Ten Hag als größte Marke: Die Bundesliga hat ein massives Trainer-Problem
VonDaniel Michel
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Überwiegend Rookies und nationaler Durchschnitt auf der Trainerbank sollen die Teams in der Bundesliga nach vorne bringen. Wie soll das funktionieren?
München – Vor rund einem Jahrzehnt trainierten noch Trainer wie Pep Guardiola, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel oder Ralf Rangnick einen Klub in der Bundesliga.
Heute sind in der Bundesliga fast nur „No-Names“ tätig. Maximal besitzen Trainer wie Niko Kovač von Borussia Dortmund national ein gutes, aber kein überragendes Standing.
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Einzig Erik ten Hag sticht hervor. Er gilt zwar bei Manchester United als gescheitert, hatte aber immerhin den FA-Cup mit den Red Devils gewonnen. Und zuvor formte der Niederländer Ajax Amsterdam zum Abo-Meister in den Niederlanden.
Ansonsten liest sich die Trainer-Liste der Bundesliga, gemessen an ihren Ansprüchen, zu einer der besten der Welt zu zählen, wie ein Trauerspiel.
Ole Werner führte Werder Bremen zurück in die Bundesliga und soll nun RB Leipzig wieder zu einem europäischen Top-Klub formen.
Vincent Kompany steht beim FC Bayern am Beginn seiner Trainerkarriere
Vincent Kompany war ein erfolgreicher Fußballer, ist aber als Trainer auf Topniveau ein Rookie. Der Belgier soll jedoch den FC Bayern zurück in die Top Vier Europas führen.
Dino Toppmöller hat mit Eintracht Frankfurt national gute Arbeit geleistet und den Klub in die Champions League geführt. Aber auch für ihn gilt auf Topniveau: Er ist ein Rookie.
Sandro Wagner übernimmt FC Augsburg
Der FC Augsburg setzt auf Sandro Wagner, der viel Anerkennung genießt, aber in der Bundesliga erstmals Chefcoach ist.
Borussia Mönchengladbach geht in die dritte Saison mit Gerardo Seoane, der gute, aber keine außergewöhnliche Arbeit leistet.
Hoeneß lässt VfB Stuttgart jubeln
Der VfB Stuttgart baut weiter auf Sebastian Hoeneß, dem eine große Trainer-Zukunft bevorsteht, aber es fehlt ebenfalls noch an Erfahrung. Der DFB-Pokal-Triumph ist jedoch ein Statement.
Der große Hamburger SV ist zurück in der Bundesliga und schenkt seinem Aufstiegshelden, dem Rookie und früheren Kurven-Gänger Merlin Polzin Vertrauen.
Der 1. FC Köln ist ebenfalls zurück im Oberhaus und lässt einen Coach ohne Bundesliga-Erfahrung ran: Lukas Kwasniok.
Der 1. FC Heidenheim ragt mit Trainer Frank Schmidt und über 16 Jahren Zusammenarbeit heraus. Doch Schmidt war als Trainer eben nur für Heidenheim tätig.
Kurzum: Die Bundesliga-Klubs setzen oftmals auf unerfahrene und junge Coaches, in der Hoffnung, dass sie sich entwickeln. Hinzu kommen Trainer wie Kovač und Schmidt der Marke nationaler Durchschnitt.
Warum wandern die Stars ab?
Auf der anderen Seite wird sich aber in der Bundesliga gewundert, warum zahlreiche Fußballstars in die Premier League, nach Spanien oder teilweise Italien abwandern.
Die Antwort: Weil es eben nicht nur eine Frage des Geldes ist. Auch Stars wollen etwas hinzulernen und Titel gewinnen. Unerfahrene Trainer erwecken selten den Eindruck, dass sie dies zeitnah vollbringen können.
Die Bundesliga hat ein massives Trainer-Problem, dass sie schnell lösen sollte. Ansonsten geht es weiter in Richtung Ausbildungsliga.