VonChristopher Michelschließen
Die Begeisterung im Umfeld von Eintracht Frankfurt ist offensichtlich. Aber woher rührt diese positive Stimmung vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach?
Frankfurt - Am 18. Mai war die Stimmung angespannt bei Eintracht Frankfurt. Die Hessen hatten die Saison zwar auf Rang sechs abgeschlossen, die gesamte Saison aber war sehr zäh und hatte mehr Tiefen als Höhen zu bieten. Sportvorstand Markus Krösche ließ plötzlich sogar die Zukunft von Trainer Dino Toppmöller offen. Von diesen „dunklen Wolken“ ist vier Monate später nichts mehr zu sehen bei den Hessen. Die Stimmung ist so, wie das aktuelle Wetter in der Mainmetropole: Sonnig, leicht sommerlich-fröhlich.
Drei von vier Pflichtspielen konnten die Hessen siegreich gestalten, vor allem die beiden Bundesliga-Siege gegen die TSG Hoffenheim (3:1) und den VfL Wolfsburg (2:1) brachten Euphorie, Glaube in die eigene Stärke und Vertrauen in das Trainerteam von Toppmöller mit. fussball.news nennt drei Gründe, warum die Frankfurter derzeit einem Euphorie-Express ähneln.
1.) Super-Duo begeistert die Bundesliga
Ob Büffelherde, Rekordangreifer André Silva, 95-Millionen-Euro-Abgang Randal Kolo Muani oder nun das Super-Duo Hugo Ekitiké und Omar Marmoush: Eintracht Frankfurt und seine Super-Stürmer haben inzwischen Tradition. Weder Eintracht Braunschweig (4:1 im Pokal), noch Hoffenheim oder Wolfsburg konnten „Hugomar“ bislang stoppen. Marmoush jubelte bisher über drei Ligatore und einen Assist, Ekitiké über einen Treffer und zwei Vorlagen. Toppmöller freute sich: „Das Gute ist, dass die beiden viele Tastaturen auf dem Klavier spielen können.“ Es bleibt abzuwarten, ob ein Kontrahent das passende Gegenmittel findet.
2.) Neue Abwehrformation
Ein im Fußball bewährter Spruch lautet: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften. Die Eintracht wirkt in den ersten Wochen, obwohl sie in den vier Pflichtspielen fünf Gegentreffer kassiert hat, insgesamt sehr stabil. Krösche hat der Abwehrreihe mit Rasmus Kristensen und Arthur Theate Erfahrung, Mentalität, Stabilität und Zweikampfstärke (Theate 69 Prozent/Kristensen 54 Prozent) hinzugewonnen. Toppmöller kann mit dem taktisch hervorragend ausgebildetem Duo systematisch noch schneller reagieren.
3.) Breiter Kader macht Lust auf mehr
Der Eintracht-Trainer hat sein Gerüst vorerst gefunden. Doch die zweite Reihe scharrt mit den Hufen. Ansgar Knauff, Junior Dina Ebimbe, Can Uzun, Igor Matanovic, Farés Chaibi, Aurele Amenda oder Nnamdi Collins wollen sich für die vielen Aufgaben in den kommenden Monaten anbieten. Selten hatten die Frankfurter eine derartige, mit etlichen Nationalspielern aus dem A- und U-Bereich bestückte Breite in ihrem Kader.
Toppmöller hat daher auch keine Lust auf die Bremse zu treten, er genießt die Euphorie im Umfeld. Und doch bleibt festzuhalten, dass die Saison noch ganz frisch ist. Sechs Zähler aus den ersten drei Partien und das Weiterkommen im Pokal sind zwar ein gutes Fundament. Doch die Eintracht muss bestätigen und nachlegen. Mit Borussia Mönchengladbach wartet am Samstagabend (18.30 Uhr) die nächste knifflige Aufgabe.
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