„Ist mir fast unangenehm“: Thomas Müller mit Bayerischer Staatsmedaille ausgezeichnet
VonHanna Raif
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FC-Bayern-Star Thomas Müller ist auch neben dem Platz engagiert. Für seine sozialen Verdienste wurde er nun mit einer Staatsmedaille ausgezeichnet.
München - Thomas Müller war nur einer von vielen Geehrten und doch war sein Gastspiel am Dienstag im Hubertussaal im Schloss Nymphenburg endlich mal wieder ein gelungener Auftritt. Der Bayern-Star wurde neben 19 anderen Menschen, darunter Paralympics-Star Anna Schaffelhuber und Schauspieler Elmar Wepper, für seinen Einsatz als Botschafter der „Nicolaidis Young Wings Stiftung – Hilfe für junge Trauernde“ mit der Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste ausgezeichnet.
Thomas Müller
Geboren:
13. September 1989 in Weilheim
Beim FC Bayern seit:
Juli 2000
Pflichtspiele für den FC Bayern:
661 (234 Tore, 255 Vorlagen)
Länderspiele:
121 (44 Tore)
FC-Bayern-Star Thomas Müller erhält Bayerische Staatsmedaille und gibt sich bescheiden
„Sie haben mit ihrem jahrzehntelangen Engagement ein glattes Tor geschossen“, hieß es in der Laudatio, „die Menschen in unserem Land verehren Sie – und das auch und gerade jetzt“. Der 33-Jährige wurde als „Kumpel und Freund“ der Fans bezeichnet, vor allem aber für sein Engagement als Botschafter geehrt, das er „mit ganzer Kraft“ lebt.
Müller selbst kam lachend auf die Bühne, der Trubel um seine Person aber war ihm fast unangenehm. Leicht heiser wirkte er, zudem wollte er sich bei der Auszeichnung durch Sozialministerin Ulrike Scharf (55) nicht zu sehr ins Rampenlicht stellen. „Es ist mir fast unangenehm zwischen den Menschen zu sitzen, die sich schon ganz lange engagieren“, sagte der 33-Jährige. „Für mich ist es nichts Besonderes, was ich da mache, auch wenn ich weiß, dass ich den Kindern helfe. Es gibt heute ganz andere Persönlichkeiten unter uns, aber ich bleibe dran“, sagte er, bevor er die Bühne fluchtartig verließ.
Thomas Müller: „Hier steht nicht der Weltmeister im Mittelpunkt, sondern die Kinder“
Das will er freilich auch auf dem Platz, wo ab Mittwoch die Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC beginnt. Der Termin, die Feierstunde, war der Abschluss von drei Tagen, in denen er sich wie seine Kollegen „von den Familien aufpäppeln lassen“ wollte.
Knapp zwei Stunden lauschte Müller den Laudatios auf 19 neue Medaillenträger aus der ersten Reihe – sichtlich stolz auf sein Projekt. „Hier steht nicht der Weltmeister Thomas Müller im Mittelpunkt, sondern die Kinder und Jugendlichen“, hieß es. Manchmal ist das deutlich wichtiger als alles, was auf dem Platz passiert – und dennoch ließ es sich Müller nicht nehmen, von sich aus die Brücke zum Sport zu schlagen.
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Auszeichnung des Sozialministeriums: Thomas Müller spricht seinen „höchsten Respekt“ aus
„Der Mensch ist auch so konzipiert, dass wir trotzdem dranbleiben müssen. Ich bin vom Charakter her auch eher so, immer wieder neu anzupacken“, so der Bayer. „Es gibt immer wieder Rückschläge. Was mich betrifft, geht es um Fußball. Aber es gibt ganz andere Tragweiten von Problemen, die auftauchen können. Deswegen haben die Menschen, die wir heute erleben durften, meinen höchsten Respekt.“ (Hanna Raif)