Eintracht Frankfurt könnte den Wolverhampton-Stürmer auf Zeit holen. Im Gegenzu könnte die SGE Jessic Ngankam ausleihen und Lucas Alario ganz abgeben.
Ein für allemal stellte Axel Hellmann jetzt noch einmal klar, dass der Verkauf von Randal Kolo Muani zu Paris Saint Germain nur ein paar Minuten vor Schließung der Transferperiode Anfang September alternativlos gewesen sei. „Wenn wir für einen Spieler von Eintracht Frankfurt 95 Millionen geboten bekommen, werden wir diesen Spieler immer verkaufen“, sagte der Vorstandssprecher. Da könne dieser Fußballer ein Teufelskerl sein, ein Wunderstürmer, er könne, wie Kolo Muani, 15 Tore geschossen und 16 vorbereitet haben oder noch sehr viele mehr, aber bei solch einer astronomischen Summe bleibe nichts anderes übrig als verkaufen. „Die Besonderheit lag daran, dass wir keinen Ersatz finden konnten.“ Das ließ die Zeit nicht mehr zu. Und führte zu Verdruss im Frankfurter Lager. Intern wie extern.
Marmoush übertraf die Frankfurter Erwartungen – Ngankam-Ausleihe möglich
Die Eintracht war im Sturm also plötzlich ziemlich hühnerbrüstig aufgestellt, und man fragte sich: Wie soll das gehen ohne Stürmer von Format? Dass die Vakanz in der Spitze jedoch keine gravierenderen Folgen hatte, hat in erster und zweiter Linie damit zu tun, dass der ablösefrei aus Wolfsburg gekommene Omar Marmoush alle Erwartungen übertraf, insgesamt bereits zwölfmal traf. Da hat einer outperformed.
Hinter dem Ägypter aber klafft eine große Lücke, die auch und gerade Jessic Ngankam nicht im Ansatz schließen konnte. Die Eintracht überlegt daher, den bisher so unglücklich auftretenden Angreifer auszuleihen. Wäre nicht verkehrt.
Eintracht-Leihgabe Matanovic hat in Karlsruhe „eine tolle Entwicklung genommen“
Und vielleicht hätte Sportvorstand Markus Krösche unter diese Voraussetzungen vor der Saison nicht zugestimmt, den jungen Burschen Igor Matanovic zum Karlsruher SC auszuleihen. Der Sportboss aber ist überzeugt davon, dass Spielpraxis für den 20 Jahre alten Mittelstürmer von entscheidender Bedeutung ist. Mit der Entwicklung des 1,94-Meter-Schlaks ist Krösche sehr zufrieden.
Matanovic hat in der zweiten Liga alle 15 Partien für die Badener absolviert, vier Tore gemacht und zwei vorbereitet. „Er hat eine tolle Entwicklung genommen und wird immer wichtiger für unser Spiel“, sagt KSC-Sportchef Sebastian Freis dem Portal KA-News. Matanovic wird in Frankfurt zugetraut, mittelfristig die Rolle als Stürmer Nummer eins einzunehmen.
Die größten Transfer-Flops von Eintracht Frankfurt
Möglicher SGE-Neuzugang Kalajdzic erlitt schon zwei Kreuzbandrisse
Bis dahin wird allerdings noch eine Menge Wasser den Main hinabfließen, und weil Omar Marmoush und auch Offensivspieler Fares Chaibi Anfang Januar beim Afrika-Cup weilen, wird die Eintracht auf dem Transfermarkt zuschlagen. Von Viktoria Pilsen wird Mittelstürmer Rafiu Durosinmi kommen. Kostenpunkt knapp zehn Millionen Euro. Die Frage ist, wie schnell der Nigerianer, am Montag 21 Jahre alt, helfen kann. Durosinmi war lange am Knie verletzt.
Das verbindet ihn quasi mit Sasa Kalajdzic, der ebenfalls ins Visier der Eintracht geraten ist, im Sommer 2022 für 18 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu den Wolverhampton Wanderers wechselte – und sich in seinem ersten Spiel gleich einen Kreuzbandriss zuzog. Nicht die erste schwere Verletzung dieser Art, bereits drei Jahre zuvor fiel er deswegen für ein Jahr aus. Seine Leidenszeit ließ er sogar in einer Doku festhalten. Die Frage der Fragen: „Warum wieder ich?“
„Kalajdzic „hat hart gearbeitet“: Verpflichtet die Eintracht den Österreicher?
Der Zwei-Meter-Mann ist durchaus verletzungsanfällig, hat schon einen Mittelfußbruch (Ausfallzeit sechs Monate), einen Syndesmosebandriss (drei Monate) und eine Schulterverletzung (sechs Monate) wegstecken müssen. In England konnte er nicht durchstarten, obwohl er körperlich wieder hergestellt ist. In dieser Saison kommt der österreichische Nationalstürmer erst auf elf Einsätze (zehn davon als Joker) und zwei Tore, die aber zumindest waren jeweils siegbringend, wie auch sein Berater nicht zu vergessen erwähnt. „Er hat wenig gespielt, aber seine zwei Tore brachten sechs Punkte, ohne die Wolverhampton nur knapp vor den Abstiegsrängen stehen würde“, sagte Sascha Empacher im Gespräch mit dem Journalisten Peter Linden.
Der Agent preist seinen Schützling an: „Er hat hart gearbeitet, ist fit wie nie zuvor. Es gibt Interessenten für ihn, sowohl in der Premier League als auch in der Bundesliga.“ Neben der Eintracht buhlt auch der VfB Stuttgart um seinen Ex-Spieler. Die Hessen würden den 26-Jährigen erst einmal für ein halbes Jahr ausleihen. Ob er wirklich zu ihrer Spielweise passt, steht auf einem anderen Blatt.
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„Schade, dass es nicht geklappt“ hat: Alario steht vor Abschied aus Frankfurt
Keine Zukunft in Frankfurt hat bekanntlich Lucas Alario, der derzeit in Südamerika weilt, um den Markt zu sondieren: „Wir sind bestrebt, eine Lösung zu finden“, sagt Sportvorstand Markus Krösche der FR. „Es gibt zwei, drei Ansätze.“ Generell findet es der 43-Jährige „schade, dass es nicht geklappt“ hat mit dem Argentinier, von dem er restlos überzeugt war, als er ihn vor eineinhalb Jahren aus Leverkusen holte.
„Bevor er zu uns kam, hat er alle 100 Minuten getroffen, er war bei uns fest eingeplant. Dann schießt Kolo durch die Decke, wir spielen nur noch mit einer Spitze, dann entwickelt es sich in diese Richtung, die niemand für möglich gehalten hätte. So ist das manchmal im Fußball. Man kann nichts ausschließen“, bekundet Krösche. „Da gibt es manchmal den Faktor Mensch und Umstände wie Pech und Glück.“
Bessere Nachrichten gibt es hingegen von Sebastian Rode, der nach seiner Wadenverletzung auf einem guten Weg ist. Sehr zur Freude von Sportchef Krösche: „Es ist wichtig, dass der Kapitän dabei ist. Gerade bei unserer jungen Mannschaft.“