Kommentar

Irritierend: Nagelsmann kontra Eintracht-Torwart Trapp

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Offenkundig ist das Verhältnis zwischen Bundestrainer Julian Nagelsmann und dem Eintracht-Torwart Kevin Trapp empfindlich gestört – seltsam ist das allemal. Der Kommentar.

Es gibt Scharmützel in der zur Überaufregung neigenden Welt des Profifußballs, die so überflüssig erscheinen wie ein Auffahrunfall im Stau. Einerseits. Andererseits erzählen derlei Auseinandersetzungen auch viel über das Binnenverhältnis zwischen bedeutenden Leuten. In diesem Fall: das offenkundig empfindlich gestörte Verhältnis zwischen dem ersten Mann im Fußballland, Julian Nagelsmann, und dem Torwart Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt. Und man fragt sich in der Tat: Wieso haut ein mächtiger Bundestrainer ungefragt in der Pressekonferenz vor zwei Nations-League-Spielen so nonchalant auf Kosten eines nicht nominierten Spielers einen raus?

Konkurrenz überholte Trapp nach peinlichen DFB-Pleiten

Der Hintergrund: Trapp, von 2017 bis 2023 als meist zweiter oder dritter Mann fester und niemals vernehmbar murrender Bestandteil der Nationalmannschaft, hatte zuletzt im November 2023 bei den beiden debakulösen Niederlagen gegen die Türkei und Österreich in Abwesenheit der langjährigen Platzhirsche Manuel Neuer und André ter Stegen das deutsche Tor gehütet. Die beiden Niederlagen waren weniger ihm zuzuschreiben als seinen Vorderleuten und dem Bundestrainer mit dessen seltsamen Personalentscheidungen. In der Folge wurde Trapp nie mehr berücksichtigt.

Am zwischenzeitlich um seine Form und seine Fitness ringenden 34-Jährigen zogen nacheinander in der Hierarchie vorbei: Oliver Baumann, Alexander Nübel, Jannis Blaswich und, ganz aktuell, Stefan Ortega, der Ersatztorwart von Manchester City.

Haben sich wenig zu sagen: Bundestrainer Julian Nagelsmann (re.) und Eintracht-Torwart Kevin Trapp.

Trapp zeigt sich nach starker Leistung enttäuscht

Weil Trapp sich inzwischen wieder stabilisiert hat und zuletzt sehr gut spielte, wurde er nach dem 3:2-Sieg der Eintracht am Sonntagabend beim VfB Stuttgart gefragt, ob es Kontakt zum Bundestrainer gegeben hätte. Der neunfache Nationalspieler entgegnete in maximaler Nüchternheit: „Es gibt keinen Austausch. Es ist so, wie es ist. Das gilt es zu akzeptieren. Mehr gibt es darüber nicht zu sagen.“

Gab es dann aber offenbar doch. Am Montag, keine 24 Stunden nach Schlusspfiff in Stuttgart, hielt es Nagelsmann, ohne dass er überhaupt nach Trapp gefragt worden wäre, für angebracht, kundzutun: „Ich habe ja jetzt gelesen, dass Kevin Trapp die unfassbare Wahrheit über Julian Nagelsmann ans Licht gebracht hat, dass es keine Kommunikation gibt.“ Offenbar ist der Bundestrainer angesäuert. Anders lässt sich die Wortwahl schwerlich erklären.

Die beste Eintracht-Elf der Geschichte laut ChatGPT

Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club.
Tor: Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club. © IMAGO / Ulmer
Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.
Abwehr: Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.  © IMAGO / Kicker/Liedel
Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga.
Abwehr: Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga. ©  IMAGO / Ferdi Hartung
Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler.
Abwehr: Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler. © IMAGO / Pressefoto Baumann
Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup.
Mittelfeld: Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup. ©  IMAGO / Werner Otto
Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.
Mittelfeld: Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal.
Mittelfeld: Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal. © IMAGO / Laci Perenyi
Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister.
Mittelfeld: Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister. © IMAGO / Claus Bergmann
Tony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.
Angriff: Anthony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt.
Angriff: Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt. © IMAGO / WEREK
Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger.
Angriff: Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger. ©  IMAGO / Kicker/Eissner, Liedel
Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal.
Trainer: Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal. © IMAGO / Horstmüller

Nagelsmanns unfairer Umgang mit enttäuschtem Trapp

Nagelsmann schob erklärend nach, es gäbe bei ihm mit keinem nicht nominierten Torhüter persönliche Kommunikation, „außer beim potenziellen Karriereende oder schweren Verletzungen, wie bei Marc-André Stegen oder Manuel Neuer“. Um Nominierungen und Absagen kümmere sich „im Torwartbereich unser Torwarttrainer Andreas Kronenberg. Wenn ich das alles alleine machen würde, bräuchte ich auch keinen Mitarbeiter. Jeder macht seinen Job, ich mache meinen und Krone macht seinen.“

Faktisch ist dem nichts entgegenzuhalten. In der öffentlichen Kommunikation mutet es jedoch irritierend an, dass der 34-jährige Trapp, von dem zwar Enttäuschung über die Ausmusterung, aber bisher nie ein böses Wort Richtung Bundestrainer zu hören gewesen ist, derart formlos abgewatscht wird. Das geht souveräner und mit weniger schnippischem Unterton, als Nagelsmann das hingekriegt hat.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jan Huebner

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