VonMarius Eppschließen
Die erste Pressekonferenz des FC Bayern aus Japan sorgte bei vielen Fans für Enttäuschung. Der FC Bayern befindet sich in einem Dilemma.
Tokio – Kaum aus dem Flieger ausgestiegen, schon fanden sich Joshua Kimmich und Thomas Tuchel vor dem Mikrofon wieder. Der Zeitplan der Marketing-Reise des FC Bayern durch Asien ist eng. Erst Pressekonferenz, dann Training.
| Joshua Kimmich | |
|---|---|
| Geboren: | 8. Februar 1995 (Alter 28 Jahre), Rottweil |
| Verein: | FC Bayern München |
| Position: | Zentrales Mittelfeld |
| Marktwert (laut transfermarkt.de): | 75 Millionen Euro |
FC Bayern in Japan – Pressekonferenz mit Kimmich und Tuchel in Tokio
Es wäre höchstens eine kleine Überraschung gewesen, wenn Sprachtalent Tuchel sofort mit geschmeidigem Japanisch losgelegt hätte. Das überließ er dann aber doch zwei routinierten Damen vom Fach. In gewissenhafter Teamarbeit übersetzten die Japanerinnen sowohl Frage als auch Antwort in ihre Sprache. So gewissenhaft, dass Kimmich sein Grinsen kaum unterdrücken konnte.
Gleich zu Beginn wurde Kimmich von einem deutschen Journalisten nach seiner Zukunft und den Wechselgerüchten gefragt. Trotz seines klaren Bekenntnisses zum FC Bayern brach im Live-Chat des YouTube-Streams der Ärger los. Der Grund: Kimmichs deutsche Antworten waren nicht zu verstehen! Stattdessen schaltete sich der Dolmetscher ein und übersetzte die Antworten des Bayern-Stars auf Englisch.
FC Bayern streamt Pressekonferenz auf Englisch – Fans rasten aus
Für viele deutsche Fans ein Unding – unzählige FCB-Anhänger beschwerten sich lautstark darüber, die Pressekonferenz nicht in der gewohnten Sprache Deutsch verfolgen zu können. „Euer Ernst?“, wollte ein User wissen. „Macht das Englisch weg.“ „Was soll das denn? Ich will das auf Deutsch“ oder „Wir sind in Deutschland. Redet verdammt nochmal deutsch“, forderten weitere Fans. Tuchel antwortete später gleich selbst auf Englisch, eine deutsche Übersetzung gab es nicht.
Der FC Bayern befindet sich in einem Dilemma: Der Klub will sich über die Landesgrenzen hinweg zeigen, ein internationales Publikum ansprechen – das ist auch der Hauptgrund, warum die Münchner in der Saisonvorbereitung überhaupt nach Asien reisen. Gleichzeitig gilt es dem logischen Anspruch vieler deutscher Fans gerecht zu werden, ihre Mannschaft in heimischer Sprache zu verfolgen.
Um diesen Spagat zu meistern, bietet der Rekordmeister zum Beispiel mehrere Twitter-Kanäle auf unterschiedlichen Sprachen an. Die bayerischen Wurzeln pflegten die Münchner jüngst mit dem Trainingslager am Tegernsee. In Teilen davon schottete sich der FC Bayern allerdings ab. (epp)
Rubriklistenbild: © FC Bayern/YouTube

