„Das kommt jetzt, eine Minute nach dem Abpfiff?“ Müller völlig baff über Aus von Kahn und Brazzo
VonChristoph Gschoßmann
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Es passte zur chaotischen Saison: Rekordmann Thomas Müller erfuhr im Sky-Interview vom Aus der Bayern-Bosse Kahn und Salihamidzic.
München - Die zwölfte Meisterschaft für Thomas Müller war zweifellos eine Besondere: Selten war die Saison so verrückt, das Finale so dramatisch. Der FC Bayern sicherte sich durch ein spätes 2:1 in Köln die elfte Schale in Folge, während Konkurrent Borussia Dortmund am Ende nur ein einziges Tor fehlte. Doch, wie es zur turbulenten Saison passte, wurde Müller nur Augenblicke nach Schlusspfiff und im Moment des Triumphs auf ein ganz anderes Thema angesprochen. Die Entlassung von Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic.
Thomas Müller
Geboren:
13. September 1989 (Alter 33 Jahre), Weilheim in Oberbayern
Verein:
FC Bayern München
Position:
Hängende Spitze
Marktwert:
18 Millionen (Quelle: transfermarkt.de)
Müller wusste nichts vom Aus von Kahn und Salihamidzic
„Das kommt jetzt, eine Minute nach dem Abpfiff?“, zeigte sich Müller (weitere Stimmen) völlig überrascht von der Meldung, die am Tag des Saisonfinales eingeschlagen hatte wie eine Bombe. Müller meinte zu Moderator Sebastian Hellmann: „Ist ja ein guter Job von euch.“ Der FCB-Kapitän gab zu: „Davon wusste ich bis jetzt nichts.“
Müller, dessen zwölf Meisterschaften in der Bundesliga-Historie unerreicht sind, äußerte sich zur Trennung, die Präsident Herbert Hainer den Spielern in der Kabine bekannt gegeben hatte. Zu dem Zeitpunkt „waren wir im Siegestaumel und hatten alle vielleicht schon den ein oder anderen Schluck vom Zielwasser“. Er bedaure das Aus der beiden, „aber der Verein hat eben das Gefühl gehabt, dass sie da was tun müssen“, analysierte Müller und sprach auch explizit über Salihamidzic: „Bei Brazzo kann ich nur sagen, der war genauso fleißig wie damals auf dem Platz, dementsprechend nah war er an uns dran, da ist es für uns als Spieler auch nicht ganz so einfach. Aber am Ende ist so das Geschäft und wir werden heute trotzdem alle gemeinsam auch mit Oliver Kahn und Hasan einen trinken.“
Haben die Bayern den Titel nicht verdient? Müller: „Ich verstehe es“
Das fällt aber wohl aus. Ex-CEO Kahn wurde explizit ein Stadionbesuch und die Teilnahme an den Meisterfeierlichkeiten in Köln verboten, was dieser als „den schlimmsten Tag meines Lebens“ bezeichnete.
Die emotionalste Meisterschaft sei vielleicht seine erste gewesen, sagte Müller. „Aber ich glaube, das war die verrückteste. Und ich weiß nicht, ob man das messen kann, was die Bauchspeicheldrüse da so ausschüttet.“ Er gab zu, dass er diejenigen verstehen könne, die die Bayern trotz der Schale kritisieren. „Ich glaube, alle, die sich für deutschen Fußball interessieren, haben unterschwellig so ein Gefühl, dass wir es eigentlich nicht verdient haben. Und das spreche ich offen aus. Ich verstehe es“, so Müller. „Aber dieser Moment, der ist trotzdem unglaublich für die Truppe. Das ist was, woran man sich erinnert. Da ist grad Strom drauf.“
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Müller über die verrückte Bayern-Saison: „Wenn das ein Film gewesen wäre ...“
Insgesamt analysierte er die Saison als. „totales Chaos. Wenn das ein Film gewesen wäre, würden ihn auf jeden Fall viele Leute anschauen und würden dann sagen: Also langweilig war er nicht.“ (cgsc)