Rekordmeister als Lachnummer?

„Causa Thomas Müller“: Max Eberl wird zum Buhmann gemacht

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Vereinslegende Thomas Müller scheint keinen neuen Vertrag beim FC Bayern zu bekommen. Vor allem Sportvorstand Max Eberl steht deswegen in der Kritik - ist das fair?

München - Laut übereinstimmenden Medieninformationen soll der 51-jährige Eberl derzeit mit einer schweren Erkältung das Bett hüten. Wenn trotzdem die Meldungen der letzten Tage an ihn herangetragen werden, könnten noch Magenschmerzen hinzukommen.

Eberl Aussage: „Hast du noch Bock?“ könnte zum Problem werden

In Sachen Vertragsverlängerung Thomas Müller wird der Sport-Boss nun größtenteils zum Buhmann erklärt, obwohl kein offizieller Stand vorliegt. Gerüchte, Spekulationen gehen in die Richtung, dass dem Weltmeister von 2014 überraschenderweise kein Angebot zu einer Verlängerung vorgelegt werden soll.

Eberl selbst hatte vor nicht allzu langer Zeit zur möglichen Kontraktverlängerung von Müller folgende Einstellung publik gemacht: „Wir werden uns in die Augen schauen und ich frage ihn `Hast du noch Bock´“? Die Entscheidung sollte - in Anbetracht der Verdienste des FCB-Rekordspielers nur korrekt - einzig und allein in den Händen des legendären „Raumdeuters“ liegen.

FCB-Sportvorstand Max Eberl.

Ehrenpräsident Hoeneß schaltet sich ein

In dieser Causa ließ aber vor einem Monat auch ein anderer aufhorchen: Anlässlich der Premiere der Dokumentation von „Thomas Müller – Einer wie keiner“ äußerte sich Uli Hoeneß zur Situation dahingehend, dass er dem 35-Jährigen ein Karriereende empfehlen würde, bevor er - sinngemäß - auf unwürdige Weise auf der Ersatzbank versauert. Angesichts des Anlasses gab es damals nicht wenige Stimmen, die das Statement des Ehrenpräsidenten als äußerst unpassend gesehen haben. Abserviert an einem Tag, an dem man verdientermaßen der große Protagonist ist?

Bekanntermaßen ist Hoeneß aber nicht nur seit über fünf Jahren der sechste Ehrenpräsident des Vereins, sondern er sitzt auch im Aufsichtsrat des FC Bayern. Ein Vereinsgremium, welches in den letzten Jahren gewaltig in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist.

Hoeneß und Rummenigge wieder am Ruder

Eigentlich wollte sich der 73-Jährige zur Ruhe setzen und seinen Herzensclub vom Tegernsee aus beobachten, seit er in der JHV des FC Bayern im November 2019 in der Olympiahalle den Staffelstab des FCB-Präsidenten an seinen eigenen Wunschnachfolger Herbert Hainer übergeben hat. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG, Karlheinz Rummenigge, tat knapp zwei Jahre später dasselbe mit seinem Posten. Oliver Kahn wurde der neue CEO.

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Als im Mai 2023 - von Hoeneß initiiert - Kahn und der Sportvorstand Hasan Salihamidžić entlassen wurden, holte der Ex-Präsident seinen ehemaligen Weggefährten Rummenigge zurück. Seitdem dominieren beide den scheinbar immer mächtiger werdenden Aufsichtsrat, dessen eigentlicher Vorsitzender der aktuelle Präsident Hainer ist - oder soll man sagen: wäre.

Sprechen die Medien aktuell von den „Bayernbossen“, meinen sie zumeist nicht etwa den aktuellen CEO Jan-Christian Dreesen oder Hainer, denen diese Bezeichnung korrekterweise zustehen würde, nein: inhaltlich kann sich dies größtenteils nur auf ihre Vorgänger beziehen, die ganz offensichtlich den FCB-Aufsichtsrat nun zur wichtigsten Instanz des Vereins geformt haben. Zu ihren „eigenen Zeiten“ wäre das früher undenkbar gewesen.

Eberl permanent in seiner Funktion beschnitten, nun selbst in der Kritik

Zurück zur „Causa Thomas Müller“: Könnte Eberl entscheiden, wie es früher Uli Hoeneß als Manager selbst gemacht hat, auch ein Sportvorstand Matthias Sammer, selbst Salihamidžić, dann hätte die FCB-Ikone wohl längst unterschrieben, wenn sie es selbst wollte. So aber steht urplötzlich Eberl selbst wegen seines angeblichen „Schlingerkurses“ in der Kritik.

Das erscheint bei näherer Betrachtung doch ziemlich unfair. Und es wird sogar noch viel bitterer für ihn: Angeblich soll er im Sommer selbst gegangen werden oder ihm etwa ein Mario Gómez(!) als Boss vor die Nase gesetzt werden. Und das alles bei den angeblich so geschrumpften Kassen beim Rekordmeister: Eberls Vertrag läuft bis 2027, eine weitere Abfindung wäre fällig. Aber auch die als Vorgesetzte gehandelten Gómez, Krösches und Rangnicks würden einen verantwortungsvollen Posten an der Säbener Straße nicht für einen „Appel und ein Ei“ antreten.

Der Rekordmeister sollte nicht zur Lachnummer verkommen

Spielergehälter einsparen, um mehr Ausgaben für Funktionäre stemmen zu können? Der Rekordmeister würde sich zur Lachnummer machen. Hoffentlich ist der Max bald wieder fit - bestenfalls bei der nächsten Spieltags-PK zusammen mit Vincent Kompany - um hoffentlich mit dem ganzen Unsinn aufzuräumen. Der FC Bayern braucht fähige sportliche Verantwortliche, er hat sie bereits. Damit diese ihren Job aber richtig machen können, sollten endlich die „alten Silberrücken“ in Rente gehen. Wirklich und nicht nur zum Schein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

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