur auf der Bank. Eine harte Entscheidung des damaligen Trainers Niko Kovac. © IMAGO / photoarena/Eisenhuth
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid.
2021 sagte ein weiteres Bayern-Urgestein Adieu. Nach 13 Jahren und unzähligen Titeln zog es David Alaba zu Real Madrid. © Frank Hoermann / SVEN SIMON
Alaba konnte sich zwar mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. Allerdings musste diese vor leeren Corona-Rängen gefeiert werden.
Vor leeren Corona-Rängen konnte sich auch Alaba mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft vom Rekordmeister verabschieden. © Imago/ Frank Hoermann / SVEN SIMON
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet.
Das gleiche Schicksal ereilte Jérôme Boateng und Javi Martinez. Der langjährige deutsche Nationalspieler und der Spanier wurden ebenfalls ohne Zuschauer verabschiedet. © IMAGO / Poolfoto
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“
Der Gewinn der Meisterschaft dürfte ihnen aber wohl dennoch Trost gespendet haben. Javi Martinez sagte bei seiner Verabschiedung: „Ich habe diesen Verein gelebt, immer alles für ihn gegeben.“ © IMAGO / Sven Simon
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“
Einen etwas unrühmlicheren Abschied erlebte Robert Lewandowski. Am 14. Mai 2022 stand er das letzte mal für den FC Bayern auf dem Platz. Nach dem Spiel sagte er: „Es ist gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war.“ © IMAGO/Teresa Kröger
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.
Wenige Wochen später verkündete er dann: „Meine Geschichte beim FC Bayern ist vorbei.“ Das sorgte für Spannungen mit der Vereinsführung. Lewandowski wechselte daraufhin zum FC Barcelona.  © IMAGO/Alexander Pohl

Raphael Guerreiro

Beackerte anstelle von Stanisic die linke Seite. Zeigte sich gewohnt ballsicher, schaltete sich oft in die Offensive ein. Note: 4 (ab 78. Josip Stanisic o.B.)

Joshua Kimmich

Gab dem Kombinationsspiel mit cleveren Zuspielen die Richtung vor, trieb seine Mitspieler immer wieder an. Note: 3

Aleksandar Pavlovic

Comeback nach Verletzungspause (Fraktur der Augenhöhle) mit Maske. Orchestrierte im Verbund mit Kimmich das Spiel, drehte auch selbst immer wieder nach vorne auf. Note: 3 (ab 67. Leon Goretzka: Spielte nach seiner Einwechslung eine unauffällige Partie. Note: 4)

Michael Olise

Ging in zahlreiche Dribblings und scannte den Raum immer nach Lösungen. Ganz cool beim 2:0, als den Ball im kurzen Eck unterbrachte. Schläfrig beim 1:2, als er die entscheidende Flanke nicht verhinderte. Note: 3

Lennart Karl

Feierte sein Startelfdebüt in einem Pflichtspiel. Quirlig, aktiv, immer auf der Suche nach der nächsten Aktion. Hat Spaß am Spiel und zeigt das auch. Artistischer und ganz frecher Lupfer über Gegenspieler May (53.). Note: 4 (ab 67. Serge Gnabry: Gab nach seiner Einwechslung sofort Gas. Zeigte sich als belebendes Element. Allerdings ohne Durschlagskraft. Note: 4).

Luis Diaz

Hätte Bayern nach elf Sekunden in Führungen bringen können, scheiterte aber an Stritzel. Nach zwei Toren war es der erste Schuss im Trikot des FCB, der nicht im Tor landete. Fand auch danach im Torhüter seinen Meister (20./26.). Spektakulär war dafür sein Fallrückzieher in der 37. Minute. Note: 5

Harry Kane

Vollstreckte den Elfmeter zum 1:0-Führungstreffer. Bügelte seinen verballerten Elfmeter (76.) mit dem Siegtreffer wieder aus. Note: 3

Aus Wiesbaden berichtet Bayern-Reporter Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic

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