VonArmin T. Linderschließen
Thomas Müller weiß genau, was er wann warum sagt. Deswegen nimmt der FC-Bayern-Star auch gerne in Kauf, dass er sich vor dem Meister-Finale mit dem BVB unbeliebt macht.
München - Dieser Fuchs! FC-Bayern-Routinier und -Chefrhetoriker Thomas Müller kennt natürlich auch die Tabelle. Er weiß - wie ganz Bundesliga-Deutschland: Der FC Bayern kann in Köln (bei uns natürlich im Ticker sowie hier live im TV und Stream) nur noch Meister werden, wenn Dortmund im Heimspiel gegen Mainz patzt. Am Abend davor hat Thomas Müller auf seinen Instagram-Account ein Video hochgeladen, in dem er im FC-Bayern-Trikot auf der Couch sitzt und über den Showdown am 34. Spieltag sinniert. Der Clip geht ganz cool los - und hat es dann so richtig in sich!
| Thomas Müller | |
|---|---|
| Alter: | 33 Jahre (13. September 1989) |
| Position: | Sturm |
| Spiele für den FC Bayern München: | 665 |
FC-Bayerrn-Star baut vor Bundesliga-Finale Extra-Druck auf BVB auf
Denn: Müller baut in seinen Sätzen maximalen Druck auf den BVB auf. Er habe gelesen, die ganze Stadt, „ich glaube, 200.000 bis 400.000 Fans würden erwartet werden bei einer Meisterfeier. Ich sag mal so: Den Erwartungen von so vielen Menschen zu entsprechen, das musst du dann auch erst mal mit einem breiten Kreuz auf dem Platz hinbekommen. Wenn die ganze Dortmunder Süd den Sieg will, musst du dem als Spieler erst mal standhalten.“
Reicht das? Mitnichten! Müller legt nach: „Ich sag mal so: Wenn selbst ein Jürgen Klopp sagt, er ist nervös, dann wär‘s ja das Normalste der Welt, wenn die Spieler logischerweise auch nervös sind. Deshalb glaube ich schon, dass die Spieler diesen Druck auch spüren werden. Und darin liegt auch meine Hoffnung.“ Für die Bayern gelte: „Demütig bleiben, unseren Job machen und nehmen, was wir kriegen.“
Druckmach-Müller greift tief in die Psycho-Trickkiste! Sein Instagram-Video sagt nichts anderes als „Ihr seid‘s schon nervös, Dortmund, hm?“ Und wenn sie es davor nicht waren, könnten sie es danach sein. BVB-Fans dürften hoffen, dass Coach Edin Terzic seinen Mannen Instagram-Verbot erteilt hat. Oder zumindest der Müller-Account geblockt ist.
Thomas Müller mit cleverem Druckmach-Video - aber BVB-Fans werden stinkig
Clever ist es allemal vom 33-Jährigen. Aber Freunde macht sich Müller im BVB-Lager mit dem Video nicht unbedingt. Klar, viele Bayern-Fans feiern ihn in den Kommentaren, etwa mit Sätzen wie „Ehrlich wie kann man Müller nicht lieben?“ oder „Thomas, du musst diesen Realtalk öfters machen! Feier ich sehr“.
Ein anderer kassiert hingegen hunderte „Gefällt mir“-Angaben für seine Attacke auf Müller: „Guckt erstmal auf euch, bevor du mit protzigen Labereien an die Spieler kommst.“ Ein weiterer bekommt ebenfalls Dutzende Likes, wobei sich seine Wortwahl deutlich unterscheidet: „Sehr geehrter Herr Müller, machen Sie sich keine unnötigen Sorgen um den BVB. Verbreiten Sie auch keine Unsicherheit. Niemand ist nervös bei der Borussia. Die Borussia wird gewinnen und feiern, machen sie sich keine Sorgen. Sie waren vor langer Zeit mal ein guter Spieler, aber seitdem Sie selbst abgebaut haben, suchen Sie die Fehler ständig bei anderen. Sie sind unsportlich und neidisch.“
Ob Müller auch noch ein paar WhatsApp-Nachrichten an seine Nationalelf-Kollegen geschickt hat? Zuzutrauen wär‘s ihm, und es wären dann keine Pfingst-Grüße drin. Ein User jedenfalls analysiert zum Instagram-Video: „Kluger Schachzug. Noch bisschen Druck draufballern. Ob‘s was gebracht hat, sehen wa Samstag.“ So ist es. Und wie sieht eigentlich Bayern-Trainer Thomas Tuchel den Samstag der Entscheidung?
Rubriklistenbild: © Screenshot Thomas Müller/Instagram
