Neuzugang soll sofort Anführer beim Rekordmeister sein

Taugt Tah zum Abwehrboss des FC Bayern?

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Der FC Bayern verpflichtete im Sommer Jonathan Tah von Bundesliga-Konkurrent Leverkusen ablösefrei. Der Innenverteidiger soll sofort Abwehrchef sein.

München - Leitwolf gesucht. Seit dem ablösefreien Abgang von David Alaba 2021 zu Real Madrid fehlt dem FC Bayern ein kommunikativer Abwehrchef. Mit der Verpflichtung von Jonathan Tah hofft Sportvorstand Max Eberl, diesen endlich gefunden zu haben.

„Ich bin von Natur aus jemand, der andere motivieren und inspirieren will. Das mache ich viel durch Kommunikation – aber man muss dabei nicht der Lauteste sein, wichtiger ist, in gewissen Situationen klar zu sein und den Überblick zu behalten“, erklärt Tah im Bayern-Magazin „51“.

Der Nationalspieler soll die Innenverteidigung des Rekordmesiters, die in der Vergangenheit immer mal wieder in wichtigen Spielen wackelig agierte, stabilisieren.

„Eine Führungsfigur kannst du nur sein, wenn du dich selbst führen kannst. Meine Philosophie lautet ‚leading by example‘: Du kannst nicht von anderen etwas fordern, was du selbst nicht lebst. Ich möchte auf dem höchsten Level und professionell agieren, den größten Fokus haben, in jedem Spiel konzentriert sein – erst dann kann ich anfangen, das von anderen zu erwarten und sie dann auch zu pushen“, findet Tah.

Neuzugang Jonathan Tah räumte Lyon-Angreifer ab und soll gleich Anführer in der Abwehr sein.

Bayern-Trainer Kompany schätzt Kim und Upamecano

In Leverkusen agierte Tah in der Dreierkette meist mit zwei Nebenmännern im Zentrum. Das plant Bayern-Trainer Vincent Kompany nach tz-Informationen nicht. Zwar sehen die Bayern-Bosse im 29-Jährigen jemanden, der sich weniger spielentscheidende Fehler leistet und auch mal den Ball in brenzligen Situationen wegbolzt. Vom Profil her passen Dayot Upamecano und Minjae Kim durch ihre Aggressivität und Aktivität grundsätzlich besser ins Spielsystem von Kompany.

„Ich sehe mich selbst am stärksten in der Rolle des Organisators innerhalb der Abwehrkette, aber auch davor. Ich möchte dafür sorgen, dass wir unser Mittelfeld und den Angriff defensiv bestmöglich absichern, gleichzeitig aber auch offensiv in allen Momenten unterstützen“, so Tah. „Wenn wir von hinten heraus schon einen wichtigen Einfluss auf die Offensivbemühungen nehmen und Angriffe initiieren, können wir umso dominanter auftreten und unsere Chancen auf den Sieg erhöhen.“

Eberl möchte den von ihm verpflichteten Tah vermutlich in der Stammelf sehen. Nicht auszuschließen aber, dass im Laufe der Saison wieder der komplett fitte Kim, den der Sportvorstand aber verkaufen möchte, neben Upamecano verteidigt. Philipp Kessler

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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