Thomas Müller erklärt in Vancouver wahre Herkunft seines Spitznamens
VonAdrian Kühnel
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Thomas Müller zeigt sich amüsiert über seinen neuen Vancouver-Spitznamen und klärt auf, wie der legendäre „Raumdeuter“-Begriff entstanden ist.
Vancouver – „Ich dachte eigentlich, Raumdeuter allein reicht schon. Oder gibt es da noch mehr, dass es da ein ‚Ultimate‘ braucht?“ Thomas Müller konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er bei seiner offiziellen Vorstellung bei den Vancouver Whitecaps auf seinen neuen Spitznamen angesprochen wurde. Die Kanadier hatten mit der Verpflichtung der Bayern-Legende die Ankunft des „Ultimate Raumdeuter“ angekündigt.
Was viele vermutlich nicht wissen: Der Begriff „Raumdeuter“, der heute untrennbar mit Müllers Namen verbunden ist, entstand aus der Not heraus. „Ich habe das ja tatsächlich mal anfangs meiner Karriere über mich selbst gesagt, um mich zu beschreiben“, erklärte der Ur-Bayer. Der Grund? Die Journalisten konnten seine unkonventionelle Spielweise zu Beginn seiner Karriere schlichtweg nicht treffend analysieren.
Thomas Müller klärt über Bedeutung von Raumdeuter-Begriff auf
„Damals konnten die Journalisten meine Spielweise und vor allem den Erfolg meines Spiels nicht wirklich einordnen, nachvollziehen oder sogar glauben, warum das jetzt alles so funktioniert“, erinnerte sich Müller an seine frühen Jahre. Die Lösung? Eine „kleine Metapher“, wie er es nennt, um seine Stärken zu erklären.
Was als Notlösung begann, wurde zum Markenzeichen. Doch Müller blieb nie stehen. „Ich habe mein Spiel als Raumdeuter natürlich auch weiter adaptiert“, betonte er. Diese Anpassungsfähigkeit sei der Schlüssel zu seiner außergewöhnlichen Karriere gewesen. „Meine ganze Karriere lang habe ich es immer gut geschafft, mich auf meine Umfelder relativ schnell einzustellen“, analysierte Müller seine Stärken.
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Obwohl er dem FC Bayern über all die Jahre treu geblieben war, hatte er sich ständig neu erfinden müssen. „Meine Mannschaften, auch wenn ich immer bei Bayern geblieben bin, meine Mitspieler haben sich verändert. Der Spielstil des Fußballs hat sich verändert“, erklärte der Rekordspieler der Münchner.
„Ich fand immer wieder meine Nischen, um wichtig für meine Teams zu sein“, reflektierte der Routinier. Diese Fähigkeit macht ihn zuversichtlich für sein MLS-Abenteuer: „Deswegen habe ich auch überhaupt keine Sorge, mich anpassen zu können, egal was die Liga erfordert.“
Die Major League Soccer scheint wie geschaffen für Müller. Vancouver-Coach Jesper Sørensen habe ihm erklärt, „dass es tatsächlich eine sehr, sehr interessante Liga ist“, berichtete Müller. Der Grund: „Du hast innerhalb der Liga so viele unterschiedliche Spielstile, auf die du triffst.“ Anders als andere Ligen sei die MLS „nicht wirklich mit einem Stil gebrandet“, erklärte der Weltmeister von 2014.
Legende des FC Bayern will sich in Vancouver als „Ultimate-Chameleon-Raumdeuter“ beweisen
„Jede Mannschaft hat ihren eigenen Style und dementsprechend muss man sich auch immer wieder anpassen.“ Genau das, was Müller sein Leben lang perfektioniert hat. Mit seinem typischen Humor schlug Müller eine Erweiterung seines Spitznamens vor: „Vielleicht machen wir ein Ultimate-Chameleon-Raumdeuter draus oder irgendwie sowas.“
Doch der Perfektionist in ihm fügte sofort hinzu: „Aber das muss ich natürlich erst noch beweisen, dass ich das auch hier kann.“ Diese Mischung aus Selbstvertrauen und Demut, aus Humor und Ernsthaftigkeit, macht Thomas Müller aus. Nach 17 Jahren im Profi-Fußball ist seine Lernbereitschaft ungebrochen.
Die Anpassungsfähigkeit, die einst skeptische Journalisten überzeugte, wird ihm auch in Vancouver helfen. Der „Ultimate Raumdeuter“ ist bereit für sein nächstes Kapitel – und die MLS kann sich auf einen besonderen Spieler freuen.