- VonLuca Hartmannschließen
Kurz vor dem Start der Frauenfußball-WM in Australien und Neuseeland werden schwere Vorwürfe gegen Sambia-Trainer Bruce Mwape erhoben. Gegen Mwape wird wegen „sexuellen Fehlverhaltens“ ermittelt.
München – Vergangene Woche war die Freude bei Sambias Fußballerinnen groß. In der WM-Generalprobe gelang gegen die DFB-Frauen in Fürth ein 3:2 Überraschungssieg. Der afrikanische WM-Außenseiter zeigte erhebliche Schwächen in der DFB-Abwehr auf und sammelte mit dem Sieg reichlich Selbstvertrauen für die anstehende Frauen-Weltmeisterschaft. Doch die Freude währt nur kurz: Gegen Trainer Bruce Mwape werden nun schwere Vorwürfe laut.
| Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2023\t | |
|---|---|
| Ort: | Australien und Neuseeland |
| Beginn: | 20. Juli 2023 |
| Ende: | 20. August 2023 |
| Teilnehmende Teams: | 32 |
Schwere Anschuldigungen gegen Sambia-Trainer
Die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, dass derzeit gegen den Coach ermittelt wird. Offiziell wegen „sexuellen Fehlverhaltens“. Eine anonyme Quelle erhebt gegen Mwape schwere Anschuldigungen: „Wenn er mit jemandem schlafen möchte, muss man ja sagen. Es ist normal, dass er mit unseren Spielerinnen schläft.“
Laut der Quelle würden den Spielerinnen Strafen angedroht, falls sich diese dazu äußern würden. Der sambische Verband wisse schon seit vergangenem Oktober von den Vorfällen, bleibe jedoch untätig. „Der Verband drückt ein Auge zu, weil die Frauen gute Ergebnisse erzielt haben. Hinter den Kulissen geht es hässlich zu.“
Bruce Mwape soll mit Spielerinnen schlafen
Der Trainer selbst äußerte sich auf Nachfrage des Guardian nicht zu den Vorwürfen und verwies auf den sambischen Verband FAZ. Jedoch bezog auch der Verband keine Stellung, sondern verwies nur auf ein Statement vom vergangenen Oktober, als die Vorwürfe erstmals öffentlich wurden.
„Obwohl uns keine offiziellen Beschwerden von irgendjemandem zu den Vorwürfen vorliegen, nehmen wir diese Vorwürfe sehr ernst und haben eine Untersuchung in dieser Angelegenheit eingeleitet“, sagte Adrian Kashala, FAZ-Generalsekretär, damals. Laut FAZ-Präsident Andrew Kamanga sei damals auch mit der sambischen Polizei zusammengearbeitet und die Ermittlungen an die FIFA weitergegeben worden.
Skandal um Sambia-Trainer kurz vor Frauen-WM
Laut einem FIFA-Sprecher könne sich der Weltverband nicht zu den laufenden Ermittlungen äußern. „Bitte beachten Sie, dass sich die unabhängige Ethikkommission grundsätzlich nicht dazu äußert, ob Untersuchungen zu mutmaßlichen Fällen im Gange sind oder nicht“, sagte er.
Mwape ist seit Mai 2018 Trainer der sambischen Frauenmannschaft. Mit dem 63-Jährigen an der Seitenlinie schaffte es Sambia bei der Afrika-Meisterschaft 2022 auf Platz 3 und qualifizierte sich erstmals für eine Weltmeisterschaft. Bei dieser trifft Sambia in der Vorrunde auf Japan, Spanien und Costa Rica. Deutschland trifft in der Gruppenphase auf Marokko, Kolumbien und Südkorea. (luha)
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