Kurioses Video aus der Allianz Arena

Deniz Aytekin crasht Interview von Thomas Müller: Wirbel um „180-Kilo“-Wutrede

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Schiedsrichter Deniz Aytekin platzte nach der Bayern-Pleite gegen Leipzig der Kragen. Thomas Müller unterbrach für die Wutrede sogar sein Interview.

München – Emotionen pur: Auf dem Platz, neben dem Platz und auch noch nach dem Spiel ging es am Samstagabend zur Sache. Der FC Bayern München verlor zuhause gegen RB Leipzig mit 1:3 und lieferte Borussia Dortmund damit eine Steilvorlage im Kampf um die Meisterschale. Rund um Schiedsrichter Deniz Aytekin gab es im Nachgang noch Diskussionen.

Deniz Aytekin
Geboren:21. Juli 1978 (Alter 44 Jahre), Nürnberg
Beruf:Betriebswirt
Bundesliga-Schiedsrichter seit:2008

Deniz Aytekin nach Bayern-Pleite gegen Leipzig im Fokus

Der Franke hatte das Spitzenspiel zwischen Bayern und RB geleitet, rückte mit einer Aktion aber ins Zentrum der Kritik von Ex-Referee Manuel Gräfe. Der frührere Top-Schiri beobachtet die Leistungen der Unparteiischen als TV-Experte des ZDF, außerdem äußert er sich via Twitter immer wieder zu diskutablen Entscheidungen. Konkret ging es Gräfe bei seinen aktuellen Einwänden um ein vermeintliches Halten gegen Bayern-Star Leon Goretzka vor dem 1:1-Ausgleich, das nicht geahndet wurde.

Aytekin sollte daraufhin ein Statement abgeben, ihm platzte deswegen aber in den Katakomben der Allianz Arena der Kragen. Ausgerechnet zu der Zeit, als Thomas Müller ein TV-Interview für Sport1 geben wollte – der Münchner unterbrach sein Gespräch sogar, um den schimpfenden Schiri zu hören. Dessen Wut war bei laufender Kamera deutlich zu hören.

Deniz Aytekin platzte in den Allianz-Arena-Katakomben der Kragen. Thomas Müller hörte aufmerksam zu.

Wütender Schiri Aytekin crasht Müller-Interview: Wirbel um „180-Kilo“-Wutrede

„Im Stadion redet kein Mensch vom Schiedsrichter“, begann Aytekin seine Wutrede. „Der Manuel, der sitzt in Berlin mit seinen 180 Kilo und labert so eine Scheiße und das geht mir langsam gegen den Strich. Das ist ein Wahnsinn.“ Müller, der wenige Meter daneben stand, stoppte in seinen Ausführungen vor der Kamera und meinte: „Da hören wir gespannt zu.“

Aytekin echauffierte sich weiter. Er solle „wegen einem Zupfer irgendeinen Scheiß erzählen. Das hat ja nichts mehr mit Sport zu tun. Das Spiel wurde durch die Spieler entschieden. Ich bin gerade auf 180“.

Thomas Müller scherzt nach Ausraster von Deniz Aytekin: „Die 180 wurden doppelt verwendet“

Anschließend entschuldigte sich Aytekin bei Müller für die Störung von dessen Interview. „Alles gut, ich höre gerne zu“, antwortete der 33-Jährige und fügte mit einem Lachen in Richtung Sport1-Kamera hinzu: „Die 180 wurden doppelt verwendet.“ Im ZDF-„Sportstudio“ wurde am späten Samstagabend die Szene vor dem zwischenzeitlichen 1:1 der Leipziger erneut thematisiert. Aytekin erklärte dabei, dass er auch trotz eines leichten Haltens dabei kein Foul für Bayern pfeifen könne.

Auch am Sonntag sagte Aytekin, er und sein Team seien froh gewesen, das wichtige Spiel in München ohne größeren Fehler überstanden zu haben. Daher sei er sehr emotional geworden, als er direkt nach dem Spiel für ein Interview wegen Gräfes Kritik angefragt worden sei. „Dann bin ich ausgetickt. Für die Wortwahl möchte ich mich in aller Deutlichkeit entschuldigen. Das war völlig drüber. Ich ärgere mich sehr über mich selber und die Wortwahl“, sagte Aytekin bei der Bild und kündigte eine Spende von 5000 Euro für einen guten Zweck als Buße für seinen Ausraster an. 

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Manuel Neuer, Tor: zweiter Vorname: Peter
Manuel Neuer, Tor: zweiter Vorname: Peter © Passion2Press / Imago
Jonas Urbig, Tor: zweiter Vorname: Kurt
Jonas Urbig, Tor: zweiter Vorname: Kurt © DeFodi Images / Imago
Eric Dier, Abwehr: weitere Vornamen: Jeremy Edgar
Eric Dier, Abwehr: weitere Vornamen: Jeremy Edgar © Ulmer/Teamfoto / Imago
Dayot Upamecano, Abwehr: zweiter Vorname: Oswald
Dayot Upamecano, Abwehr: zweiter Vorname: Oswald © Ulmer/Teamfoto / Imago
Alphonso Davies, Abwehr: zweiter Vorname: Boyle
Alphonso Davies, Abwehr: zweiter Vorname: Boyle © Passion2Press / Imago
Leon Goretzka, Mittelfeld: zweiter Vorname: Christoph
Leon Goretzka, Mittelfeld: zweiter Vorname: Christoph © Ulmer/Teamfoto / Imago
Raphael Guerreiro, Mittelfeld: weitere Vornamen: Adelino José
Raphael Guerreiro, Mittelfeld: weitere Vornamen: Adelino José © Sven Simon / Imago
Joshua Kimmich, Mittelfeld: zweiter Vorname: Walter
Joshua Kimmich, Mittelfeld: zweiter Vorname: Walter © kolbert-press / Imago
Joao Palhinha, Mittelfeld: weitere Vornamen: Maria Lobo
Joao Palhinha, Mittelfeld: weitere Vornamen: Maria Lobo © RHR-Foto / Imago
Kingsley Coman, Mittelfeld: zweiter Vorname: Junior
Kingsley Coman, Mittelfeld: zweiter Vorname: Junior © Lackovic / Imago
Serge Gnabry, Mittelfeld: zweiter Vorname: David
Serge Gnabry, Mittelfeld, zweiter Vorname: David © Sportfoto Rudel / Imago
Leroy Sané, Mittelfeld: zweiter Vorname: Aziz
Leroy Sané, Mittelfeld: zweiter Vorname: Aziz © kolbert-press / Imago
Harry Kane, Sturm: zweiter Vorname: Edward
Harry Kane, Sturm: zweiter Vorname: Edward © Sven Simon / Imago

Aytekin und Brych wegen Gräfe verärgert

Gräfe sei zu seiner aktiven Zeit fachlich ein Top-Schiedsrichter gewesen. Jetzt führe er aber „irgendeinen Krieg gegen den DFB und irgendwelche Verantwortlichen“, sagte Aytekin. Dies dürfe nicht zulasten der derzeit aktiven Referees gehen. Gräfe solle sich lieber in der Ausbildung junger Schiedsrichter engagieren.

Die Situation war auch Thema beim Sport1-Doppelpass, wo mit Felix Brych ein weiterer erfahrener Schiedsrichter zu Gast war. Er schloss sich Aytekin an. Zur öffentlichen Kritik Gräfes sagte er: „Ich finde das auch nicht gut, was der Manu gerade macht.“ Gräfe wisse selbst, was es bedeutet, „so ein Spiel zu pfeifen. Dass er jetzt jede Woche einen von uns rauspickt und den attackiert – das gefällt mir überhaupt nicht“.

Unklare Zukunft beim FC Bayern München

Wie geht es jetzt weiter beim FCB? Heidi Klum stellte die Brazzo-Zukunft infrage, die Fans verließen das Stadion sogar vorzeitig. Zwei Bayern-Stars stehen möglicherweise vor dem Abschied, wie Szenen nach der Niederlage gegen Leipzig andeuteten. (akl/dpa)

Rubriklistenbild: © Revierfoto / Imago / Screenshot Sport1

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