VonNico Scheckschließen
Beim FC Bayern hat sich in diesem Sommer einiges getan. Julian Nagelsmann plant offenbar einen Systemwandel. Dieser wird für einige Stars Konsequenzen haben.
Washington DC - Acht Jahre lang war es ein Naturgesetz beim FC Bayern München. Vorlage Müller, Tor Lewandowski. Thomas Müller und Robert Lewandowski, das passte einfach. Jetzt, im Sommer 2022, ist diese Ära zu Ende gegangen. Für rund 45 Millionen Euro Ablöse hat sich Lewandowski dem FC Barcelona angeschlossen.
Müller selbst verabschiedete Lewa per kuriosem Instagram-Post. Nun, da der zweifache FIFA-Weltfußballer weg ist, stellt sich FCB-Trainer Julian Nagelsmann die Systemfrage. Wem soll Müller künftig die Buden auflegen?
Neue Müller-Rolle? Nagelsmann kündigt „neues Bayern München“ an
21 Assists sammelte Müller allein in 32 Bundesliga-Partien in der abgelaufenen Saison. Acht, also fast die Hälfte seiner Vorlagen, gingen gen Lewandowski. Und ohne den Polen? „Es wird ein neues Bayern München“, erklärte Nagelsmann am Dienstag auf der Pressekonferenz zum Auftakt der USA-Tour.
Und tatsächlich: Laut Sport Bild testet der Bayern-Coach eine neue Formation. Demnach habe Nagelsmann in den ersten beiden Wochen der Vorbereitung ein 4-2-2-2 im Training spielen lassen. Dieses System hatte er schon in Leipzig und auch in der abgelaufenen Saison beim FCB hin und wieder ausgepackt.
Thomas Müller: Offensives Mittelfeld statt hängende Spitze beim FC Bayern
Klar ist auch, dass es in einem 4-2-2-2 nicht den einen Zielspieler à la Lewandowski geben wird. Auch die Rolle der hängenden Spitze, also Müllers Rolle, fällt in diesem System weg. Vielmehr dürfte Bayerns Assist-König im offensiven Mittelfeld hinter den beiden Spitzen agieren.
Laut Sport Bild ließ Nagelsmann im Training verschiedene Pressing-Situationen üben. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem Serge Gnabry. Gut möglich, dass er neben Star-Neuzugang Sadio Mané den neuen FCB-Sturm bilden soll - mit Müller als Vorlagengeber.
Wer spielt neben Thomas Müller beim FC Bayern?
Fraglich ist noch, wer den zweiten offensiven Part neben Müller im neuen Bayern-Konstrukt übernimmt. Kingsley Coman dürfte die besten Karten haben. Doch auch Leroy Sané kann diese Rolle ausfüllen. Und dann wäre da noch Shootingstar Jamal Musiala.
In Stein gemeißelt dürfte das 4-2-2-2 nicht sein. Nagelsmann plant weiterhin auch mit der Dreierkette in der Abwehr. Ein 3-5-2 ist damit ebenfalls denkbar. Mit Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui hat der FC Bayern in diesem Sommer gleich zwei Defensiv-Stars verpflichtet, die dieses System spielen können.
Fakt ist: Ob 4-2-2-2, 3-5-2 oder 4-3-3, Müller wird weiterhin eine entscheidende Rolle im neuen Bayern-Gebilde spielen. Innerhalb des Teams gilt er ohnehin als der Lautsprecher - manchmal auch zum Leidwesen anderer Spieler. Aus dem Flieger in die USA teilte Müller ein Instagram-Video, in dem einige Bayern-Stars entnervt auf den Ur-Bayer reagieren. (nc)
