VonAlexander Kaindlschließen
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann wechselte nach der Roten Karte für Dayot Upamecano ausgerechnet Kapitän Thomas Müller aus. Didi Hamann kann das nicht verstehen.
Mönchengladbach - Der FC Bayern München verliert bei Borussia Mönchengladbach. Ein Blick in die jüngere Bundesliga-Vergangenheit zeigt: Das kann schon mal vorkommen. Von den jüngsten fünf Vergleichen im Borussia-Park gewannen die Fohlen drei. Es gab ein Remis und nur einen Bayern-Sieg.
| Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München 3:2 (1:1) |
| 1:0 Stindl (13.), 1:1 Choupo-Moting (35.), 2:1 Hofmann (55.), 3:1 Thuram (84.), 3:2 Tel (90.+3) |
| Torschüsse: 17:13 |
| Schiedsrichter: Tobias Welz |
Upamecano-Platzverweis wirbelt Bayern-Spiel in Gladbach durcheinander
Auch an diesem 21. Spieltag des deutschen Fußball-Oberhauses ging Gladbach wieder als Sieger vom Platz. Eine gewaltige Rolle spielte dabei die Rote Karte für Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano. Der Franzose flog nach einer Notbremse vom Platz - bereits nach acht Minuten.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann musste daraufhin reagieren und wechseln. Mit Joao Cancelo brachte er einen nominellen Außenverteidiger.
Nagelsmann wechselt Müller nach 16 Minuten aus: „Eine beschissene Entscheidung“
Offensivmann und Kapitän Thomas Müller hatte deshalb nach 16 Minuten Feierabend. Hinterher erklärte der Coach: „Eine beschissene Entscheidung. Tut mir auch für Thomas leid.“
Nagelsmann und sein Trainerteam hätten „dann überlegt, was ist sinnvoll, was kann man machen, wie können wir umstellen. Es kann dann jeden treffen. Ich habe ihm auch gesagt, wir brauchen maximalen Speed, wir brauchen Choupo für die Standards. Das sind viele Faktoren, die nichts mit Thomas zu tun haben. Das ist beschissen, mach ich auch nicht gerne“.
Thomas Müller nach der Pleite in Gladbach: „Scheiß Spielverlauf. Ciao.“
Dass es ausgerechnet Müller, Fan-Liebling, Ur-Bayer, Identifikationsfigur, getroffen hat, war sinnbildlich für diesen gebrauchten FCB-Nachmittag.
Der 33-Jährige selbst hatte nach der Partie offenbar kurz vor, sich zu äußern. Er war schon in die Box für Interviews eingebogen und holte tief Luft. Dann überlegte er es sich doch noch anders. Er wartete keine Frage ab, sagte nur: „Scheiß Spielverlauf. Ciao.“ Und ging. Müller war noch nie so früh ausgewechselt worden. Und das als Kapitän. Das 429. Bundesliga-Spiel für den FC Bayern, womit er auf Rang zwei der Rekordliste - hinter Sepp Maier (473) - mit Oliver Kahn gleichzog, hatte er sich natürlich anders vorgestellt.
Müller-Drama beim FC Bayern: Hamann kann Nagelsmann-Entscheidung nicht fassen
Für den Sky-Experten und Ex-Bayern-Profi Dietmar Hamann war Nagelsmanns Handeln aber falsch. „Den Kapitän da rauszunehmen, geht nicht“, sagte er: „Wenn du ihn in der Phase vom Platz nimmst, hätte er gar nicht Kapitän sein sollen.“ Er mache sich „als Trainer angreifbar“, meinte der Ex-Nationalspieler: „Was das für Wellen schlägt, werden wir erst in den nächsten Tagen sehen.“
Auch bei den Fans wurde die frühe Müller-Auswechslung heiß diskutiert. Für Diskussionen sorgte natürlich auch die Nagelsmann-Entschuldigung in Richtung Schiedsrichter Tobias Welz. Der Bayern-Trainer bekam eine Antwort von dessen Namensvetter. (akl)
Rubriklistenbild: © Jan Huebner / Imago

