Fußball-Bundesliga

Trainer Henriksen und die beste Trainingswoche bei Mainz 05

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Wollen auch gegen die Bayern zusammenstehen: die Mainzer Fußballer und ihr Trainer Bo Henriksen
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Vor der Reise nach München wähnt sich Mainz 05 präpariert fürs Spiel beim designierten Meister FC Bayern und für den Kampf um Europa.

Das letzte Heimspiel endete für Mainz 05 mit einem klassischen Antiklimax: Gegentor in der vorletzten Minute aus heiterem Himmel, nur ein Punkt gegen den VfL Wolfsburg, somit fünftes Spiel in Folge ohne Sieg, konsternierte Kurve, enttäuschte Fußballprofis. Ziemliche Stille in der eigenen Arena. Der Frust war greifbar.

Inzwischen ist die nachvollziehbare Miesepetrigkeit neuer Zuversicht gewichen. Alles andere wäre auch eine Überraschung, denn es steht ja nach wie vor nicht ganz schlecht um den FSV. Vorm von mehr als 7000 eigenen Fans begleiteten Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Bayern München tut 05-Trainer Bo Henriksen kund, er habe am Mittwoch „das beste Training des ganzen Jahres“ erlebt. Er schlussfolgert aus seinen Eindrücken: „Die Stimmung ist nicht so, als hätten wir fünf Spiele nicht gewonnen.“

Dummerweise handelt es sich beim Gegner aber um die beste Fußballmannschaft im ganzen Land und darüber hinaus auch um genau jenen Kontrahenten, der Mainz 05 vor etwas mehr als einem Jahr eine ordentliche Tracht Prügel beibrachte. 8:1 siegten die Bayern, nachdem Henriksen kurz zuvor gerade seinen Dienst angetreten hatte. „Die ersten acht Minuten“, erinnert sich der Däne mit feiner Ironie, „waren gut.“ Danach aber brach es über die Rheinhessen herein wie ein Unwetter.

Bell ist wieder fit

Im Dezember zu Hause siegten die Nullfünfer dann verdient 2:1 gegen den FC Ruhmreich. Henriksen wurde am Donnerstag in der Pressekonferenz gefragt, aus welchem Spiel er seinen Profis am besten Videosequenzen zur Vorbereitung zeigen könnte? Der Coach entgegnete mit einer Gegenfrage: „Was denkst du, was besser ist?“ - und ließ durchblicken, dass er lieber schöne Erinnerungen präsentiert, als sich in unnötiger Fehlerkultur zu üben.

Zumal Mainz 05 damals, in einer längst vergangenen Zeit, beim 1:8 noch Abstiegskandidat war. Inzwischen ist die Mannschaft zum Königsklassenanwärter gereift. Einfach mal unterwürfig den Roten Teppich auszurollen, damit die Bayern darauf zum schon am Samstag möglichen Titel geleitet werden, ist nicht geplant.

Nach wie vor, das ist Henriksen wichtig zu erwähnen, sei seine Truppe in dieser Saison das Team in der Bundesliga, „das den Gegnern statistisch die wenigsten guten Chancen zulässt“. Wahr ist aber auch: In den letzten fünf sieglosen Spielen gab es einen Gegentorschnitt von zwei pro Begegnung, zu viel, um sich stabil in Richtung Champions League zu punkten.

Ob Abwehrchef Moritz Jenz in der Münchner Arena spielen kann, ist wegen Hüftproblemen noch unklar. Klar ist dafür, dass der Vorgänger von Jenz als Boss in der Defensive, Stefan Bell, nach einer langwierigen Oberschenkelverletzung wieder dem Kader angehören wird. Zur Freude seines Vorgesetzten: „Ich bin sehr froh, dass er wieder zurück ist.“ Gerade in einer tiefstehenden Abwehr, die in München sicher zu erwarten ist, könnte Bell sogar als Soforthilfe fungieren.

Ebenso nach seiner Gelbsperre kehrt Paul Nebel zurück, dessen Fehlen zuletzt gegen Wolfsburg offenkundig war. Der 22-Jährige gehörte im Training zu den auffälligsten Akteuren, im gesamten Ligavergleich ist er einer der allerfleißigsten Läufer. Das dürfte in München hilfreich sein, ehe eine Woche später, Sonntagabend (19.30 Uhr/Dazn) Eintracht Frankfurt zu Gast in Mainz sein wird.

Das Ziel Europa hat der FSV inzwischen klar benannt, Kleinmut ist ohnehin nicht die Sache des Bo Henriksen: „Wir haben etwas zu gewinnen. Das ist verrückt für diesen Verein.“

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