DFB-Aufstellung gegen die Türkei: Nagelsmann beordert Havertz in die Abwehr
VonChristoph Wutz
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Deutschland trifft im Olympiastadion auf die Türkei. Dabei fallen zahlreiche DFB-Stars aus. Die Aufstellung für die Partie am Samstagabend.
Update vom 18. November, 19.47 Uhr: Jetzt herrscht Gewissheit: Der DFB hat die Aufstellung für das Länderspiel gegen die Türkei bekanntgegeben. Im Tor ersetzt Kevin Trapp den verletzten Marc-André ter Stegen.
Julian Nagelsmann bringt Benjamin Henrichs, Julian Brandt und Kai Havertz. Der Arsenal-Profi spielt hinten links – eine faustdicke Überraschung So sieht die Formation aus:
DFB-Aufstellung gegen die Türkei: Nagelsmanns Baustellen
„Marc-André ter Stegen wird für beide Spiele (gegen die Türkei und Österreich am 21. November, Anm. d. Red.) ausfallen, er hat akute Rückenschmerzen. Er wird vermutlich morgen früh nach Barcelona zurückreisen“, sagte Nagelsmann am Freitagabend auf der Pressekonferenz vor der Partie des DFB-Teams gegen die türkische Elf.
„Es ist so, dass er nicht spielen und auch nicht trainieren kann. Er hat gestern im Training ein bisschen was gespürt. Durch die Anreise und den Tag heute ist es schlechter geworden. Wie lange er ausfällt, werden wahrscheinlich die Ärzte in Barcelona entscheiden“, so der Bundestrainer weiter über eine seiner vielen Baustellen.
Wer ersetzt ter Stegen im DFB-Tor? Nagelsmann: „Ansatz ändert sich nicht“
Eine spontane Nachnominierung Manuel Neuers schloss der 36-Jährige entschieden war. Auch seine Spielidee für die Partie werde er nicht spontan umstellen: „Natürlich ändert sich der Ansatz gar nicht. Die anderen Torhüter können auch sehr gut Fußball spielen“, so der Bundestrainer.
„Demnach werden wir morgen nicht anfangen, jedes Ding nach vorne zu knüppeln, egal, wer im Tor steht“, stellte Nagelsmann, der durch den kurzfristigen Ausfall „überrascht worden“ sei, vorab klar. Einen Ersatz für das Spiel gegen die Türkei werde er „in Ruhe“ und in Absprache mit DFB-Torwarttrainer Andreas Kronenberg nach dem Abschlusstraining am späteren Freitagabend benennen.
DFB-Startelf: Nagelsmann sucht nach defensiver Stabilität gegen die Türkei
Im Spiel gegen die Türkei erwarte er defensive Stabilität vom DFB-Team, so Nagelsmann. „Auch wenn der Gegner den Ball hat, wollen wir weniger Raum preisgeben“, sagte der Bundestrainer am Freitag. Dies sei gerade „mit Blick auf ein großes Turnier“ wie die EM 2024 entscheidend.
„Wir werden aber nicht unser Heil nur in der Defensive suchen“, machte der 36-Jährige auch deutlich. Er erwarte mit den Türken eine „fußballerisch sehr starke Mannschaft“, so der Bundestrainer weiter.
Vor Spiel gegen die Türkei: Nagelsmann fordert „Straßenkicker-Gen“ von DFB-Star
Zudem forderte er eine „gewisse Variabilität“ von seinen Spielern – unter anderem von Offensiv-Star Florian Wirtz. „Besonders schätze ich seine Kreativität und seinen Mut, den er hat im eigenen Ballbesitz. Er ist sehr fleißig, läuft extrem viele Kilometer bei Leverkusen“, schwärmte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vom 20-Jährigen.
Dennoch fordert er von Wirtz mehr im DFB-Trikot: „Er ist ein bisschen demütiger als bei Leverkusen in seinem Auftreten, aber das braucht er gar nicht. Das gesunde Straßenkicker-Gen, das er hat, darf er auch bei uns in der Nationalmannschaft zeigen. Wir brauchen Spieler wie ihn, Spieler wie Jamal (Musiala, Anm. d. Red.) auf solchen Positionen. Spieler mit Torgefahr, die Spieler wie Leroy (Sané, Anm. d. Red.) in Szene setzen. Er könnte bei uns noch mehr Einfluss haben und frecher sein, was er in Leverkusen macht“, stellte Nagelsmann in Aussicht.
Früher und heute: So hat sich Bundestrainer Julian Nagelsmann verändert
DFB-Aufstellung gegen die Türkei: Zeit für die „hässlichen Vögel“?
Im Kader hoffen einige Akteure auf ihr Nationalmannschaftsdebüt. Mit Janis Blaswich, Robert Andrich, Marvin Ducksch, Grischa Prömel und Oliver Baumann stehen gleich fünf Spieler im Aufgebot, die den Adler bislang nicht auf der Brust trugen.
Das könnte sich gegen die Türkei ändern. Vor allem für Angreifer Ducksch wäre ein DFB-Debüt doppelt besonders. Schließlich würde er mutmaßlich an der Seite des gesetzten Niclas Füllkrug stürmen – womit die selbstbetitelten „hässlichen Vögel“ wiedervereint wären. Die beiden hatten bis zum Sommer rund zwei Jahre zusammen für Werder Bremen gespielt und sowohl in der zweiten, als auch in der ersten Bundesliga für Furore gesorgt.
Mögliche DFB-Elf gegen die Türkei: Frankfurts Trapp ersetzt wohl ter Stegen
Vermutlich wird der Bundestrainer im Tor auf Kevin Trapp setzen. Anders als die anderen beiden nominierten Torhüter, Oliver Baumann und Blaswich, verfügt der Frankfurter bereits über Länderspiel-Erfahrung. Davor wird er wohl auf eine Viererkette setzen: Antonio Rüdiger und Mats Hummels dürften in der Innen- auflaufen, der formstarke Jonathan Tah und Benjamin Henrichs in der Außenverteidigung. Zwischen den Strafräumen werden wohl Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan für Stabilität sorgen.
Florian Wirtz dürfte im offensiven Mittelfeld wirbeln, an seiner Seite könnte Kai Havertz starten. Auf den zuletzt herausragend spielenden Leroy Sané wird Nagelsmann im Gradmesser gegen die Türkei wohl kaum verzichten, ebenso wie auf Sturmspitze Füllkrug. Zwar handelt es sich bei der Partie um ein Testspiel, doch die EM rückt immer näher – viel Zeit für Experimente bleibt dem Nationaltrainer also nicht mehr.