Trainer eröffnet vor Champions-League-Finale plötzlich Vertragspoker
VonNiklas Kirk
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Simone Inzaghi hat Inter Mailand zum zweiten Mal binnen drei Jahren ins Finale der Champions League geführt. Doch kurz vor dem Endspiel sorgt seine Zukunft für Unruhe.
München/Mailand – Inter Mailand steht am Samstag (31. Mai, 21.00 Uhr) vor der Chance, den zweiten Champions-League-Triumph der Vereinsgeschichte zu feiern. Die Vorbereitung auf das Duell mit PSG verläuft allerdings nicht ganz reibungslos. Im Mittelpunkt steht Trainer Simone Inzaghi, der den Traditionsklub seit 2021 betreut und noch bis 2026 unter Vertrag steht – einen vorzeitigen Abschied aus Mailand aber nicht ausschließt. Und das ausgerechnet vor dem bedeutendsten Spiel der Saison.
Inzaghi nach Saudi-Arabien? Inter-Coach bestätigt Interesse
Nur wenige Tage vor dem Champions-League-Finale in München sorgt ein Angebot aus Saudi-Arabien für Aufsehen: Medienberichten zufolge will Klub-WM-Teilnehmer Al-Hilal Inter Mailands Trainer Simone Inzaghi verpflichten – mit einem Zweijahresvertrag über insgesamt 50 Millionen Euro.
Auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit Paris Saint-Germain äußerte sich Inzaghi zu den Gerüchten: „Es gibt Anfragen aus Italien, dem Ausland, aus Arabien“, sagte der 48-Jährige, stellte jedoch klar: „In diesem Moment wäre es verrückt, daran zu denken.“ Der Trainer steht bei Inter bis zum Juni des kommenden Jahres unter Vertrag und betonte, es gehe ihm dort „sehr gut“.
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Für Diskussionen in Italien sorgte allerdings eine weitere Aussage Inzaghis: „Am Tag nach dem Spiel oder noch einen Tag später werden wir uns zusammensetzen und reden, so wie wir das immer getan haben in diesen Jahren, immer mit Wohl von Inter als Ziel“, erklärte der Coach. Und weiter: „Wenn alle Komponenten und alle Voraussetzungen gegeben sind, werden wir harmonisch weitermachen, so wie jedes Jahr.“
„Der Zyklus ist noch nicht vorbei“: Inter-Präsident beschwichtigt nach Inzaghi-Aussage
Italienische Medien und Experten spekulieren nun, welche Voraussetzungen Inzaghi meint – möglicherweise ein Hinweis auf Verstärkungen für den Kader. Inter stellt aktuell eine der ältesten Mannschaften der Königsklasse. Inter-Präsident Giuseppe Marotta reagierte auf die Aussagen beruhigend: „Es ist eine ganz gewöhnliche Einschätzung, die ein Trainer macht. Er muss sich die Ideen des Vereins anhören, was dieser plant, und das werden wir nächste Woche machen. Wir setzen uns zusammen. Ich bin optimistisch. Das Verhältnis zu Simone ist ausgezeichnet und unser Zyklus ist noch nicht vorbei.“
Auch die Klubführung um den US-Investor Oaktree geht davon aus, dass Inzaghi Inter in seine fünfte Saison führen wird. Unter dem 49-jährigen haben sich die Nerazzurri wieder fest in der Spitze der Serie A und im europäischen Spitzenfußball verankert.Der Erfolgstrainer stand mit Inter in drei Jahren zweimal im Champions-League-Finale und wurde 2024 italienischer Meister. In der abgelaufenen Saison fehlte in der Serie A nur ein Punkt auf Meister Napoli.
In München wird Inter mit zahlreichen mit bekannten Gesichtern anreisen – darunter mehrere ehemalige Bundesliga-Spieler wie Hakan Calhanoglu, Henrikh Mkhitaryan und Yann Sommer, als auch dem Ex-Kölner und DFB-Spieler Yann Aurel Bisseck. Verzichten müssen die Nerazzurri voraussichtlich auf Benjamin Pavard. Der Franzose, der 2020 mit dem FC Bayern die Champions League gewann, fällt womöglich verletzungsbedingt aus und verpasst ausgerechnet in München die Chance auf seinen zweiten Titel in der Königsklasse. (nki mit dpa)