Er soll die gesuchte Soforthilfe sein

Sasa Kalajdzic: Der Hoffnungsträger im Angriff der Eintracht

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Stürmer Kalajdzic wechselt zur Eintracht. Er soll die Offensive beleben. Bei dem Leihgeschäft stach die SGE nicht nur einen nahen Konkurrenten aus.

Frankfurt – Um ein Haar wäre der baumlange Mittelstürmer Sasa Kalajdzic gar nicht bei Eintracht Frankfurt gelandet, sondern ein bisschen weiter südlich in Hessen, in Darmstadt. Zugegeben, besonders realistisch erscheint das nicht und war es auch nicht, aber es ist nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Auch der SV Darmstadt zeigte Interesse an Neu-Adler Kalajdzic

Das erzählte jetzt Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht und wies explizit darauf hin, dass er sich keinen Scherz erlaube. „Ich hatte Kontakt mit ihm“, berichtete der 50-Jährige und fügte an, dass ihm aber relativ schnell klar wurde, dass die Achtundneunziger im persönlichen Ranking des Spielers nicht ganz oben standen.

„Ich habe gemerkt, dass wir nicht die größten Chancen haben“, sagte Lieberknecht schmunzelnd. Da waren dann doch andere Kaliber im Spiel. „Aber er hat sich für das Interesse bedankt.“ Immerhin.

Sasa Kalajdzic geht in der Rückrunde für die Eintracht auf Torejagd.

Sasa Kalajdzic: Der Hoffnungsträger im Angriff der Eintracht

Der auf dem Markt durchaus begehrte Sasa Kalajdzic hat sich für den großen Nachbarn der Darmstädter entschieden und wird zumindest im kommenden halben Jahr für die Eintracht auf Torejagd gehen, die Frankfurter leihen den Zwei-Meter-Mann von den Wolverhampton Wanderers aus. Eine Kaufoption ist im Vertragswerk nicht verankert.

Mit einem landesüblichen „Gude“ begrüßte der österreichische Nationalspieler seine neue Fangemeinde vom Main. „Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt hat es funktioniert. Ich freue mich, endlich den Adler auf der Brust zu tragen und eine tolle Rückrunde zu spielen. Forza SGE.“ Auf der medialen Klaviatur spielt Kalajdzic also schon mal gekonnt, da weiß einer, wie man gleich Eindruck macht. Zumindest bei den Fans.

Die größten Transfer-Flops von Eintracht Frankfurt

Anderson Bamba Ordonez Eintracht Frankfurt sieht sich die Commerzbank Arena an 05 02 2017 Eintr
Platz 10: Anderson Ordonez wechselte im Januar 2017 für 1 Mio. Euro von Barcelona an den Main. Jedoch nicht vom katalanischen Weltklub, sondern vom ecuadorianischen Pendant aus Guayaquil. Nach einem Jahr mit Verletzungsproblemen und nur vier Einsätzen ging es wieder zurück nach Ecuador, wo er bis heute spielt. © imago
Training Eintracht Frankfurt Ali Akman (Eintracht Frankfurt, 30) auf dem Rad. Training von Eintracht Frankfurt am 28. Ju
Platz 9: Ali Akman kam 2019 mit vielen Vorschusslorbeeren und reichliche Drama von Buraspor zur Eintracht. Weil er einen Vorvertrag in Deutschland unterschrieb, ließ Buraspor sein Toptalent für die restliche Vertragslaufzeit nicht mehr auflaufen. Die SGE zahlte ein wenig drauf, Akman kam noch früher. Der Stürmer kann sich aber bis heute nicht durchsetzten. Bis Sommer 2023 ist er an Göztepe ausgeliehen. Bislang ist er noch ohne Torerfolg in der Türkei. Der Durchbruch in Frankfurt wird ihm wohl nicht mehr gelingen. © Kessler/imago
31.10.2020, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt - Werder Bremen emspor, v.l. Bas Dost (Eintracht Frankfurt
Platz 8: Bas Dost schloss sich für stolze 7 Mio. Euro der SGE von Sporting aus Lissabon an. Nach einem vielversprechenden Start mit drei Treffern in fünf Spielen folgten in seiner Premierensaison nur noch fünf weitere Tore. Nach anderthalb Jahren ging er für 4 Mio. Euro - ein satter Verlust von 3 Millionen. © Huebner/imago
Lucas Alario fotografiert beim Fußball Freundschaft Spiel Eintracht Frankfurt gegen den SV Sandhausen am 2.12..22. in Fr
Platz 7: Für einen ähnlich hohen Betrag (6 Mio. Euro) kam Lucas Alario im Sommer 2022 von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt. Mit nur 200 Spielminuten und nur einem mageren Törchen ist der Argentinier ein großer Flop - eigentlich. Denn noch hat Alario die Chance, das Ruder herumzureißen und sich mit Toren am Fließband aus dieser Liste zu katapultieren. © Schmidt/imago
Nelson VALDEZ F verletzt mit Krücken Fussball 1 Bundesliga 3 Spieltag Eintracht Frankfurt F
Platz 6: Bundesliga-Veteran Nelson Valdez kam 2014 immerhin ablösefrei aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Main. Doch der Paraguayer riss sich bereits in seiner dritten Partie das Kreuzband. Zum Ende der Spielzeit kam er für acht Einsätze nochmal zurück, eher er die SGE wieder verließ. Immerhin: Bei seinem Comeback gegen Paderborn traf der Angreifer und sorgte für große Emotionen. © imago
Tommy Berntsen 2001 im Trikot von Eintracht Frankfurt
Platz 5: Nur die wenigsten Eintracht-Fans werden sich noch an Tommy Berntsen erinnern. 2001 für die damals schwindelerregende Ablösesumme von rund 1,9 Mio. Euro aus dem norwegischen Lillestrom nach Frankfurt gewechselt, reichte es nur zu drei Kurzeinsätzen in zwei Monaten. Neun Monate lang wurde der Norweger nicht mehr eingesetzt, ehe es wieder in die Heimat ging. © imago
Ümit Korkmaz von Eintracht Frankfurt mit Trainer Armin Veh
Platz 4: Als Toptalent von Rapid Wien für 2,3 Mio. Euro unter Vertrag genommen, konnte Ümit Korkmaz die Erwartung bei der Eintracht nie erfüllen. Zahlreiche Verletzungen verhinderten, dass der Österreicher mal viele Spiele in Folge absolvieren konnte. Dennoch ist der mittlerweile 37-Jährige immer ein gern gesehener Gast in Frankfurt. © imago
11.12.2019, xmhx, Fussball UEFA Europa League, Eintracht Frankfurt - Training und PK emspor, v.l. Dejan Joveljic (Eintr
Platz 3: Mit ähnlich großen Erwartungen schloss sich Dejan Joveljic den Adlerträgern an. Satte 4 Mio. Euro zahlte der Klub 2019 für das hoffnungsvolle Talent an Roter Stern Belgrad. Doch der Serbe setzte sich nie durch. Nach zwei Leihgeschäfte folgte im Sommer 2021 der Schritt nach Los Angeles - ohne je einen Bundesliga-Treffer erzielt zu haben. Mit einer Ablösesumme von 3,5 Mio. Euro konnte zumindest der finanzielle Schaden in Grenzen gehalten werden. © Huebner/imago
15.05.2021, Fussball, Saison 2020/2021, 1. Bundesliga, 33.Spieltag, FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt, Steven Zuber (E
Platz 2: 3 Milo. Euro ließ sich die Eintracht Steven Zuber Kosten. In 23 Einsätzen konnte er sich nicht in die Herzen der SGE-Fans spielen und enttäuschte größtenteils. Sein Leihgeschäft und anschließender Transfer-Deal nach Athen spülten immerhin 2 Mio. Euro wieder zurück in die Kassen der Hessen. © Rehbein/imago
Sam Lammers 9 (Eintracht Frankfurt), Bayer Leverkusen vs. Eintracht Frankfurt, Fussball, 1. Bundesliga, 32. Spieltag, 0
Platz 1: Schon die Rahmenbedingungen des größten Eintracht-Flops aller Zeiten machten stutzig. 3,6 Mio. Euro zahlten die Frankfurter für das einjährige Leihgeschäft von Sam Lammers an Atalanta Bergamo. Der Niederländer wirkt in jeder seiner größtenteils kurzen Einsätze wie ein Fremdkörper im Spiel der SGE. Der völlig überteuerte Leih-Deal wurde zur großen Enttäuschung. Ein anschließender Kauf stand zu keinem Zeitpunkt zur Debatte, sodass der Angreifer nach einem Jahr wieder zurück nach Italien gehen musste. © Niemeyer/imago

Keine Konkurrenz: Kalajdzic wird bei der Eintracht sofort spielen

Auf dem Feld wird er unter Beweis stellen müssen, dass er eine Soforthilfe sein kann. Es spricht einiges dafür. Der Ex-Stuttgarter hat in England zwar wenig gespielt, aber er steht voll im Saft und hat bereits unter Beweis gestellt, dass er Tore schießen kann – wenn er Vertrauen spürt.

Das wird in Frankfurt so sein, denn der Hüne hat zurzeit sowieso keine Konkurrenz im Angriff. Omar Marmoush weilt beim Afrika-Cup und Jessic Ngankam hat gegen Freiburg wieder gezeigt, dass er nicht mal im Ansatz eine Alternative sein kann. Vorhang auf für Sasa, den Großen.

Neu-Adler: Sasa Kalajdzic.

„Er wird unserem Spiel gut tun“: SGE-Coach Toppmöller schwärmt von Kalajdzic

Trainer Dino Toppmöller schwärmt regelrecht von seinem Zugang. „Er gibt unserer Offensive ein anderes Element, er ist ein Wandspieler, der uns sicher bei Standards helfen wird.“ Da ist die Eintracht notorisch ungefährlich. Kalajdzic sei ein spielstarker und schlauer Angreifer, „ein Zielspieler in der Box, ein kreativer Mittelstürmer“, der nicht nur Tore selbst erzielen, sondern auch einleiten kann. „Er wird unserem Spiel gut tun, wir versprechen uns viel von ihm.“

Klar ist aber, und das wird gewiss eine Umstellung sein: Die Eintracht wird ihr Spiel ein wenig modifizieren, an die Stärken des Lulatschs anpassen müssen. Und die liegen zwar nicht nur, aber aufgrund seiner Körpergröße ja schon zwangsläufig in der Luft. Die Eintracht ist bisher jedoch nicht als Mannschaft auffällig geworden, die ihr Heil in Flanken sucht, sie schlägt die wenigsten der gesamten Liga (110).

Die beste Eintracht-Elf der Geschichte laut ChatGPT

Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club.
Tor: Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club. © IMAGO / Ulmer
Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.
Abwehr: Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.  © IMAGO / Kicker/Liedel
Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga.
Abwehr: Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga. ©  IMAGO / Ferdi Hartung
Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler.
Abwehr: Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler. © IMAGO / Pressefoto Baumann
Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup.
Mittelfeld: Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup. ©  IMAGO / Werner Otto
Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.
Mittelfeld: Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal.
Mittelfeld: Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal. © IMAGO / Laci Perenyi
Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister.
Mittelfeld: Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister. © IMAGO / Claus Bergmann
Tony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.
Angriff: Anthony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt.
Angriff: Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt. © IMAGO / WEREK
Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger.
Angriff: Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger. ©  IMAGO / Kicker/Eissner, Liedel
Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal.
Trainer: Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal. © IMAGO / Horstmüller

Ohne Kostic lahmt das Eintracht-Flügelspiel – das soll sich mit Kalajdzic ändern

Seit dem Abgang von Filip Kostic zu Juventus Turin vor eineinhalb Jahren lahmt das Flügelspiel der Eintracht. Zuletzt waren die Außenspieler angehalten, den Ball wegen der fehlenden Körpergröße der Stürmer flach in den Strafraum zu bringen. Das soll sich nun ändern. Hohe Flanken, findet Coach Toppmöller und lacht, „könnten jetzt Sinn machen.“ Sieht der Torjäger ähnlich. „Ich habe keinen schlechten Tor-Instinkt, und durch meine Körpergröße bin ich in der Luft gefährlicher als der eine oder andere“, findet Kalajdzic. „Ich kann Dinge anbieten, die vielleicht nicht jeder anbieten kann – auch aufgrund meiner Statur.“

Der Spieler ist Feuer und Flamme für die neue Herausforderung. Schon nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen habe er gespürt, dass es ihn nach Frankfurt ziehen würde. „Da war ich wirklich aufgeregt und habe mich gefreut“, sagt er. „Da habe ich gewusst, das geht in die Richtung. Das Gefühl ist für mich am Allerwichtigsten, und das Gefühl hat so entschieden.“

Rubriklistenbild: © Imago / Eibner

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