Neuzugang erklärt

Was Tim Kleindienst den Gladbachern beibringen will

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Mit Tim Kleindienst erhofft sich Borussia Mönchengladbach mehr Biss. Der Neuzugang hat für sich eine klare Aufgabe definiert.

Mönchengladbach/Rottach-Egern – Die Gründe für Borussia Mönchengladbachs Entscheidung, die Ausstiegsklausel für Tim Kleindienst in Höhe von sieben Millionen Euro zu aktivieren, werden klar, wenn man Roland Virkus über den Neuzugang vom 1. FC Heidenheim sprechen hört.

Welche Erwartungen Gladbach an Kleindienst knüpft

Kleindienst bringt eine Qualität mit, die in den Augen des Sport-Geschäftsführers bisher fehlte. „Es ist immens wichtig, genau solche Typen zu haben, die Stimmung, Bissigkeit und Aggressivität reinbringen“, erklärte Virkus in einer Medienrunde, an der auch fussball.news teilnahm. „Das steckt dich an, wenn du neben dir Positivität hast.“

Nach zwölf Saisontoren und dem achten Tabellenplatz mit dem Bundesliga-Neuling Heidenheim soll Kleindienst der Fohlen-Elf das Pressing im Angriff und Mittelfeld vermitteln. „Verteidigung fängt vorne an. Wenn du anläufst, ist es wichtig, dass du überhaupt anlaufen kannst, weil die Spieler nachschieben“, erklärte Virkus. „Tim Kleindienst schaut in solchen Situationen erst über seine Schulter, peitscht die anderen an, nimmt sie mit.“

Was Kleindienst den Fohlen vermitteln will

Natürlich ist es auch die Aufgabe des 1,94 Meter großen Mittelstürmers, Tore zu erzielen und insbesondere die neue Kopfballstärke von Gladbach zu verfestigen. Zudem soll Kleindienst für Stabilität in der Sturmspitze sorgen, da Tomáš Čvančara und der ehemalige Leihspieler Jordan oft mit Verletzungen zu kämpfen hatten.

Tim Kleindienst sprach am Dienstag über seine Rolle in Gladbach

Dennoch sieht sich Kleindienst in erster Linie für die „Drecksarbeit“ verantwortlich, also für das Anlaufen, das Stören des Gegners und das Erobern des Balls in der Nähe des gegnerischen Tores. „Ich hoffe, dass ich meine Intensität, die letztes Jahr vielleicht gefehlt hat, einbringen kann, die Jungs mitnehmen und sie motivieren kann, dass es auch geil sein kann, als Offensivspieler gegen den Ball zu arbeiten.“

Kleindienst beschreibt sich selbst als einen „lauffreudigen, intensiven, körperlichen“ Spieler. „Ich bin kein Edeltechniker, das brauche ich aber auch nicht, weil es nicht zu meinem Spielstil passen würde“, fügte die dritte Neuverpflichtung von Gladbach in diesem Sommer hinzu.

Kleindienst erkennt erste Fortschritte

Vor Kleindienst wurden bereits Philipp Sander und Kevin Stöger verpflichtet, um der zahmen Fohlen-Elf mehr Biss zu verleihen. Gladbach soll zu einem unangenehmen Gegner werden, der unangenehmen Teams wie Mainz oder Union Berlin Paroli bieten kann.

Im Testspiel gegen Holstein Kiel, das am Montagabend mit 1:0 gewonnen wurde, zeigte Borussia, dass sie diese Intensität beherrschen kann. Kleindienst bemerkte einen Fortschritt im Vergleich zu den vorherigen Spielen gegen Wegberg-Beeck und Fortuna Sittard: „Man merkt, dass gewisse Spieler vielleicht schon galliger sind, gegen den Ball zu arbeiten, und die erkennen, dass es Sinn ergeben kann. Umso schneller du den Ball zurückeroberst, umso mehr Energie kannst du sparen.“ Diese Gier zu verinnerlichen und auszustrahlen sei von großer Bedeutung. „Dann können wir eine richtig geile Mannschaft haben“, ist Kleindienst überzeugt.

Wie der Stürmer den Test gegen Kiel einordnet

Im Spiel gegen Kiel fiel allerdings auch auf, dass Kleindienst oft in der Luft hing. Das Spiel lief am Mittelstürmer vorbei, viele Aktionen fanden über die Außenbahnen statt, die meisten Hereingaben kamen flach in den Strafraum. „Man darf das nicht immer zu hoch hängen“, betonte Kleindienst, der einerseits erklärte, dass Trainer Gerardo Seoane viele Ballbesitzanteile vorgegeben hatte.

Andererseits bat Kleindienst um Geduld, bis seine Integration in das Offensivspiel besser gelingt: „Es kann nicht von heute auf morgen gehen. Ich bin maximal vier Wochen hier, wo sollen diese Automatismen herkommen?“ Viel Training und intensive Gespräche mit den Teamkollegen seien notwendig, um zu klären, „was ich gerne hätte, was sie gerne hätten“, und dann zu überlegen, „wie wir das hinkriegen“.

Obwohl Kleindienst physisch ein ähnliches Profil wie Jordan mitbringt, sei er doch ein anderer Spielertyp, an den man sich gewöhnen müsse. Aber der 28-Jährige ist “sehr überzeugt, dass wir das hinbekommen, dass wir schnell Abläufe entwickeln.“ Und dass Gladbach dann zu einem unangenehmen Gegner wird, der seinen Zielspieler zu bedienen weiß.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Norbert Jansen / fohlenfoto

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